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BP-Inside:
Boxgala in Berlin-Schöneweide
Bericht von Frank Bleydorn
Fotos von Daniel Hiller und Frank Bleydorn
Neun
Kampfpaarungen standen am Sonntagabend in Berlin im Zentrum Schöneweide
auf dem Programm. Dabei kamen der Deutsche Meister im Mittelgewicht
Ebubekir Bulut und der Internationale Deutsche Meister im Leichtgewicht
Muzaffer Tosun zu Siegen. Zum Highlight des Abends wurde
aber aus sportlicher Sicht der Fight zwischen dem Berliner Frank
Shabani und dem Rumänen Andre Ciubotaru.
Beide zeigten über sechs Runden einen packenden Kampf, den schließlich
der Hauptstädter einstimmig nach Punkten für sich entschied.
1. Kampf: Daniel Tasci vs. Martin Kempf, Cruisergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Der
18-jährige Martin Kempf (auf Foto rechts) traf in seinem
zweiten Profikampf auf Daniel Tasci. Von Beginn an versuchte der deutsche
Cruisergewichtler, seinen Gegner mit der Führhand unter Druck zu
setzen. Darüber hinaus lauerte er auf Möglichkeiten, seine Schlaghand
ins Ziel zu bringen. Doch auch Tasci schien gefährlich und sorgte
im ersten Durchgang mit linken Haken für Gefahr. In der zweiten Runde
wirkte Kempf, der in Frankfurt (Oder) trainiert, sicherer. Mit einer Linken
zum Körper brachte er den Kontrahenten in Bedrängnis. Wenig
später schickte er den Rumänen mit einem rechten Haken an die
Schläfe in den Ringstaub. Tasci wurde angezählt, stand aber
wieder auf, um den Kampf fortzuführen. Doch wenig später musste
der 22-Jährige nach einem rechten Aufwärtshaken erneut zu Boden,
so dass der an diesem Abend von Rudi Fink betreute Martin Kempf nach zwei
Minuten und 33 Sekunden als Sieger feststand.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Martin Kempf
2. Kampf: Mayala Mbungi vs. Fadil Qasem, Halbschwergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Bei
seinem Profidebüt bekam es Fadil Qasem mit dem als Berufsboxer zwar
noch sieglosen, aber dafür nicht unerfahrenen Mayala Mbungi (Foto
rechts) zu tun. Es entwickelte sich ein spannender Kampf. Der 40-jährige
Mbungi nahm die Ringmitte ein und versuchte von dort aus, mit rechten
Haken zum Körper Druck auszuüben. Zunächst brachte der
Gegner aus der Rückwärtsbewegung heraus immer wieder seinen
linken Jab und vereinzelte Schlagkombinationen ins Ziel. Doch um so länger
der Fight dauerte, um so stärke wurde Mbungi. Der gebürtig aus
dem Kongo stammende Normalausleger überbrückte ab der dritten
Runde immer häufiger die Distanz und kam mit rechten Haken und Schwingern
zum Kopf des Konkurrenten durch. Auch im Schlussdurchgang zeigte er die
bessere Kondition und brachte seinen Kontrahenten an den Rand einer Niederlage.
Die Punktrichter sahen Qasem am Ende zwar mit 2:1 Punkten vorne, der Hauptstädter
hätte sich aber auch über ein Remis nicht beklagen können.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Fadil Qasem
3. Kampf: Ioan Florin vs. Henry Weber, Supermittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Der
erst 18-jährige Henry Weber (Foto) hatte in seinem zweiten
Profikampf gegen Ioan Florin Schwerstarbeit zu verrichten. In den ersten
beiden Runden hatte der Schützling von Trainer Hartmut Schröder
Mühe, sich auf die Rechtsauslage des unorthodox agierenden Gegners
einzustellen. Mit einigen rechten Aufwärtshaken sorgte er jedoch
aus der Rückwärtsbewegung heraus für klare Treffer. Ab
dem dritten Durchgang wurde die Dominanz des Stralsunders etwas größer.
Der 31-jährige Florin, der sehr viel mit seinem Kopf arbeitete, musste
in dieser Runde zwar kurz zu Boden, wurde jedoch nach dieser Aktion nicht
angezählt. Im Schlussdurchgang wurde das Geschehen zerfahrener. Anstatt
noch einmal auf einen Lucky Punch zu lauern, beschränkte sich der
Rumäne darauf, sich über die Zeit zu retten.
Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Henry Weber
4. Kampf: Dragan Planjanin vs. Onur Ince, Weltergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Wenig
gefordert wurde der 20-jährige Onur Ince (Foto) im Ringgefecht
gegen Dragan Planjanin. Der gleichaltrige Kroate agierte sehr ängstlich
und geriet schnell unter Druck. Nachdem er an den Seilen einige linke
Haken kassiert hatte, schien der aus der Nase blutende Weltergewichtler
aus Split starke Probleme mit der Atmung zu haben. Zwar überstand
er die erste Runde, doch nach Treffern von Onur Ince im zweiten Durchgang,
war er nicht mehr in der Lage, den Kampf fortzuführen. Damit stand
der Berliner Onur Ince als technischen K.o.-Sieger in der zweiten Runde
fest.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Onur Ince
5. Kampf: Radu Darie vs. Adam Lautenschläger, Schwergewicht,
angesetzt auf vier Runden
Einen
Einstand nach Maß erlebte der Neuprofi Adam Lautenschläger
(Foto). Der 21-jährige Schwergewichtler schien bei seinem
ersten Einsatz als Berufsboxer gegen Radu Darie zwar zunächst noch
etwas nervös zu sein, doch das legte sich schnell. Nach einem rechten
Aufwärtshaken wirkte sein 33-jähriger Gegner angeschlagen. Lautenschläger,
der in der Ringecke von Sauerland-Assistenz-Coach Georg Bramowski betreut
wurde, erkannte die Situation und setzte an den Ringseilen nach. Dabei
brachte er eine Vielzahl von harten rechten Haken zum Kopf des rumänischen
Gegners ins Ziel. Der angeschlagen wirkende Darie sah sich daraufhin nicht
mehr in der Lage, dem Druck standzuhalten und signalisierte nach einer
Minute und 24 Sekunden der ersten Runde die Aufgabe.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Adam Lautenschläger
6. Kampf: Andre Ciubotaru vs. Frank Shabani, Superleichtgewicht,
angesetzt auf sechs Runden
Den
interessantesten Kampf des Abends sahen die Zuschauer im Zentrum Schöneweide,
als Frank Shabani (Foto) zum Aufeinandertreffen gegen Andre Ciubotaru
(Rumänien) in den Ring stieg. Zwar wirkte der deutsche Superleichtgewichtler
mit seinen schnellen linken und rechten Händen druckvoller, doch
zu Beginn sorgte auch sein Konkurrent mit der rechten Schlaghand mehrmals
für gefährliche Aktionen. In der zweiten Runde glänzte
Shabani mit einem harten linken Haken zum Körper, doch sein Kontrahent
hielt sich auf den Beinen. Ab dem dritten Durchgang setzte der Kämpfer
aus Berlin vermehrt auf seine linke Führhand und bestimmte dadurch
das Geschehen im Ring. Dies sollte sich auszahlen, denn nach einem Volltreffer
mit der Linken wurde sein 20-jähriger Gegner angezählt. In der
Folge kam Frank Shabani mehrfach zu harten Treffern. Doch auch sein Gegner
steckte nicht auf und zeigte eine starke kämpferische Leistung. Um
das Blatt zu wenden, reichte das jedoch nicht. Somit lag der 25-jährige
Shabani am Ende verdient nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Frank Shabani
7. Kampf: Florin Oanea vs. Wassim Khalil, Mittelgewicht, angesetzt
auf vier Runden
Gegen
den immer wieder nach vorne stürmenden Florin Oanea hatte es der
26-jährige Wassim Khalil (Foto) schwer, seinen Rhythmus
zu finden. Der Rumäne erkämpfte sich mit seinen rechten Haken
leichte Vorteile. In der zweiten Runde wurde der Fight abwechslungsreicher.
Khalil brachte einen rechten Aufwärtshaken ins Ziel und konterte
zeitweise gefährlich, Oanea sorgte mit seinen rechten Händen
zum Kopf des Berliners ebenfalls für Gefahr. Nachdem auch der dritte
Durchgang recht ausgeglichen verlief, mobilisierte der Rumäne in
der letzten Runde noch einmal alle Kräfte, um sich einen Erfolg zu
sichern. Aus Sicht der Punktrichter lag er jedoch am Ende nicht vorne,
sie werteten mit einer "Split Decision" zu Gunsten von Wassim
Khalil.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Wassim Khalil
8. Kampf: Edin Kavara vs. Muzaffer Tosun, Leichtgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Der
20-jährige Edin Kavara hatte dem Internationalen Deutschen Meister
im Leichtgewicht Muzaffer Tosun (Foto) nur wenig entgegenzusetzen.
Auch wenn in diesem Kampf kein Titel zur Disposition stand, schien der
Berliner sehr motiviert und drängte seinen Gegner nach nur kurzer
Zeit an die Seile zurück, um ihn dort mit linken Haken zum Körper
zu attackieren. Kurz danach fand auch eine Links-rechts-Kombination des
31-Jährigen das gewünschte Ziel. Nachdem sein kroatischer Gegner
dann auch noch einen harten Leberhaken kassierte, war der Kampf vorbei.
Ringrichter Herbert Urich zählte den am Boden liegenden Kavara nach
nur zwei Minuten und drei Sekunden aus.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der ersten Runde Muzaffer Tosun
9. Kampf: Zoran Cvek vs. Ebubekir Bulut, Mittelgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Für
den Deutschen Meister im Mittelgewicht Ebubekir Bulut (Foto) sollte
der Kampf gegen Zoran Cvek eigentlich nur ein Formtest werden. Denn im
Juni will der 24-Jährige gegen den Koblenzer Roman Aramian auch noch
den Titel des Internationalen Deutschen Meisters erkämpfen. Doch
der Fight am Sonntag lief zunächst alles andere als planmäßig.
Denn in der ersten Runde wurde Bulut von einem fulminanten linken Haken
des Gegners am Kopf erwischt und ging zu Boden. Der in Berlin lebende
Boxer, der kurz darauf auch einen Niederschlag für sich verbuchte,
brauchte trotzdem in der Folge einige Zeit, um sich von der Schrecksekunde
zu erholen. Zwar war er dabei mit den wesentlich besseren technischen
Anlagen ausgestattet, doch sein Konkurrent, der unentwegt die Offensive
suchte, machte ihm das Leben weiter schwer. So geriet Bulut auch in der
fünften Runde unter Druck. In der Schlussphase sorgte Cvek jedoch
nicht mehr für große Gefahr, so dass die Wertung der Punktrichter
"Ebu" Bulut mit einem 2:1-Urteil umstritten vorne sah.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Ebubekir Bulut
Montag,
30. April 2007
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