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Jangubaev besiegt Uzunkaya

Vor-Ort-Bericht von Frank Bleydorn


Für eine Überraschung sorgte am Sonntag in Berlin der in Karlsruhe lebende Zaur Jangubaev. Im Kampf um die zuvor vakante Internationale Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht bezwang der 24-Jährige seinen Kontrahenten Ibrahim Uzunkaya (auf Foto oben links) durch TKO. Vor 500 Zuschauern schickte der Schützling von Trainer Michael Siegel seinen Gegner in der dritten Runde zunächst mit einer krachenden Rechten zu Boden. Jangubaev setzte mit harten Treffern nach, so dass Ringrichter Andreas Schweiger den Fight nach zwei Minuten und 19 Sekunden des Durchgangs vorzeitig beendete.

Insgesamt standen bei der Boxgala in Berlin-Schöneweide elf Kampfpaarungen auf dem Programm.

1. Kampf: Vladimir Fecko vs. Sorap Karojan, Superweltergewicht, angesetzt auf vier Runden

Sorap "Vitali" Karojan wirkte im Aufeinandertreffen gegen den Tschechen
Vladimir Fecko in der Anfangsphase mit seinen Links-rechts-Kombinationen aggressiver. Im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt ein wenig und der an Reichweite überlegene Athlet aus Ústí nad Labem kam mit seiner rechten Führhand zu Treffern. In der dritten Runde nutzte Karojan jedoch eine Unachtsamkeit im Deckungsverhalten des 23-Jährigen mit einem rechten Schwinger effektiv aus und brachte Fecko in starke Bedrängnis. Nur wenig später schickte der 21-Jährige den Tschechen zu Boden. Eine Verwarnung von Ringrichter Joachim Jacobsen wegen Haltens gegen Karojan sorgte jedoch für einen Punktabzug. So schien der Ausgang des Ringgefechtes weiterhin offen. Rechtsausleger Fecko glänzte in der Schlussphase mit seiner Führhand und linken Haken zum Körper. Sein gebürtig aus Armenien stammender Konkurrent hielt mit Konteraktionen zum Kopf effektiv dagegen. Die Wertung der Punktrichter sah Sorap Karojan letztendlich glücklich mit 39:36, 38:36 und 37:37 vorne.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Sorap Karojan


2. Kampf: Enad Licina vs. Bruce Özbek, Halbschwergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Eine beeindruckende Vorstellung gegen den mit 41 Jahren offensichtlich völlig überforderten Bruce Özbek bot der 26-jährige
Enad Licina. Von der ersten Sekunde an attackierte der in Frankfurt am Main lebende Athlet seinen Kontrahenten mit schnellen Händen und harten Schlagkombinationen. Özbek, der die meisten der auf ihn einstürmenden Aktionen seines Gegners gar nicht zu sehen schien, ging schließlich nach einer rechten Geraden zu Boden. Der bei diesem Kampf von Georg Bramowski gecoachte Licina setzte mit harten Treffern nach, bis Ringrichter Andreas Schweiger einschritt und das ungleiche Duell nach nur zwei Minuten und 58 Sekunden vorzeitig beendete.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Enad Licina


3. Kampf: Miroslav Vymislicky vs. Burhan Aykut, Mittelgewicht, angesetzt auf vier Runden


Der Berliner
Burhan Aykut erwischte gegen Miroslav Vymislicky aus Tschechien einen guten Auftakt. Der 23-Jährige präsentierte sich zu Beginn mit linken Haken und rechten Geraden zum Kopf des Gegners deutlich überlegen. Doch ab der zweiten Runde schien er das hohe Anfangstempo nicht mehr halten zu können. Das Aufeinandertreffen wurde dadurch zerfahrener. Zudem kam Vymislicky ab dem dritten Durchgang häufiger mit seiner Rechten durch. Doch nach einer Verwarnung wegen Haltens und gleichzeitigem Schlagens geriet der Tscheche endgültig auf die Verliererstraße. In Runde vier rüttelten ihn dann auch noch mehrere rechte Geraden zum Kopf kräftig durch, so dass Aykut am Ende klar nach Punkten vorne lag.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Burhan Aykut


4. Kampf: Dennis Rosendahl vs. Tim Kerger, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden

Zu seinem zweiten Erfolg im zweiten Profifight kam der Berliner
Dennis Rosendahl. Der von Detlef Kumm trainierte Cruisergewichtler begann aggressiv. Zudem war er seinem Gegner Tim Kerger an Reichweite und Physis deutlich überlegen. Im zweiten Durchgang schickte Rosendahl den neun Kilogramm leichteren Profidebütanten erstmals in den Ringstaub. Nach weiteren Treffern des 26-Jährigen fand sich Kerger erneut auf dem Boden des Seilgevierts wieder. Daraufhin brach der Ringrichter das Aufeinandertreffen nach zwei Minuten und 29 Sekunden ab.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Dennis Rosendahl


5. Kampf: Martin Stencky vs. Fatih Yildiz, Schwergewicht, angesetzt auf vier Runden

Wenig Mühe hatte der 33-jährige
Fatih Yildiz im Fight gegen den Tschechen Martin Stencky. Der im türkischen Bafra geborene Kämpfer agierte von Beginn an in der Vorwärtsbewegung und drängte seinen Kontrahenten mit der linken Führhand zurück. Mit einer Rechten zum Kopf schickte der Schützling von Trainer Manfred Gebauer den 1976 geborenen Gegner noch im ersten Durchgang zu Boden. Ein linker Haken auf den Körper beförderte Stencky in der zweiten Runde erneut in den Ringstaub. Nach zwei weiteren Niederschlägen durch Yildiz beendete der Ringrichter den Kampf nach zwei Minuten und 39 Sekunden vorzeitig zu Gunsten des in Frankfurt am Main lebenden Schwergewichtlers.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Fatih Yildiz


