Boxabend
in Berlin - Der Vorbericht
von Ilja Sperling
Wenn
man die drei Namen Graciano Rocchigiani,
Oktay Urkal und Thomas
Ulrich, die auf dem Programm des Kampfabends am 10. Februar im
Berliner Estrel Convention Center stehen (ab 22:20 live auf Sat.1),
betrachtet, könnte man theoretisch von einem boxerischen Leckerbissen
aus der Sicht eines deutschen Fans ausgehen. Durch die Ereignisse hinter
den Kulissen im Vorfeld des Kampfabends gehen der Veranstaltung jedoch
leider große Anteile an Attraktivität verloren.
Urkal
und kein Ende...
Die
Proteste von Oktay Urkal und die endlose Gegnersuche für das Comeback
von Graciano Rocchigiani haben die Öffentlichkeit zuletzt am meisten beschäftigt
und von dem sportlichen Inhalt des bevorstehenden Kampfabends abgelenkt.
Die Hauptfrage, um die sich alles drehte, war: Wessen Kampf und in welcher
Länge wird im Fernsehen übertragen?
Durch
das Rocky-Comeback hat Oktay Urkal's
EM-Titelverteidigung drastisch an Bedeutung abgenommen und wurde aus der
Sat.1-TV-Übertragung zugunsten des Rocky-Fights gestrichen. Urkal (WBC-1,
WBA-4, IBF-10, WBO-2), der absolut berechtigt auf eine baldige WM hofft,
möchte sich natürlich einem breitem Publikum präsentieren. "Eigentlich
wäre es eine Ehre für mich, mit Graciano an einem Abend anzutreten. Aber
nicht auf meine Kosten...", so Urkal's Reaktion und er ging sogar
noch weiter: "Gibt es keine Einigung, kämpfe ich nie mehr für Universum.
Mein Vertrag läuft aus. Dann wechsle ich den Box-Stall und nehme meinen
EM-Titel mit." Nun will der Olympia-Zweite von Atlanta 1996 einen
Kampf über sechs oder acht Runden bestreiten, um nicht vertragsbrüchig
zu werden. Nachdem der ursprünglich vorgesehene Italiener Salvatore Battaglia
abgesagt hatte, wurde mit dem aus Uganda stammenden Ogentho Franco
ein Gegner ausgewählt, der wohl wieder einmal die Bezeichnung als
"sehr erfahrener Boxer" erhalten wird.
Urkal ist ein Boxer, der schon seit Amateurzeiten in der Vorbereitungsphase
seine Ruhe brauchte. Aus den vergangen Begegnungen konnte man sehen, dass
jegliche unerwünschten Ereignisse im Vorfeld sich jedes Mal negativ auf
die Qualität und den Verlauf seiner Kämpfe auswirkten. Aus technischer
Sicht ist Urkal der kompletteste Boxer von den drei Hauptakteuren. Seine
Glanzpunkte erreicht er im Halbdistanzboxen, wobei er sich auf seine Reflexe,
wie auch die Deckung und das Abblocken nicht ohne Grund verlässt.
Oktay
Urkal war unter dem BBV-Trainer Gerhard Dieter ein sehr erfolgreicher
Amateurboxer, mehrfacher Berliner und Deutscher Meister, Europameister
und Silbermedaillengewinner in Atlanta. Er boxte 14 Jahre als Amateur
und war Mitglied bei den Neuköllner Sportfreunden in Berlin. Graciano
Rocchigiani gehörte ebenfalls zu den Schützlingen von Landestrainer Gerhard
Dieter, er war wie Oktay Mitglied bei den Neuköllner Sportfreunden. Bubi
Dieter führte ihn 1974 zur Deutschen Junioren-Meisterschaft im Halbmittelgewicht
und zum Inter-Cup-Sieg 1975. "Grace" gehörte zu den Olympiahoffnungen
des BBV, wurde aber schon mit 19 Jahre Profi und vergab so Chancen auf
internationale Amateur-Erfolge.
Im
Gegensatz zu Oktay spielt Vorkampfstress für Rocky keine Rolle.
