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BP-Inside:
Frauenboxen in Deutschland
Bericht und Fotos von Uwe Betker
Vier Wochen nach seiner letzten Show veranstaltete Jürgen
Lutz, der Entdecker von Regina Halmich, am 1.
September erneut eine reine Frauenboxshow in Karlsruhe. Wieder war es
eine Freiluftveranstaltung. Wieder waren die meisten Kämpfe nur Sparringskämpfe,
und es moderierte auch wieder Regina Halmich. Die Zuschauer auf dem Europaplatz
sahen vier reguläre Kämpfe, in denen deutsche gegen französische
Boxerinnen antraten. Zum Teil konnte man aber über deren Ausgang
nur staunen.
Pia Mazelanik (4-2-1) bekam es im Super Fliegengewicht
mit Loret Ikufu zu tun. Die kleinere Ikufu war die aktivere
Boxerin und setzte ihre Gegnerin von Anfang an unter Druck. Mazelanik
ihrerseits fand erst spät in den Kampf, konnte dann aber die härteren
Treffer setzen. Sie wurde nach vier Runden zur Siegerin nach Punkten erklärt.
Ein Unentschieden wäre wohl angemessener gewesen.
Ähnlich
verlief auch das Aufeinandertreffen von Stefanie Penkwitt
(12-1-0, Foto) und Lucy Mairot (Foto). Penkwitt
war ihrer Gegnerin boxerisch überlegen. Aber die Willensstärke
der Fliegengewichtlerin aus Frankreich bereitete ihr Schwierigkeiten.
Sie konnte zwar die härteren Treffer erzielen, war aber zu passiv
und blieb zu häufig stehen. Dadurch geriet sie des öfteren in
Schwierigkeiten. Auch ihr wurde nach vier Runden der Sieg zuerkannt, was
von den Zuschauern mit Pfiffen quittiert wurde. Ein Unentschieden wäre
auch hier dem Kampfverlauf angemessen gewesen.
Geradezu grotesk war aber das Unentschieden, das man Lena Ersahin
(2-1-0, auf Foto ganz oben rechts) zuschusterte. Die
Federgewichtlerin war in allen Belangen der sehr viel größeren
Keninde Obarek (auf Foto ganz oben links) unterlegen.
Immer wieder ging sie in ihre Gegnerin rein, um sich dort Prügel
abzuholen. Am Ende des Kampfes, nach vier Runden, sah sie mit ihrer anschwellenden
Beule auf der Stirn, ihren Veilchen, Rötungen und Schwellungen auf
den Jochbeinen ziemlich zerbeult auf.
Der
einzige Kampf, dessen Ausgang keinen Anlass zur Kritik bot, war der zwischen
Özlem Asiye Sahin (1-0-0, auf Foto rechts)
und Elsa Capell (auf Foto links). Die eigentlich
im Minimum- und Junior-Fliegengewicht boxende Sahin ging eine Gewichtsklasse
höher, um es mit der sehr viel größeren Capell aufzunehmen.
Sahin diktierte von Anfang an den Kampf und zeigte die boxerischen Schwächen
ihrer Gegnerin auf. In der zweiten und der dritten Runde schlug sie jeweils
ihre Kontrahentin an, konnte aber die harte und sehr willensstarke Frau
nicht zu Boden schicken. Man darf auf die weitere sportliche Entwicklung
von Sahin gespannt sein. Soweit man es zu einem so frühen Stadium
beurteilen kann, ist Sahin eines der größten Talente im Frauenboxen
in Deutschland.
Freitag,
07. August 2007
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