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Markus Beyer vs. Andre Thysse
- Der Bericht


Von Marco Zeininger


Mit einer nicht ganz zufrieden stellenden Leistung konnte der Erlabrunner WBC-Weltmeister im Supermittelgewicht Markus Beyer (Foto, BP-Nr. 8) seinen Titel gegen den Südafrikaner Andre Thysse verteidigen. Der 32-jährige Beyer setzte in einem durchwachsenen Gefecht die deutlicheren Treffer und bestimmte den Kampf über weite Strecken von der Ringmitte aus, ohne dabei aber wirklich zu überzeugen. Der Rechtsausleger wirkte bei seinen zu seltenen Angriffsaktionen zwar durchaus konzentriert und kam auch ab und zu mit Eins-Zwei-Kombinationen zum Erfolg, jedoch machte er in manchen Phasen des Kampfes auch einen etwas abwesenden und passiven Eindruck. Hieraus konnte sein 34-jähriger Herausforderer aber kein Kapital schlagen. Thysse führte den Kampf ohne erkennbares Konzept und war außerstande, den Weltmeister ernsthaft zu gefährden. Zwar hatte er Reichweiten- und Größenvorteile gegenüber Beyer, aber es fehlte ihm an der letzten Aggression und Konsequenz, diese auszuspielen. Viele Angriffe des Südafrikaners konnte der Weltmeister mit seiner geschlossenen Doppeldeckung und kurzen Sidesteps neutralisieren.

Die Punktrichter hatten schließlich keine Probleme damit, Markus Beyer mit 119:109, 117:111 und 117:112 eine einstimmige Punktentscheidung zuzusprechen, die vollends in Ordnung geht. Im Endeffekt muss man aber sagen, dass eine solche Leistung von Beyer gegen ein Kaliber wie den Australier Danny Green (BP-Nr. 3), der Beyers nächster Gegner sein wird, nicht ausreichen wird. Man muss daher hoffen, dass der Kampf dem sympathischen und in seinen Analysen nach dem Kampf ehrlichen Sachsen hilft, seine noch vorhandenen mentalen Schwächen abzubauen. Dann ist es vielleicht möglich, dass der Erlabrunner in seiner Kampfesführung die letzte aggressive Konsequenz und Kontinuität wiedererlangt, die er vor seiner Niederlage gegen den Briten Glenn Catley besaß. - Nach dem Kampf offenbarte übrigens der Doppel-Weltmeister im Supermittelgewicht,  Sven Ottke (BP-Nr. 3), dass sein nächster Gegner am 27.3 in Magdeburg der ehemalige WBO-Weltmeister im Mittelgewicht, Armand Krajnc, sein wird.


Der zweite Hauptkampf des Abends fand im Schwergewicht um den Titel des WBO-Intercontinental-Meisters statt. Der erstaunlich gut austrainierte Eislebener Timo Hoffmann traf hierbei auf den fast drei Zentner schweren, leicht "puddinghaften" US-Amerikaner Corey Sanders, der nicht mit dem südafrikanischen Namensvetter und Klitschko-Bezwinger Corrie Sanders (BP-Nr. 6) verwechselt werden darf.

Dieses Aufeinandertreffen zweier Hünen verlief nicht nach dem Geschmack der Zuschauer. Die ersten Runden des Kampfes kann man aufgrund beidseitiger Klammerorgien getrost als "Gewürge" abtun. Es dauerte einige Runden, bis erste zaghafte Aktionen mit der Führhand von Hoffmann einen Boxkampf erkennen ließen. Jedoch fehlte ihm die Verfolgung eines erfolgreichen Konzepts gegen den in seinen Aktionen langsam und einfallslos wirkenden Mann aus Washington, D.C.. Überraschend ist dies deshalb, da Hoffmann (Foto) im Vorfeld des Kampfes sich den Plan zurechtlegte, den Amerikaner mit der Führhand auf Distanz halten zu wollen. Im Gefecht selbst konnte er jedoch dieses Vorhaben nur äußerst unzureichend umsetzten. Nur selten brachte er den Jab oder seinen durchaus ansehnlichen Aufwärtshaken. Alles in allem war es keine überzeugende Leistung von Hoffmann. Das einstimmige Punkturteil (118:109, 117:111, 119:108) nach zwölf Runden zugunsten des nun von Detlef Schulze trainierten Boxers geht jedoch ebenfalls in Ordnung, da von Corey Sanders so gut wie gar nichts kam. Ein äußerst langweiliger Kampf, doch Timo Hoffmann wahrt sich mit dem Sieg seine Chance auf einen Kampf gegen den Europameister Luan Krasniqi, gegen den er aber eine deutlich bessere Leistung wird abrufen müssen.


Im Rahmenprogramm kam es dagegen zu einigen interessanten Aufeinandertreffen. So konnte Vitali Tsypko (BP-Talent) einen sehr überzeugenden einstimmigen Punktsieg über zwölf Runden gegen den ungeschlagenen Ghanaer Charles Adamu verbuchen, der den Ukrainer in den Weltranglisten nach oben bringen dürfte und ihm nebenbei den WBA-International-Titel im Supermittelgewicht einbrachte. Auch sehr eindrucksvoll war das deutsche Talent im Halbschwergewicht, Kai Kurzawa (BP-Talent). Er zeigte eine sehr konsequente, aggressive Einstellung und gewann durch einen KO-Sieg in der zweiten Runde gegen den äußerst erfahrenen und nicht zu unterschätzenden US-Amerikaner Craig Cummings. Damit holte er sich den IBF-Intercontinental-Titel im Halbschwergewicht. Der russische Riese Nicolay Valuev besiegte den vom Sauerland-Stall gerne als „Eisenschädel" titulierten US-Amerikaner Dick Ryan durch TKO in Runde eins. Der Abbruch schien deutlich zu früh zu sein. Im Cruisergewicht konnte Rüdiger May seine magere KO-Quote mit einem Abbruch-Sieg in Runde zwei ein wenig aufpolieren. Sein Gegner war der fast 10 kg leichtere, ursprüngliche Supermittelgewichtler aus den USA, Nate Zeikle. Auch konnten Arthur Abraham (KO-Sieg in Runde zwei),Cengiz Koc (KO-Sieg in Runde drei) und Rene Dettweiler (einstimmige Punktentscheidung) ihre jeweiligen Kämpfe gegen unterlegene Gegner gewinnen.



 
     

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