Kein
anderer Boxprofi der vergangenen zwanzig Jahre hat die Fans so polarisiert
wie der Berliner. Kein anderer Boxer hat sich so viele (unerschütterliche)
Freunde und so viele (kompromisslose) Gegner gemacht. Und wenn im Sport
ein personifiziertes Stehaufmännchen gesucht werden würde, käme Graciano
garantiert in die engere Wahl.
Und
dies erklärt, warum er mit seinem 8-Runden-Kampf gegen einen Aufbaugegner,
Oktay Urkals geplante Europameisterschaft, Thomas Ulrichs WBO-International-Meisterschaft
und auch Michele Aboros WIBF-WM klar ins Abseits drängte. Es ist ja auch
schwer, sich vorzustellen, dass die Medien sich mit einem anderen Aufbaukampf
so intensiv beschäftigen würden, wie es bei Rocky der Fall ist.
Um
die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate chronologisch darzustellen,
hier ein "Press Digest" :
Oktober
2000 - Rocchigiani, der seit einigen Monaten in Ost-Holstein wohnt
und in der Nähe von Lübeck eine Boxschule unterhält, soll Kontakte mit
der Gruppe des Medien-Unternehmers Leo Kirch aufgenommen haben. Ursprünglich
sollte Rocchigiani bereits Ende Dezember vergangenen Jahres gegen den
Italiener Yawe Davis um die vakante EM im Halbschwergewicht antreten.
Doch der Hamburger Veranstalter Klaus-Peter Kohl hatte sich die
Rechte für den Fight ohne die Comeback-Zusage Rockys gesichert. Dieser
ließ den Kampf platzen.
Januar
2000 - Heimlich, still und leise verlegte Rocky sein Trainingsquartier
von Lübeck nach Berlin-Köpenick. Die International Fight Club Organisation
(IFCO) erfüllt ihm auf 400qm in Oberschöneweide jeden Wunsch. US-Trainer
Peter Kahn: "Wir haben sogar extra einen Schwergewichts-Sandsack für
Rocky und gegossene Hanteln bestellt. Ich stehe zur Verfügung. Aber bisher
trainiert Rocky sich selbst." Erste Bilder vom Trainingscamp wurden
veröffentlicht. Sie zeigten, wie eng Rocky mit seinem "Konditions- und
Motivations-Trainer" Axel Kruse zusammen arbeitet. Nicht nur im
Kleinmachnower Gym an Hanteln und Geräten. Auch beim morgendlichen Joggen
oder auf der Tartanbahn ist der Ex-Herthaner und Thunder-Kicker täglich
dabei. "Axel setzt mit seinem interessanten und abwechslungsreichen
Programm immer wieder neue Reize. Genau das habe ich gebraucht", schwärmt
Rocky.
Am
10. Januar wurde ganz offiziell das Comeback von Ex-Champion verkündet.
Mit dem klitzekleinen Schönheitsfehler, dass (laut Universum-Geschäftsführer
Hanraths) der 37-jährige Berliner erst noch "die Videos" der möglichen
Gegner begutachten müsse. Am gleichen Tag kündigte Rocchigiani auf einer
Pressekonferenz in Berlin folgendes an: "Ich will noch einmal zeigen,
dass es nicht vorbei ist. Ich habe wieder Spaß am Boxen. Mein großes Ziel
ist es, in drei Gewichtsklassen Weltmeister zu werden. Mein Lieblingsgegner
für einen WM-Kampf ist der Amerikaner Virgil Hill. Mal sehen, ob es klappt."
An einem EM-Kampf mit dem Italiener Yawe Davis, der von der Universum-Box-Promotion
in Hamburg ersteigert wurde, hat Rocky kein Interesse. "Ich boxe jetzt
im Cruisergewicht. Ich wiege um die 90 Kilo und fühle mich da stark. Elf
Kilogramm im Halbschwergewicht abzukochen, wäre doch etwas zu viel."
