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Boxingpress-Historie:
Heute vor 86 Jahren - Jack Johnson
von Arne Leyenberg

Als sich
Jack Johnson (Foto)
und Jess Willard am 5. April 1915 in Havanna auf Kuba im Ring trafen,
hoffte fast ganz Amerika auf die Wende im Boxsport. Denn bis zu diesem
Zeitpunkt trug der schwarze Johnson den Weltmeistertitel im Schwergewicht
seit nunmehr sieben Jahren. Schier unerträglich war dies für seine weißen
Landsmänner, für das von der Sklavenzeit geprägte, rassistische Amerika.
Nichts hatte man unversucht gelassen, um den ersten schwarzen Schwergewichtsweltmeister
als einmaligen Ausrutscher in die Geschichte des Faustkampfes eingehen
zu lassen. Zunächst gestatteten die Boxfunktionäre ihm lediglich um den
"Titel der Neger" zu boxen.
Den wahren
Weltmeister Tommy Burns versuchte man vor ihm zu verstecken. Eine
Reise um die Welt begann. Burns verteidigte seinen Gürtel zunächst in
Amerika, dann in England, Irland und Paris. Sogleich flüchtete er nach
Australien, da ihm Jack Johnson nach Europa gefolgt war, ihn zu einer
Titelverteidigung gegen ihn zwingen wollte. Nach mehreren Kämpfen und
Siegen Burns war dieser schließlich nicht länger gewillt, die Flucht durch
die Kontinente fortzusetzen. Endlich stellte er sich Jack Johnson, dem
Riesen aus Galveston, der ihn prompt besiegte.
Zugleich
setzte in Amerika die Suche nach der "weißen Hoffnung" ein, die
Johnsons Sieg im Kampf um die Weltmeisterschaft, für die Presse "der
Weltuntergang der weißen Rasse", möglichst eindrucksvoll rückgängig
machen sollte. Doch der "schwarze Unhold" schlug alle Herausforderer,
überlebte einen Mordversuch und auch die verschiedensten Anschuldigungen
vor Gericht, die ihn möglichst lange hinter Gitter bringen sollten, konnten
ihn nicht besiegen.
Am 5. April
kam es schließlich zum Kampf mit Jess Willard. Der Amerikaner britischer
Abstammung war 10 Jahre jünger als sein Gegner und auserkoren die "weiße
Rasse" zu retten. Der Kampf war angesetzt auf 45 Runden. 45 Runden Freiluftveranstaltung,
45 Runden in der Hitze Kubas. Doch Johnson dominierte Willard, boxte ihn
20 Runden lang aus. Bis seine Frau im 25. Durchgang den Ring verließ und
ihm damit, wie man später annahm, das Zeichen zum Ausstieg gab. Denn der
Weltmeister ließ sich in der folgenden Runde nach einem Treffer Willards
auszählen, dabei lag er mit dem Rücken auf dem Ringboden, einen Arm angewinkelt
über den Kopf gestreckt, um seine Augen vor der tiefstehenden Sonne zu
schützen. Später gab er unumwunden zu, nur nach entsprechender Bestechungssumme
verloren zu haben. Doch das weiße Amerika hatte den Titel des Schwergewichtsweltmeisters
wieder und behielt ihn 22 Jahre lang. Bis 1937. Bis Joe
Louis kam..
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