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Wlodarczyk gewinnt EU-Gürtel im Cruisergewicht


von Frank Bleydorn



Der 23-jährige Krzysztof "Diablo" Wlodarczyk (BP-Nr. 19, auf Foto rechts) ist neuer EU-Champion im Cruisergewicht. Der Schützling von Trainer Fiodor Lapin sicherte sich den zuvor vakanten Gürtel am Samstagabend in der Hala Luczniczka im polnischen Bydgoszcz vor 2.500 Zuschauern gegen Rüdiger May (auf Foto links) durch einen KO-Sieg in der zehnten Runde.

Dabei erwischte der 30-jährige May den besseren Start. Mit der linken Führhand hielt der Deutsche seinen im Vorwärtsgang agierenden Kontrahenten auf Distanz und kam zu klaren Treffern. Wlodarczyk fand erst Ende des ersten Durchgangs etwas besser in den Kampf. Ein linker Haken des Polen rüttelte seinen in Köln lebenden Kontrahenten kräftig durch.

Danach bestimmte aber der an Reichweite überlegene May mit seinen linken Haken und Links-Rechts-Kombinationen das Geschehen im Ring. Ab der dritten Runde erarbeitete sich jedoch sein aus Warschau stammender Widersacher Vorteile. Von der Ringmitte aus verstärkte der Pole den Druck und attackierte den gegnerischen Cruisergewichtler mit linken und rechten Haken auf den Körper.

In Durchgang vier führte ein Kopfstoß von Wlodarczyk zu einem Cut über dem rechten Auge seines Konkurrenten. Ringrichter Søren Saugmann sah allerdings keine Absicht in der Aktion des polnischen Boxers, so dass dieser nicht verwarnt wurde. In der darauf folgenden Runde ermahnte der dänische Referee Trainer Torsten May zur Ruhe und drohte damit, den immer noch lautstark wegen der vorangegangenen Aktion protestierenden Coach aus der Ringecke zu verweisen.

Rüdiger May ließ sich jedoch durch die Situation nicht aus der Ruhe bringen und erkämpfte sich ab dem sechsten Durchgang wieder leichte Vorteile. Der deutsche Cruisergewichtler wirkte in seinen Aktionen effektiver, während die Hände seines druckvollen und aktiveren Konkurrenten häufig in der Deckung des in Meerane geborenen Athleten hängen blieben. Wlodarczyk drehte erst in der neunten Runde mit harten Treffern wieder auf.

Im letzten Durchgang fiel dann allerdings die Entscheidung zu Gunsten des Polen. May, der nach BP-Informationen trotz seiner engagierten Leistung zu diesem Zeitpunkt auf den Wertungszetteln der Punktrichter hinten lag, setzte noch einmal alles auf eine Karte und suchte mit linken und rechten Haken die Offensive. Doch mit einer krachenden Rechten über die Deckung des Deutschen hinweg rüttelte Wlodarczyk den Kontrahenten kräftig durch.

Der einheimische WBC-Weltranglistenzweite setzte nach und drängte May in die Ringecke zurück. Während eines regelrechten Schlaghagels kam zunächst ein rechter Aufwärtshaken an das Kinn des Widersachers durch. Wenig später schickte ein rechter Haken an die linke Kopfhälfte des Gegners diesen endgültig zu Boden. Zwar erhob sich Rüdiger May nach dem Niederschlag wieder, doch der Ringrichter hielt ihn für kampfunfähig und zählte ihn nach einer Minute und 30 Sekunden der Schlussrunde aus.

Montag, 18. April 2005


 
     

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