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BP-Inside:
Diego Corrales - R.I.P.
Bericht von Patrick Haas
Zwei
Jahre auf den Tag genau nach seiner legendären Ringschlacht mit Jose
Luis Castillo, ist der ehemalige Weltmeister im Superfeder-
und Leichtgewicht Diego
Corrales bei einem Motorradunfall tödlich verunglückt.
Corrales hatte die Kontrolle über seine neue Maschine verloren, nachdem
er Montagnacht in Las Vegas bei hoher Geschwindigkeit ein Auto rammte.
Corrales, 29, war einer der härtesten und beliebtesten Kämpfer
seiner Generation. Nie ging er einem Kampf aus dem Weg und so findet man
klangvolle Namen in seinem Kampfrekord wie Derrick
Gainer, Floyd
Mayweather, Acelino
Freitas oder Joel
Casamayor. Doch mit einem Namen wird die Karriere von „Chico“
für alle Ewigkeit verbunden bleiben, mit Jose Luis Castillo. Am 7.
Mai 2005 war es Corrales, angeschlagen und gezeichnet, der nach zwei Niederschlägen
in der zehnten Runde zurückkam, um einen KO-Sieg in der gleichen
Runde zu erzielen. Unter Experten und Fans gleichermaßen gilt die
epische Ringschlacht schon heute als Klassiker und einer der besten Fights
aller Zeiten. Für alle Ewigkeit wird Corrales durch diesen Kampf
in Erinnerung bleiben.
Es
sollte der letzte große Sieg in der elf Jahre andauernden Karriere
von Diego Corrales (Foto) bleiben. Begonnen hatte alles mit einem
kleinen Jungen, der zu gern die Fäuste schwang. Im Boxen fand Corrales
seinen Ausweg und schnell machte er sich mit spektakulären KO-Siegen
einen Namen. Der erste große Erfolg kam gegen den ungeschlagenen
Australier Gary
St. Clair, den Corrales in einem IBF-Ausscheidungskampf nach
Punkten besiegen konnte. Einige Monate später holte sich Corrales
den IBF-Weltmeistertitel im Superfedergewicht durch einen KO-Sieg in der
siebten Runde über den ebenfalls ungeschlagenen Roberto
Garcia. Er machte drei erfolgreiche Titelverteidigungen,
u.a. gegen Derrick Gainer, bevor er seinen IBF-Titel niederlegte, um gegen
WBC-Weltmeister „Pretty Boy“ Floyd Mayweather anzutreten.
In vielerlei Hinsicht war der Kampf ein Spiegelbild des Kämpfers
Diego Corrales. Nie einer Herausforderung aus dem Weg gehen, kämpfen
bis zum Umfallen, seine Grenzen austesten. In diesem Fall war Mayweather
eine Nummer zu groß. Nach fünf Niederschlägen hatte seine
Ecke ein Einsehen und warf das Handtuch. Von sich aus hätte Corrales
wahrscheinlich niemals aufgegeben, doch seine erste Niederlage war besiegelt.
Kurz nach dem Kampf wurde Corrales wegen häuslicher Gewalt an seiner
schwangeren ersten Ehefrau, Maria Corrales, zu einer
zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Nach einem Jahr wurde Corrales
wegen guter Führung auf Bewährung entlassen. Nach zwei Jahren
Pause kehrte er in den Ring zurück.
Corrales verschwendete keine Zeit, und nach einer kurzen Aufbauphase stellte
er sich dem kubanischen Olympiasieger Joel Casamayor. Eine stark blutende
Cutverletzung an der Lippe des Kaliforniers führte zu einem unbefriedigenden
Ende eines dramatischen Kampfes mit mehreren Niederschlägen. So kam
es wenige Monate später zum Rückkampf um den vakanten WBO-Superfedergewichtsgürtel.
Diesmal konnte sich Corrales nach Punkten durchsetzen und damit erfolgreich
Revanche nehmen.
Es folgte eine Auseinandersetzung mit dem ungeschlagenen WBO-Leichtgewichtsweltmeister
Acelino Freitas. Nach Startschwierigkeiten gelang es Corrales, den Kampf
zu drehen. Nach dem dritten Niederschlag hatte Freitas genug und gab entnervt
auf. Es war ein kleines Comeback im Vergleich zum darauffolgenden ersten
Kampf mit Jose Luis Castillo.
Der KO-Sieg in der zehnten Runde wurde zu einem der größten
Comebacks der Sportgeschichte und auch privat hatte Corrales sein Glück
gefunden. Wenige Monate nach dem Kampf brachte seine zweite Ehefrau Michelle
ihren gemeinsamen Sohn zur Welt. „Chico“, was soviel bedeutet
wie "kleiner Junge", war endgültig am Höhepunkt angekommen.
Es sollte der letzte große sportliche Erfolg für Corrales bleiben,
der anschließend in Rückkämpfen Jose Luis Castillo und
Joel Casamayor unterlag. Einen Monat nach der Niederlage gegen Joshua
Clottey fand sein Leben am 7. Mai 2007 schließlich
ein jähes Ende. So bekam Corrales auch keine Chance mehr, sich mit
seiner schwangeren Frau Michelle auszusöhnen, von der er seit einigen
Monaten getrennt lebte. Diego Corrales, der mit einem Kampfrekord von
40-5 (33 KOs) von der großen Bühne des Lebens abtritt, hinterlässt
seine Frau Michelle, vier Kinder und eine Stieftochter.
Corrales lebte wie er boxte, furchtlos. Ruhe in Frieden, kleiner Junge.
Das BoxingPress-Team spricht den Angehörigen und Freunden von Diego
Corrales sein tiefes Beileid aus.
Montag,
30. April 2007
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