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Tomasz Adamek
vs.
Chad Dawson
von Stefan Strehler
Die
Silver Spurs Arena in Kissimmee, Florida, USA, war am Samstag Schauplatz
der Weltmeisterschaft des Verbandes WBC im Halbschwergewicht zwischen
dem polnischen Titelverteidiger Tomasz
Adamek (BP-Nr. 2) und dem US-Amerikaner Chad
Dawson (BP-Nr. 7, Foto oben). Das Duell zweier unbesiegter
Boxer stellte zugleich auch die Konfrontation zweier unterschiedlicher
Boxstile dar. Während Adamek in seinen WM-Kämpfen mit Paul
Briggs
(BP-Nr. 6) und Thomas
Ulrich bislang hauptsächlich durch eine starke Offensive
beeindruckte, hatte sich Chad Dawson in seinen Kämpfen eher durch
Schnelligkeit und gute Defensive für die Titelchance empfohlen. Dass
der 24-Jährige aus New Haven, Connecticut, über ein starkes
boxerisches Potential verfügt, hatte er bereits gegen seinen Landsmann
Eric
Harding und den Kanadier Ian
Gardner, beides sehr schwer zu boxende Defensivkünstler,
angedeutet. Doch wie würde sich der junge US-Hoffnungsträger
gegen einen für echte Ringschlachten bekannten Boxer aus der Affäre
ziehen?
Bereits in den Anfangsrunden zeigte sich, dass der Weltmeister es in diesem
Kampf weitaus schwerer hatte, seine Angriffsqualitäten unter Beweis
zu stellen. Anders als Ulrich und Briggs, die sich in den Schlagabtausch
mit dem 30-jährigen Polen begaben, versuchte Dawson, das Gefecht
aus der Distanz zu kontrollieren. Konnte man die beiden ersten Durchgänge
noch relativ offen sehen, so erarbeitete sich Dawson ab Runde drei deutliche
Vorteile. Rechtsauslage und Schlaggeschwindigkeit des US-Amerikaners stellten
Adamek vor erhebliche Probleme. Dem von Buddy McGirt trainierten
Champion gelang es einfach nicht, seine aggressive Kampfesweise zu etablieren.
Immer wieder zwang ihn die Führhand des Herausforderers, häufig
gefolgt von der linken Geraden, zurückzuweichen. Kam er tatsächlich
einmal in Schlagdistanz, so stellte Dawson ein zu bewegliches Ziel dar,
als dass Adamek einen Wirkungstreffer anbringen konnte. Der von
Floyd Mayweather Sr. trainierte Rechtsausleger wurde dadurch
zusehends selbstbewusster.
In Runde fünf drängte er Adamek gar in die Seile zurück
und deckte ihn dort mit harten Schlägen zu Kopf und Körper ein.
Dawson beherrschte das Gefecht, traf fast nach Belieben und erzielte im
siebten Durchgang sogar einen Niederschlag. Eine Linke zum Körper
brachte den Polen zu Fall und dieser wurde von Ringrichter Jorge Alonso
angezählt. Auch in der Folgezeit bestimmte Dawson das Geschehen,
bis in Runde zehn der Kampf plötzlich zu kippen drohte. Etwa Mitte
des Durchgangs konnte der Weltmeister eine Rechte zum Kopf von Dawson
landen, die diesen zu Boden riss. Die zahlreichen polnischen Fans schöpften
neue Hoffnung, denn Adamek zeigte sich nun erheblich aggressiver. Dawson
wirkte beeindruckt, ließ sich nun öfter an den Seilen stellen,
war aber immer noch zu beweglich, als dass Adamek mit wirklich präzisen
Treffern ein Ende machen konnte.
Auch in den Durchgängen elf und zwölf war der Kampf nun weitaus
offener. Adamek suchte seine Chance in der Flucht nach vorne, wurde aber
immer wieder auch von Dawson abgekontert und musste sich letzten Endes
nach Punkten geschlagen geben. Einstimmig mit 116:110, 117:109 und 118:108
Punkten sahen die drei Wertungsrichter den jungen US-Amerikaner völlig
verdient als neuen Weltmeister.
Erfreulicherweise einmal keine Ausreden nach einem verlorenen Gefecht,
sondern ganz einfach das Eingeständnis, dass der Gegner einfach schneller
war, hörte man anschließend von Tomasz Adamek. Dank seines
attraktiven Kampfstiles wird es für den Polen wohl nicht allzu lange
dauern, bis er eine erneute WM-Chance erhält. Für Dawson könnten
nun goldene Zeiten anbrechen. Mit den letzten drei Runden gegen Adamek
hat er bewiesen, dass er durch´s Feuer gehen kann. Damit scheint
er bestens gerüstet für Kämpfe mit anderen Anwärtern
auf den Anspruch des besten Halbschwergewichtlers der Welt.
Montag,
05. Februar 2007
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