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Bulut gewinnt DM im Mittelgewicht
von Frank Bleydorn

Sieben
Kampfpaarungen standen am Sonntagabend in Berlin-Schöneweide auf
dem Programm. Dabei erkämpfte der Lokalmatador Ebubekir
Bulut (auf Foto oben rechts) den Titel des Deutschen
Meisters im Mittelgewicht. Vor 600 Zuschauern gewann er gegen Isidore
Janvier aus Düsseldorf über zehn Runden einstimmig
nach Punkten (99:96, 96:94 und 98:94). Zum spannendsten Fight des Abends
entwickelte sich jedoch eine Auseinandersetzung im Leichtgewicht. Diese
gewann Nico
Salzmann über acht Runden gegen Muzaffer
Tosun knapp nach Punkten.
Isidore
Janvier vs. Ebubekir
Bulut, Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht, angesetzt
auf zehn Runden
Im
Kampf um den zuvor vakanten Titel des Deutschen Meisters im Mittelgewicht
traf der Berliner Ebubekir Bulut (Foto) auf Isidore Janvier aus
Düsseldorf. Vor allem dem Lokalmatador war ein gewisses Maß
an Nervosität anzumerken. Gegen seinen 35-jährigen Kontrahenten
kam er zwar noch in der ersten Runde mit einem rechten Schwinger zum Kopf
zu einem guten Treffer, doch ab dem zweiten Durchgang hatte der zeitweilig
etwas zu eindimensional agierende Schützling von Trainer Faruk
Ünal Mühe, sich klare Vorteile zu erkämpfen. Der
von Detlef Loritz gecoachte Janvier war zwar in der Lage,
seinen Gegner nicht wie in gewohnter Art und Weise zum Zug kommen zu lassen,
insgesamt präsentierte sich der in Kamerun geborene Boxprofi jedoch
zu passiv. Lediglich seine vereinzelten Rechten zum Kopf waren gefährlich
und schüttelten Bulut in Runde vier und sechs kurz durch. Ab dem
siebten Durchgang wirkte Bulut aggressiver. Obwohl sein Kontrahent in
der Schlussphase noch einmal versuchte, das Blatt zu wenden, geriet der
Lokalmatador nicht mehr sonderlich in Gefahr und lag am Ende auf den Wertungszetteln
der Punktrichter mit 99:96, 96:94 und 98:94 vorne.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Ebubekir Bulut
Nico
Salzmann vs. Muzaffer
Tosun, Leichtgewicht, angesetzt auf acht Runden
Einen
packenden und jederzeit spannenden Kampf sahen die Zuschauer zwischen
Muzaffer Tosun und dem von Hartmut Schröder gecoachten
Nico
Salzmann (Foto). Von der ersten Sekunde an entwickelte
sich ein abwechslungsreiches Kampfgeschehen. Dabei suchte der Schützling
von Trainer Dieter Donath permanent die Vorwärtsbewegung.
Doch sein Gegner präsentierte sich sehr schnell auf den Beinen und
wich immer wieder geschickt nach links oder rechts aus, so dass ihn der
31-Jährige nur selten stellen konnte. In der zweiten Runde brachte
Salzmann eine harte Rechte zum Kopf des Gegners ins Ziel, Tosun hatte
in diesem Moment Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Auch danach
war es meistens der 23-jährige Wiking-Boxer, der variabler wirkte
und mehrfach mit seinen linken Aufwärtshaken glänzen konnte.
Im fünften Durchgang verstärkte Tosun seinen Druck. In der roten
Ecke traf dabei eine harte Rechte den Gegner am Kinn. Die folgenden Runden
verliefen ausgeglichen. Im Schlussdurchgang beschränkte sich der
insgesamt effektivere Salzmann darauf, seinen knappen Vorsprung über
die Zeit zu bringen. Zwar kam Tosun in dieser Phase mehrmals mit seiner
Rechten durch, doch das reichte nicht mehr, um dem Fight die entscheidende
Wendung zu geben. Nach acht Runden werteten die Punktrichter mit 77:76,
77:76 und 76:76 knapp, aber verdient, für Nico Salzmann.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Nico Salzmann
Weitere Kämpfe:
Im Mittelgewicht gewann Marcen
Gierke gegen den Stuttgarter Neuprofi Anthony
Ukeh überraschend knapp nach Punkten. Der 22-jährige
Berliner lag nach sechs Runden schmeichelhaft mit 59:55, 60:55 und 58:58
vorne. Weitaus weniger Probleme hatte in der gleichen Gewichtsklasse der
Hauptstädter Wassim
Khalil. Der 25-Jährige verbuchte nach zwei Minuten und
19 Sekunden einen TKO-Erfolg gegen Nedmedin
"Rambo" Murseli (Stuttgart). Im Superweltergewicht
präsentierte sich der erst 19-jährige Dominik
Britsch aus Neckarsulm mit einer starken Leistung. Der von
Erfolgscoach Ulli Wegner betreute Kämpfer zeigte
bei seinem einstimmigen Punktsieg gegen Etienne
Eyebe (Berlin) zahlreiche Schlagkombinationen und ein hohes
Maß an Schnelligkeit. Dem stand auch sein Teamgefährte Frank
Shabani in nichts nach. Der 24-jährige Superleichtgewichtler
übte gegen den technisch sehr versierten Niederländer Hassan
Ait Bassou (26) über die komplette Distanz von vier
Runden sehr viel Druck aus und sicherte sich mit schnellen Schlagkombinationen
einen klaren Punktsieg. Der erst 19-jährige und zuvor hoch eingeschätzte
Onur
Ince (Berlin) musste sich bei seinem Profidebüt gegen
Moez
ben Brahim El Quardi (27) im Weltergewicht überraschend
mit einem Unentschieden zufrieden geben.
Dienstag,
14. November 2006
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