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BP-Inside:
Boxen im Shopping-Center

von Uwe Betker



Wer in Deutschland zu Boxveranstaltungen geht, die nicht von einem der großen Promoter organisiert werden, muss sich manchmal an seltsame Orte begeben. So gab es am Sonntag eine Kampfsportveranstaltung im Forum des Blautal Centers, eines Einkaufszentrums in Ulm. Auf drei Ebenen sahen die Zuschauer, von denen nur die wenigsten sitzen konnten, acht Thai- und drei Profi-Box-Kämpfe. Rayong Sports, eine lokale Fitnessclub-Kette, stellte die Veranstaltung auf die Beine.


Bis auf einen waren alle Thai-Box-Kämpfe Teil eines Turniers im Mittelgewicht. Im Finale besiegte Denis Scheidmiller aus Hamburg in einem dramatischen Kampf, der sogar in die Verlängerung ging, den favorisierten Marco Pique aus Amsterdam.

Den ersten von drei Frauen-Box-Kämpfen bestritt Özlem Asiye Sahin (auf Foto rechts), die wieder einen Ausflug in die nächst höhere Gewichtsklasse, ins Junior Fliegengewicht, machte. Sie bekam es mit der unorthodox boxenden Albena Atseva (auf Foto links) zu tun. Den ersten Durchgang dominierte "Sugar" Sahin nach Belieben. Im zweiten stellte sie ihre Gegnerin in eine Ecke, ließ sie nicht mehr heraus und deckte sie mit einem Schlaghagel ein. Nach unendlich langer Zeit zeigte der Ringrichter Erbarmen und nahm die sich schon lange nicht mehr wehrende Bulgarin aus dem Kampf. Man darf auf die weitere Entwicklung von Özlem "Sugar" Sahin gespannt sein.

Im zweiten Kampf, im Junior Weltergewicht sah Kira Schürer (6-0-0) zwei Runden lang wie die sichere Siegerin aus, obwohl sie ihre linke Führhand praktisch immer als Innenhand schlägt und ihre Deckung vernachlässigt. In Runde drei und vier wurde dann aber ihre bulgarische Gegnerin Monica Penkakova (4-8-0) immer stärker und traf häufiger mit einem rechten Haken. Die Punktrichter schenkten der Deutschen dennoch den Sieg (40:36, 39:37, 39:38). Die Zuschauer beurteilten den Kampf objektiver und buhten die Siegerin aus.

Beim Kampf zwischen Rola El Halabi (auf Foto links) und Galina Gunliiska (auf Foto rechts) aus Bulgarien gab es keine Zweifel über den Ausgang. El Halabi gewann jede einzelne der zehn Runden, was auch alle Punktrichter so sahen. Damit gewann sie den vakanten Europameistertitel (Continental Titel) der WIBF im Leichtgewicht. Die Lokalmatadorin war physisch und technisch überlegen. Gleichwohl zeigte der Kampf auch, dass Rola El Halabi es nicht schaffte, ihre Überlegenheit in einen vorzeitigen Sieg umzumünzen. Der Hauptgrund hierfür dürfte sein, dass sie offensichtlich Probleme hatte, die richtige Distanz zu finden. Aber mit 22 Jahren hat sie noch Zeit, sich zu entwickeln.
Sonntag, 14. Oktober 2007


 
     

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