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Abraham vs. Taylor
Sturm vs. Masoe
- Der Vorbericht
von Patrick Haas
Als Felix
Sturm (BP-Nr. 5, Foto oben) am 5. Juni 2004 in den
Ring des MGM Grand in Las Vegas stürmte, um Superstar Oscar
De La Hoya (BP-Nr. 6) eine Boxlektion zu erteilen,
war Arthur
Abraham (BP-Nr. 4) noch ein kleiner Schlumpf im
großen Wald, der sich am selben Abend in Chemnitz mit einem kanadischen
Aufbaugegner namens Mark
Flynn (BP-Ranking unbekannt) rumschlug.
Doch die Zeiten haben sich geändert. Nach einem kometenhaften Aufstieg
klettert Arthur Abraham am kommenden Samstag als amtierender IBF-Weltmeister
zur ersten Titelverteidigung gegen Shannan
Taylor in den Ring, während Felix Sturm sich gegen WBA-Weltmeister
Maselino
Masoe (BP- Nr. 10) in der Rolle des Herausforderers
wiederfindet.
Unabhängig davon geht Felix Sturm als klarer Favorit in den Kampf
mit dem 39-jährigen Weltmeister aus Neuseeland. Damit hätten
wir auch schon den ersten Grund für die Rollenverteilung identifiziert,
das Alter des Weltmeisters. Mit 39 Jahren und einer Wettkampfpause von
sagenhaften 22 Monaten stehen die Vorzeichen für eine erfolgreiche
Titelverteidigung eher schlecht. Positiv könnte man für Masoe
ins Feld führen, dass er sowieso nie ein Marathonläufer, sondern
eher ein Sprinter war. Nur zwei seiner 28 Kämpfe gingen überhaupt
länger als sechs Runden, und nur einmal in seiner Karriere ging er
über die volle Distanz von zwölf Runden. Für Sturm ist
die Taktik somit einfach und klar: Die Anfangsattacken des schlagstarken
Masoe (26 Siege, 25 KOs) überstehen und den konditionellen
Einbruch des Neuseeländers abwarten, um dann das Kommando zu übernehmen.
Kombiniert mit den eher mäßigen Defensivkünsten des gebürtigen
Samoaners ist sogar ein vorzeitiger Sieg für den Leverkusener Ex-Weltmeister
nicht auszuschließen.
Der Tipp des Autors: Sturm siegt durch technischen KO in der zehnten Runde.
Die
Frage nach einem vorzeitigen Sieg stellt sich bei Arthur
Abrahams (BP-Nr. 4, Foto) erster Titelverteidigung
gegen Shannan
Taylor gar nicht. Der KO scheint so unvermeidlich wie das
Amen in der Kirche, lediglich der Zeitpunkt ist offen. Nach dem steilen
Karriereverlauf von Arthur Abraham im Jahr 2005 mit Siegen über Topleute
wie Howard
Eastman (BP-Nr. 7), Kingsley
Ikeke (BP- Nr. 9), Ian
Gardner (BP- Nr. 17) und Hector
Javier Velazsco dachte wohl jeder beim Namen Taylor an den
unumstrittenen Mittelgewichtsweltmeister Jermain
Taylor (BP-Nr. 1) und nicht an den Ex-Weltergewichtler
Shannan Taylor, der 2001 bei seiner einzigen WM-Chance vom damaligen WBC-Weltmeister
Shane
Mosley (BP- Nr. 7 im Superweltergewicht) entzaubert
wurde.
Angesichts der harten Kämpfe im Jahr 2005 hat sich Abraham eine erste
leichtere Titelverteidigung verdient, aber Shannan Taylor sollte nicht
die Norm sein, sondern die Ausnahme bilden. So stellt sich am Samstag
nur die Frage, ob Abraham zum „Papa Schlumpf“ komplett mit
roter Mütze aufgestiegen ist oder ob Deutschland am Samstag die Geburt
des neuen „König Arthur“ erlebt, möglicherweise
in martialischer Rittermontur. Hier gilt hoffentlich "Schlumpf bleib
bei deinen Mützen".
Der Tipp des Autors: Abraham stoppt Taylor vorzeitig in Runde fünf.
Freitag,
03. März 2006
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