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Interview mit Marco Huck

Von Frank Bleydorn



Am kommenden Samstag wird Marco Huck (Foto oben) im ICC Berlin gegen den Kölner Rüdiger May (30) in den Ring steigen. Die besondere Brisanz des Aufeinandertreffens liegt darin, dass beide Athleten beim gleichen Manager, nämlich Wilfried Sauerland, unter Vertrag stehen. Für den 20-jährigen Schützling von Erfolgstrainer Ulli Wegner ist es wohl die bislang größte Bewährungsprobe seiner noch jungen Profilaufbahn. Vor dem auf zehn Runden angesetzten Aufeinandertreffen stellte sich Cruisergewichtler Marco Huck den Fragen von BoxingPress.

BoxingPress: Herr Huck, Ihr Kampf am 3. September ist auf zehn Runden angesetzt. Ihre bisherigen Ringgefechte dauerten nie länger als vier Runden. Hätten Sie überhaupt die nötige Kraft für die komplette Distanz?

Marco Huck: Natürlich will ich auch gegen Rüdiger May zeigen, wer der Chef im Ring ist. Ich habe Respekt vor ihm und werde ihn deshalb nicht unterschätzen. Immerhin kämpfte er schon um die Europa- und Weltmeisterschaft. Darum hat mich Coach Ulli Wegner im Training auf längere Distanzen eingestellt. Zunächst fiel mir das schwer, da waren die Arme nach dem Training manchmal ziemlich schwer. Doch ich wurde von Sparring zu Sparring besser. Darüber hinaus habe ich mich im taktischen Bereich enorm entwickelt.

BoxingPress: Mit Rüdiger May bekommen Sie es mit einem Gegner zu tun, der im gleichen Team boxt, wie Sie es tun. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Marco Huck: Ganz ehrlich, ich finde Rüdiger May ist wirklich ein sehr netter Zeitgenosse. Aber im Ring geht es darum, zu gewinnen. Da muss ich sehen, dass ich den Kampf für mich entscheide. Im Profiboxsport kann man da keine Rücksicht nehmen. Außerdem ist der Kampf eine gute Chance, um einen großen Sprung nach vorne zu machen.

BoxingPress: Einige Kenner der Boxszene vermuten, Rüdiger May wird gegen Sie seine ganze Routine ausspielen und immer wieder versuchen, Ihre Angriffsaktionen zu unterbinden…

Marco Huck: Rüdiger May hat Arme, die sind so lang wie meine Beine. Er wird versuchen, mich auf Distanz zu halten. Ich bin auf jeden Fall darauf eingestellt, dass es ein Kampf mit Haken und Ösen werden kann. Aus meiner Sicht kann Rüdiger probieren, was er will. Ich werde darauf im Ring die richtige Antwort geben. Ich bin auf zehn Runden eingestellt und zufrieden, wenn es ein Punktsieg werden sollte. Sollte ich ihn schneller bezwingen können, ist das um so besser.

BoxingPress: Falls Sie am Samstag den Ring als Sieger verlassen sollten, wie geht es dann weiter?

Marco Huck: Erst einmal darf man nicht vergessen, dass ich ja erst seit November letzten Jahres Profi bin. Sofern ich am Samstag siege, ist das auch ein Anzeichen dafür, dass ich von der Psyche her einen großen Sprung nach vorne gemacht habe. Was darüber hinaus an weiteren Aufgaben ansteht, darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.

BoxingPress: Wir bedanken uns bei Ihnen für das Interview und wünschen alles Gute für die Zukunft!
Donnerstag, 01. September 2005


 
     

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