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O'Neil Bell
vs.
Jean Marc Mormeck II
von Benni Vivacqua
Der Franzose
Jean
Marc Mormeck (Foto oben) hat die Revanche gegen
den Jamaikaner O'Neil
Bell am Samstagabend im Palais des Sports Marcel Cerdan in
Levallois Perret, Frankreich, gewonnen und eroberte so die Cruisergewichts-Titel
der WBA und des WBC zurück. Die Kontrahenten boten den Zuschauern
dabei einen packenden, bisweilen jedoch auch bizarren Kampf.
Mormeck
legte von Beginn an ein sehr hohes Tempo vor und verwickelte in typischer
Manier seinen Gegner in einen Schlagabtausch nach dem anderen. Beide Boxer
landeten gute Treffer, wobei der Franzose in den ersten drei Runden deutlich
mehr Treffer setzte. Schön variierte er harte Körpertreffer
und krachende Haken zum Kopf, die Bell einige Male angeschlagen aussehen
ließen. Im vierten Durchgang hielt der Champion besser dagegen und
sicherte sich den Durchgang vor allem mit schönen Kopftreffern.
Beide
Boxer zeigten bereits nach vier Durchgängen deutliche Anzeichen einer
Ermüdung, was neben dem intensiven Kampf sicher auch mit der Temperatur
weit jenseits der 30 Grad Celsius in der nicht klimatisierten Halle zu
tun hatte. Mormeck sicherte sich durch klarere Treffer den fünften
Durchgang und startete auch gut in den sechsten, doch kurz vor Ende der
Runde begann Bell (Foto) ein furioses Finish, welches Mormeck
in arge Bedrängnis brachte. Mit dem Gong zur Rundenpause fing sich
der Franzose noch einen rechten Volltreffer, der ihn hilflos in den Seilen
hängen ließ. Der “Marksman“ konnte sich kaum von
seinem Stuhl erheben am Ende der Rundenpause und wechselte aufgrund seines
Zustands die Taktik. Völlig untypisch ging er dem Schlagabtausch
nun aus dem Weg und besann sich auf seine beachtlichen boxerischen Fähigkeiten.
O'Neil Bell gelang es in den folgenden drei Runden nicht, sich auf das
veränderte Kampfgeschehen einzustellen. Obwohl Mormeck sehr müde
wirkte, schaffte er es, mit Jabs und einigen Kombinationen pro Runde die
Durchgänge sieben bis neun zu verbuchen.
Wer nun gedacht hatte, Bell würde in den letzten drei Runden zu einer
bedingungslosen Schlussoffensive blasen, sah sich getäuscht. Auf
bizarre Weise stakste Mormeck, der nun stehend KO wirkte, durch den Ring
und ging seinem Gegner aus dem Weg. Bell verhielt sich, obwohl noch relativ
frisch aussehend, als hätte er alle Zeit der Welt. Dabei wusste er
durch die offene Punktwertung nach vier und acht Runden, dass wahrscheinlich
nur noch ein KO ihm den Sieg bringen konnte. Bell gewann die letzten drei
Durchgänge, doch gelang es ihm nicht mehr, seinen Kontrahenten, der
bei den Schlagabtauschen immer noch einen Rest Gefährlichkeit aufblitzen
ließ, in ernsthafte Gefahr zu bringen. Am Ende siegte Jean Marc
Mormeck durch einstimmige Punktentscheidung mit 115:113, 115:113 und 116:112.
Dienstag,
20. März 2007
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