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Andreas Kotelnik
- Der ungekrönte Weltmeister


Bericht von Patrick Haas



Zum dritten Mal in seiner Karriere musste Andreas Kotelnik (auf Foto oben rechts) einen wichtigen Kampf im Ausland bestreiten, einen WBA-Weltmeisterschaftskampf im Juniorweltergewicht. 2005 verlor er in England einen sehr knappen Kampf gegen den amtierenden WBC-Weltmeister im Junior-Weltergewicht Junior Witter. Bereits 2004 hatte er gegen Souleymane M'Baye durch eine geteilte Punktentscheidung in Frankreich den Kürzeren gezogen. Entsprechend günstig standen die Vorzeichen für Kotelnik. Schließlich trat er wieder gegen M'Baye an und der Kampf fand in England statt, da sich M'Baye mittlerweile dem Stall des englischen Promoters Frank Warren angeschlossen hatte.

Von den Punktrichtern konnte Kotelnik auch keine Hilfe erwarten, da man dort mit Micky Vann, Terry O'Connor und Paul Thomas drei Briten platziert hatte. So hoffte Kotelnik, sich die nötige Inspiration von Töchterchen Viktoriya zu holen, deren Bild er auf einem T-Shirt zum Ring trug. Am Ende konnte Viktoriya so stolz auf ihren Papa sein wie zwei der drei Punktrichter beschämt sein sollten. Nach zwölf Runden werteten die Punktrichter 117:112 Kotelnik, 113:115 M'Baye und 114:114. Der Kampf endete unentschieden und M'Baye verteidigte seinen WBA-Titel. Dies war eine mehr als fragwürdige Entscheidung, die vom britischen Publikum mit Buhrufen begleitet wurde.

Zum Kampfverlauf im Einzelnen:

Kotelnik begann den Kampf sehr konzentriert und übernahm die Initiative, wobei er vor allem mit der rechten Geraden zum Körper punktete. Ansonsten präsentierte Kotelnik die gewohnt gute Deckung und blockte den Großteil von M'Bayes (Foto) Schlägen, zu denen sich noch der gelegentlich im Rückwärtsgang geschobene Jab gesellte. Zählbare Schläge kamen bei der destruktiven Kampfart des Franzosen nur selten zustande, so dass Kotelnik im Vorwärtsgang den Kampf bestimmte und M'Baye mit klaren Kombinationen eindeckte, sofern er den flitzenden Franzosen stellen konnte. In den Runden neun und zehn schien der Weltmeister dann doch noch bereit, um seinen WM-Gürtel zu kämpfen, aber der ständige Rückwärtsgang und die Körpertreffer von Kotelnik hatten den Franzosen zusehends ermüdet. Zwar tänzelte er in Runde elf wie gewohnt zweieinhalb Minuten durch den Ring, die nennenswerten Treffer setzte jedoch Kotelnik am Ende der Runde. Hatte Kotelnik gegen Witter die zwölfte Runde und damit den Kampf hergeschenkt, so dominierte er gegen M'Baye die letzte Runde klar. Zum Sieg sollte es erneut nicht reichen.
Schaut man sich die Landschaft im Juniorweltergewicht an, so ist Kotelnik eigentlich nicht nur der wahre WBA-Weltmeister, sondern der beste Boxer der gesamten Gewichtsklasse. Es fehlt nur noch eine umstrittene Punktniederlage gegen Ricky Hatton und die sollte man doch in Grossbritannien problemlos einfahren können. Der Autor wertete den Kampf wie Punktrichter Micky Vann 117:112 für Kotelnik.

Dienstag, 13. März 2007

 
     

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