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Gelungenes Profidebüt für Kühne

Vor-Ort-Bericht Daniel Hiller und Frank Bleydorn


Einen erfolgreichen Einstand als Profiboxerin feierte Superleichtgewichtlerin Ramona Kühne (Foto oben). Die 26-Jährige setzte sich in ihrem Wohnort Großziethen (in der Nähe Berlins) vor 300 Zuschauern gegen die lettische Kontrahentin Natalija Dolgova mit einem klaren Punktsieg durch. Insgesamt standen vier Kampfpaarungen bei der Boxgala am Freitagabend auf dem Programm.


1. Kampf: Gino Sigmund vs. Yevgeny Stambursky, Halbschwergewicht, angesetzt auf vier Runden

Der Berliner Gino Sigmund schien im Ringgefecht gegen Yevgeny Stambursky von Beginn an für klare Verhältnisse sorgen zu wollen. Mit linken Haken auf den Körper und der rechten Schlaghand verbuchte der 29-Jährige klare Treffer. Doch auch der zunächst sehr passiv agierende Kontrahent hatte seine Momente. Der 24-Jährige hielt in der ersten und zweiten Runde kurzzeitig mit regelrechten Schlaghageln an den Ringseilen dagegen. Im dritten Durchgang ließ das Tempo des Aufeinandertreffens ein wenig nach. Der technisch versiertere Gino Sigmund blieb weiterhin der dominierende Mann im Ring, auch wenn Stambursky in der Schlussphase noch einmal versuchte, das Blatt zu wenden. Der gleichzeitig als Ring- und Punktrichter in diesem Kampf agierende Andreas Schweiger sah den Hauptstädter am Ende leistungsgerecht mit 39:37 vorne.


2. Kampf: Rene Hübner vs. Andreas Günther, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden

Spannend verlief die Kampfpaarung zwischen dem in Eisenhüttenstadt geborenen Rene Hübner und seinem Kontrahenten Andreas Günther. Der von Uwe Schuster gecoachte Athlet aus Halle übernahm in der Anfangsphase die Initiative und versuchte, mit linken und rechten Haken zum Kopf und auf den Körper Vorteile zu erboxen. Dabei drängte der 24-Jährige seinen Gegner an die Ringseile zurück. Genau diese Situation nutzte Hübner zum Gegenangriff. Mit schnellen Händen befreite er sich aus der Bedrängnis und setzte seinem Widersacher zu. Doch auch ab der zweiten Runde wirkte Günther in der Vorwärtsbewegung effektiver und kam zu Treffern. Zwar hielt Hübner immer wieder mit explosiven, harten Händen dagegen, doch die Aktionen des in Berlin lebenden Cruisergewichtlers gingen, bis auf den Schlussdurchgang, zu häufig auf die Deckung des Gegners. Punkt- und Ringrichter Frank Michael Maaß bewertete die Schlaghärte scheinbar höher als die Genauigkeit der Aktionen und sah somit Rene Hübner am Ende äußerst schmeichelhaft mit 39:37 vorne.


3. Kampf: Ante Babic vs. Leo Sanchez, Schwergewicht, angesetzt auf vier Runden


Ein wenig an einen Kampf des 2,13 Meter großen Nikolay Valuev (BP-Nr. 7) gegen einen seiner Kontrahenten fühlte man sich in der dritten Kampfpaarung in der Mehrzweckhalle Großziethen erinnert. Die deutlichen Größenvorteile für den Kroaten Ante Babic im Duell mit Leo Sanchez waren nicht übersehbar. Doch der in Kuba geborene Schwergewichtler hielt im Aufeinandertreffen zweier Profidebütanten von Beginn an mit seinen linken Schwingern gut mit. Zwar attackierte der physisch überlegene Babic seinen Gegner auch in der zweiten Runde von der Ringmitte aus, doch der 39-jährige Sanchez überraschte ihn mit einem rechten Haken ans Kinn, so dass der Kroate in die Seile zurückfiel und zu Boden sackte. Der an Reichweite deutlich unterlegene Sportler setzte sofort nach und versuchte, den Fight mit seinen linken Schwingern sogar vorzeitig für sich zu entscheiden. Dies gelang dem in Magdeburg lebenden Rechtsausleger zwar nicht, am Ende lag er aber verdient in der Wertung von Ring- und Punktrichter Frank Michael Maaß mit 39:37 vorne.


4. Kampf: Ramona Kühne vs. Natalija Dolgova, Superleichtgewicht, angesetzt auf vier Runden

Bereits vor dem Einmarsch beider Athletinnen waren die Sympathien des Publikums klar verteilt. Nicht so deutlich gestaltete sich zunächst das Geschehen im Ring. Ramona Kühne versuchte, den Kampf mit der linken Führhand agierend in den Griff zu bekommen. Doch Natalija Dolgova hielt in der ersten Runde gut dagegen. Im zweiten Durchgang brachte die Lettin einen gefährlichen rechten Aufwärtshaken ins Ziel. Danach war es jedoch die Lokalmatadorin, die von der Ringmitte aus Druck erzeugte und mehrfach die rechte Gerade am Kopf der Gegnerin platzierte. Auch in der dritten Runde des abwechslungsreichen Ringgefechtes wirkte die Athletin aus Großziethen variabler und drängte ihre Konkurrentin mehrmals an die Ringseile zurück. Im Schlussdurchgang hatte die 26-Jährige zudem die besseren Kraftreserven und brachte Natalija Dolgova erneut in starke Bedrängnis. Ring- und Punktrichter Andreas Schweiger wertete am Ende deutlich mit 40:36 für die Profidebütantin aus Deutschland.
Freitag, 28. April 2006


 
     

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