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Interview mit Vivian Harris

Von Patrick Haas



Am Samstag wird Vivian Harris (Foto oben, BP-Nr. 7) aus Guyana zum zweiten Mal seinen WM-Titel verteidigen. In der Berliner Max-Schmeling-Halle wird Harris auf Lokalmatador Oktay Urkal (BP-Nr. 6) treffen. BoxingPress nutzte die Gelegenheit zu einem exklusiven Interview mit dem 25-jährigen WBA-Weltmeister.

BP:
Erzähle unseren deutschen Lesern etwas über die Person Vivian Harris. Wann hast du mit dem Boxen angefangen ?

Harris: Ich bin mit 14 Jahren nach Amerika gekommen. Dort fing ich eigentlich erst richtig mit dem Boxen an. Auf Guyana habe ich meinem Vater und Bruder oft zugesehen, aber es war damals mehr ein Hobby. Es begann dann alles mit einer Herausforderung in der Highschool. Ich besiegte einen Jungen, der bereits einige Boxerfahrung hatte, in einem regulären Boxkampf. An diesem Tag begann sozusagen meine Boxkarriere.

BP: Es gibt heutzutage nicht viele Boxer, die ihren Titel in aller Welt verteidigen wie früher Muhammad Ali. Ist Vivian Harris ein „Welt“meister, der diesen Namen auch verdient?

Harris: Definitiv. Ich bin bereit, meinen Titel auf der ganzen Welt zu verteidigen. Viele Boxer haben Angst vor korrupten Punktrichtern oder schlechter Behandlung im Ausland, aber ich kann mich davon nicht beeinflussen lassen. Ich mache es mir dort bequem, wo ich kämpfe. Zur Zeit ist dies Berlin und ich wurde hier gut aufgenommen.

BP: Der erste Kampf musste wegen einer Verletzung an deiner rechten Hand verschoben werden. Ist die Verletzung ausgeheilt?

Harris: Meine rechte Hand ist 100 % ausgeheilt und auch sonst verlief das Traininglager optimal. Ich bin top vorbereitet. Die Fans werden einen guten Kampf und eine gute Show sehen.

BP: Kannst du uns etwas über die Taktik für Samstag verraten? Viele ausländische Boxer erzählen wahre Horrorgeschichten über Deutschland. Beeinflusst das einen Kämpfer?

Harris: Ich kann nicht viel über meine Taktik verraten, aber meine Größe, Reichweite und meine Schlagkraft in beiden Fäusten werden immer eine Rolle spielen. Ich werde gewinnen. Ich plane keinen KO, sehe auch nicht die Notwendigkeit dazu, aber so oder so werde ich den Ring am Samstag als Sieger verlassen.

BP: Viele Fans sehen den regulären WBA-Titel oder auch den WBO-Titel nicht als "wahre" WM-Titel an. Wie ist deine Einstellung und wie ist deine Meinung zum "wahren" Weltmeister Kostya Tszyu (BP-Nr. 1)?

Harris: Die Pflichtverteidigung mit Kostya Tszyu ist fällig, aber er möchte den Kampf nicht, also werde ich andere Herausforderungen suchen. Viele Fans verstehen nicht, was es für einen Boxer bedeutet Weltmeister zu sein. Trotzdem versucht man sich immer weiter zu verbessern, aber dieser WBA-Gürtel ist momentan das Wichtigste. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt dem schweren Kampf am Samstag. Oktay Urkal ist ein starker Gegner und ich möchte eigentlich auch nicht über andere Gegner sprechen.

BP:
Über einen Namen müssen wir doch sprechen. Ray Oliveira.

Harris: Die Punktniederlage gegen Ray Oliveira war einen wertvolle Lektion. Er hat mich fair besiegt. Ich habe an diesem Abend viel gelernt. Er hat mir gezeigt, dass ich noch härter trainieren muss, deswegen bin ich heute Weltmeister. Ich quäle mich in jedem Training, um an der Spitze zu bleiben. Man darf keinen Gegner unterschätzen. Zusätzlich habe ich viele Videos von alten Größen studiert.

BP: Du hast im letzten Jahr nur einen Kampf bestritten. Man hörte von Problemen mit deinem Promoter Main Events.

Harris: Main Events hat sich mehr um andere Kämpfer gekümmert. Sie haben mir als Weltmeister nicht den nötigen Respekt entgegengebracht. Ich habe diesen Konflikt hinter mir gelassen und freue mich, endlich wieder im Ring zu stehen.

BP: BoxingPress bedankt sich für das Gespräch und wünscht viel Glück am Samstag.

Harris: Ich bedanke mich.



 
     

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