Am
22. Januar stand er dann scheinbar fest, der Rocky-Kontrahent. Clifford
Nellon, Amerikaner, 31 Jahre alt und in New Orleans beheimatet. Doch
inzwischen muss Graciano den Kampfrekord von Cliff Nellon intensiv gewürdigt
haben. In acht Profijahren fäustelte sich der US-Boy zu 18 Niederlagen
bei 28 Kämpfen. . .
Am
26. Januar lehnte Rocchigiani den o.g. Gegner für sein Comeback endgültig
ab. "Mit 18 Niederlagen bei 28 Kämpfen ist mir Cliff Nellon zu schwach."
Zwischendurch soll auch mal ein Amerikaner namens Hughes auf der Comeback-Kandidatenliste
gestanden haben - aber auch daraus wird nichts. Unmittelbar danach wurde
Peter Hanraths zitiert: "Wir haben einen weiteren Gegner im Visier,
aber wir brauchen erst die Zustimmung von Rocky und unterschriebene Verträge.
Das kann frühestens Anfang der Woche perfekt sein" ...
02.02.2001
- Der dritte Versuch, einen Aufbaugegner zu finden, endet schließlich
in der Wahl von Willard Lewis (Kanada). Der 26-jährige Cruisergewichtler
startete seine Karriere mit 15 Siegen und einem Remis - verlor aber seit
August 1999 viermal in Folge durch technischen K.o. Seine Kampfbilanz
seit 1994 steht bei 16 Siegen in 21 Gefechten, dazu kommen vier Niederlagen
und ein Unentschieden. Doch leider stammen diese Niederlagen aus seinen
letzten vier Gefechten. Der Kanadier ist seit 1998 Landesmeister im Cruisergewicht
und verlor seinen bisher einzigen Weltmeisterschafts-Kampf um das WBO-Championat
am 7. April 1999 gegen den Briten Johnny
Nelson durch technischen K.o. in der vierten Runde. Erst sieben
Tage vor dem Gefecht wurde offiziell der Gegner des ehemaligen Weltmeisters
im Supermittelgewicht benannt. Er wird die Rolle des Opferlamms übernehmen.
Lewis bleibt nämlich nicht einmal eine Woche zur Vorbereitung.
07.02.2001
- Bei Musik von Eros Ramazotti machte sich der im Vergleich zu seinem
letzten Kampf vor neun Monaten rund zehn Kilogramm schwerere Rocchigiani
locker. Der gebürtige Schöneberger, der jetzt zumeist an der Ostsee lebt,
war trotz des öffentlichen Interesses an ihm am Mittwoch gut gelaunt.
Dennoch konnten Journalisten und Reporter, auch solche vom übertragenden
Sender Sat.1., Mikrofone und Schreibblöcke wieder einpacken. "Ick sage
nichts", erklärte Rocchigiani und verschwand nach einer Stunde Training.
"Ihr wisst doch, wie er ist", beschwichtigte Universum-Geschäftsführer
Peter Hanraths. Er versprach den Journalisten: "Morgen bringe ich den
Lewis - der redet bestimmt."
Graciano hat mit Universum nur einen Kontrakt für einen Kampf. "Das
ist ein Geschäft und in Deutschland gibt es nur zwei Promoter, die Börsen
zahlen können, bei denen es sich lohnt, in den Ring zu steigen." Der
Ex-Weltmeister, der schon mindestens dreimal "unwiderruflich" zurückgetreten
ist, soll zwischen 400.000 und 500.000 Mark kassieren. "Dazu sage ich
nichts. Die Spekulationen finde ich lustig", sagte Kohl am Montag
zum Thema Gage. Es sind nur noch wenige Hundert der 4 500 Tickets für
die Veranstaltung im Handel. "Wir sind fast ausverkauft",
sagte Hanraths, der dem Publikum elf Kämpfe bietet.
Notorische
Zweifler, die dem sportlichen Wert der Universum-Kampfabende nicht trauen,
dürfen sich bestätigt fühlen; es spielt in der öffentlichen Darstellung
kaum eine Rolle auf welchem technischen Niveau Rockys Aufbaukampf verlaufen
könnte. Identifikationsfigur Rocchigiani bringt die größte TV-Quote -
und das ist entscheidend. SAT.1
bezahlt dem Berliner für einen Kampf, bei dem der Sieger schon vorher
feststeht. "Rocchigiani ist eben ein Quotenbringer", sagt Peter
Hanraths.
Der
frühere Rocchigiani war für seine äußerst geschlossene Doppeldeckung und
ein perfektes Timing für den zweiten Angriff bekannt. Auch sein Kämpferherz
und die Kondition waren einmal seine Markenzeichen. Man kann davon ausgehen,
dass dem 37-jährigen Rocchigiani nicht alle o.g. Qualitäten abhanden gekommen
sind. Mit der gleichen Sicherheit kann man sagen, dass Rocky seine ehemalige
Topform niemals wieder erreichen wird können. Mit dem Wechsel in eine
höhere Gewichtsklasse wird ein Boxer gewöhnlich auch nicht schneller.
Sollte sich Axel Kruse jedoch als wahres Fitnessgenie erweisen und Rocky
physisch (vor allem konditionell) auf Trab bringen, dann wäre es falsch,
Rocky frühzeitig abzuschreiben. Rocchigiani ist im Kampf gegen Dariusz
Michalczewski durch einen Körperhaken zu Boden gegangen. Daraus
ergibt sich die Frage, ob Rocky, aus welchem Grund auch immer "unten"
empfindlicher geworden ist.
Fritz
Sdunek, Trainer von Weltmeister Dariusz Michalczewski und für kurze
Zeit früher selbst Betreuer von Rocky, würde dem Berliner ein gelungenes
Comeback gönnen. "Wenn er sich voll dahinter klemmt", sagt Sdunek,
"kann der noch zwei Jahre boxen." Der ehemalige Stewart-Schützling
will sich jedenfalls keinen Illusionen mehr hingeben: "Mir ist natürlich
klar, dass ich nicht ewig boxen kann. Denn ich will nicht als Lachpille
enden." Da setzt "Rocky" lieber auf sein Leben als Manager nach Beendigung
der aktiven Laufbahn, wenn er sagt: "Ich will beweisen, dass man auch
Geld verdienen kann ohne zu bescheißen..."
Wegen
Familien-Streitigkeiten mit seinem Bruder Ralf, der als Ex- Weltmeister
vor zwei Jahren zurücktrat, wird der Ex-Stürmer Kruse, der es nach seiner
Fußball-Karriere auch bei Berlin Thunder im American Football versucht
hatte (jetzt hauptberuflich Gastronom im Berliner Osten), am Samstag auch
an dessen Stelle in Rocchigianis Ringecke stehen. Daß Kruse keinerlei
Erfahrung als Trainer vorzuweisen hat, stört Peter Hanraths nicht: "Das
ist kein WM-Kampf. Rocky hat genügend Erfahrung, er kann sich selber coachen."
"Hauptkämpfer"
Thomas Ulrich
Der
eigentliche Hauptkämpfer in Berlin ist Lokalmatador Thomas
Ulrich, dem Rocky viel zutraut ("Der macht sein Ding"),
der im Halbschwergewicht einen WM-Ausscheidungskampf bestreitet. Ulrich
wird seit einigen Monaten vom Ex-Amateur-Vizeweltmeister Torsten Schmitz
betreut, nachdem er sich von seinem früheren Trainer Dietmar Schnieber
getrennt hatte.
Zuhause
in Berlin wartet auf den Halbschwergewichtler eine relativ schwere Aufgabe,
die durch einen indirekten Vergleich mit Sven
Ottke brisant wird. Ulrich boxt mit Gabriel Hernandez (Dom.
Republik) einen ehemaligen WM-Herausforderer von Sven Ottke. Im Mai '99
verlor Hernandez (27) gegen Ottke in einem Kampf über 12 Runden nach Punkten.
Seitdem hat Hernandez seine Bilanz durch sechs Siege hintereinander (davon
4 durch KO) auf nun 19 Siege, 2 Remis und 1 Niederlage verbessert. Dass
der Kampf "Hernandez vs. Ottke" über 12 Runden ging, kann nicht
verwundern, da Ottke bekanntlich ein Techniker und kein "Knockouter" ist.
Sollte
Ulrich im Gegensatz zu Ottke ein vorzeitiger Sieg gelingen, würde er sich
in der Gunst der Zuschauer als attraktiverer Boxer profilieren. Damit
setzt sich das Duell zweier, aus dem gleichen Amateurboxclub stammenden
Spandauer fort. Bei den Deutschen Meisterschaften 1994 bezwang Junioren-Vizeweltmeister
Ulrich damals 19jährig den "Altmeister" des deutschen Boxsports, den bis
dahin neunfachen Meister Sven Ottke. Ulrich hatte sich damit für die WM
1995 qualifiziert. Er wurde Dritter. Ab Januar des Jahres 1996 trainierte
Ulrich beim früheren Berliner Bundestrainer Ulrich Wegner und erfäustelte
sich beim olympischen Turnier in Atlanta Bronze.
Für
Thomas Ulrich ist die Begegnung mit Hernandez der erste Kampf, seitdem
er am 14. Oktober vergangenen Jahres im Vorprogramm der Weltmeisterschaft
zwischen Wladimir Klitschko
und Chris Byrd in den Ring gestiegen
war. Ullrich kämpfte damals in einem Acht-Runden-Kampf gegen den US-Amerikaner
Ali Forbes und gewann nach zehn vorzeitigen Siegen in Folge wieder
einmal nach Punkten.
Gegen
Hernandez wird Thomas Ulrich seinen interkontinentalen WBO-Titel verteidigen,
den er im April vergangenen Jahres gegen Cleveland Nelson gewonnen
hat. Außerdem hält er den Deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht.
Der 25-jährige Ulrich (WBC-5, WBO-1), der mittlerweile 19 Siege (15 davon
durch Knockout) ohne Niederlage auf seinem Konto hat, unterschrieb 1996
einen Sechs-Jahres-Vertrag bei Universum. Ausschlaggebend für die Pro-Kohl-Entscheidung
sei gewesen, "dass ich in Berlin bleiben kann", sagte Ulrich, der
auch auf den Rat seines "persönlichen Managers" Werner Lichtenberg
hörte. Der Berliner Gastronom betreute neben Ulrich weitere Berliner Berufsboxer,
die er bereits zu deren Amateurzeiten finanziell unterstützt hatte.
Bereits
zu Amateurzeiten war Ulrichs linker Haken gefürchtet. Und auch heute liegen
seine Stärken eindeutig bei langgezogenen Haken, die er sehr explosiv
und präzise bringen kann. Ulrich hat eine ziemlich hohe Schlagkraft und
weiß, wann er nachsetzten muss. Er ist sehr beweglich und hat ein gutes
Distanzgefühl.
Thomas
kann seine Linie jedoch nicht immer über die volle Distanz bringen. Im
letzten Kampf wirkte er in den ersten vier Runden sehr konzentriert und
abgeklärt, in der zweiten Hälfte der Begegnung machte sich ein konditionelles
Defizit bemerkbar. Dadurch mußte er einige unnötige Treffer schlucken,
was auch mit seiner zeitweise noch mangelhaften Deckungsarbeit zu erklären
ist. Bei eigenen Angriffen ist Thomas manchmal zu flüchtig.
Ulrich
hat einmal gesagt, dass er sich die Führungshand von Dariusz Michalczewski
und die Doppeldeckung von Graciano Rocchigiani wünscht. Hoffentlich wird
die Zusammenarbeit mit Torsten Schmitz auch zu der Verwirklichung dieses
Wunsches führen. Man darf gespannt sein, wie sich Ulrich, der in diesem
Jahr auch auf internationaler Ebene bekannt werden will, in Berlin präsentieren
wird.
Ilja
Sperling ist Amateur-Boxer (u.a. Berliner Meister 2000) und lebt in Berlin-Spandau.
Er ist ein intimer Kenner der deutschen Amateur- und Profiboxszene und
schildert exklusiv für Boxingpress Deutsch seine Eindrücke vom
bevorstehenden Kampfabend in Berlin.
Die Meinungen von Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wieder.
|