6. Kampf: Mayala Mbungi vs. Christopher Rieke, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden

Für den erst 17-jährigen Christopher Rieke verlief sein Profidebüt nicht gerade nach Maß. Zwar schien der Athlet aus Berlin gegen Mayala Mbungi zunächst aktiver, doch dem jungen Schützling von Trainer Werner Papke fehlte es deutlich an Schlaghärte. Da auch sein Kontrahent im ersten Durchgang nicht besonders aktiv war, bat Ringrichter Joachim Jacobsen beide Athleten in die Mitte des Seilgevierts und ermahnte sie zu mehr Aktivität. Zunächst setzte Rieke die Vorgaben des Referees besser um und attackierte seinen Gegner mit Links-rechts-Kombinationen. Doch der bisher als Berufsboxer sieglose Mbungi merkte schnell, dass den Aktionen des Kontrahenten die Durchschlagskraft fehlte und wurde mutiger. So verbuchte der 39-Jährige in der dritten Runde mit seiner Rechten zum Kopf und auf den Körper einige Treffer. Im Schlussdurchgang sorgte ein linker Schwinger Mbungis noch einmal für Gefahr. Nach vier Runden hatten zwei Punktrichter ein Unentschieden gesehen, so dass die dritte Wertung zu Gunsten von Rieke nicht mehr ins Gewicht fiel.

Offizielles Urteil: Unentschieden


7. Kampf: Pavel Siska vs. Pedro Carrion, Schwergewicht, angesetzt auf vier Runden

Einen echten Blitzsieg fuhr der gebürtig aus Kuba stammende Schwergewichtler
Pedro Carrion, in seinem ersten Profikampf gegen den 28-jährigen Pavel Siska ein. Mit einer Rechten ans Kinn knockte der von Hartmut Schröder trainierte Athlet seinen tschechischen Gegner nach nur 35 Sekunden der ersten Runde aus.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der ersten Runde Pedro Carrion


8. Kampf: Stanislav Cermak vs. Ebubekir Bulut, Mittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Ebubekir Bulut diktierte das Geschehen im Ring gegen Stanislav Cermak schon in der Anfangsphase. Der 23-Jährige drängte seinen Kontrahenten mit der linken Führhand und schnellen Schlagkombinationen immer wieder zurück. Gegen den 29-jährigen Cermak präsentierte sich der in Berlin lebende Athlet in allen Belangen überlegen. Die deutliche Dominanz trug in der dritten Runde Früchte: Nach harten Treffern brach Ringrichter Andreas Schweiger das Aufeinandertreffen nach einer Minute und 44 Sekunden zu Gunsten des Papke-Schützlings ab. Bulut feierte damit den neunten Erfolg im zehnten Profifight.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der dritten Runde Ebubekir Bulut


9. Kampf: Josef Holub vs. Nico Salzmann, Leichtgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Das Aufeinandertreffen zwischen
Nico Salzmann und dem Tschechen Josef Holub bot zahlreiche Höhepunkte. Zunächst war es dabei der in Berlin lebende Athlet, der von der Ringmitte aus mit schnellen Aktionen Druck ausübte und zu Treffern kam. Doch sein 23-jähriger Kontrahent aus Teplice versuchte mit Überraschungsangriffen und Einzelattacken immer wieder dagegen zu halten. So entwickelte sich ein interessanter Fight, in dem Salzmann seinen Gegner mehrfach an den Ringseilen stellte, um ihn dort mit linken und rechten Haken zu zermürben. Doch Holub zeigte viel Mut und Nehmerqualitäten, so dass es bis zum Schlussdurchgang spannend blieb. Der Tscheche verstand es jedoch nicht, dem Fight in den letzten drei Minuten noch eine Wendung zu geben. Salzmann verbuchte mit seinen Angriffen an den Ringseilen erneut die gefährlicheren Aktionen, ein vorzeitiger Erfolg blieb dem 22-Jährigen jedoch verwehrt.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Nico Salzmann


10. Kampf: Oleg Belikov vs. Andreas Sidon, Schwergewicht, angesetzt auf zehn Runden

Die Kampfpaarung zwischen
Oleg Belikov und dem Deutschen Meister Andreas Sidon (Fernwald) begann recht verhalten. Der Schwergewichtler aus der Ukraine kam zwar im ersten Durchgang zweimal mit seiner Rechten zum Kopf durch, doch den Aktionen des 35-Jährigen fehlte die Schlaghärte. So nahm der acht Jahre ältere Sidon das Geschehen in die Hand und schickte seinen Konkurrenten noch in der ersten Runde mit einem rechten Aufwärtshaken zu Boden. In Durchgang zwei wuchs die Überlegenheit des Deutschen weiter an. Ein rechter Haken auf den Körper beförderte Belikov erneut in den Ringstaub und sorgte somit nach einer Minute und 53 Sekunden für den KO-Sieg des Deutschen Meisters.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der zweiten Runde Andreas Sidon


11. Kampf: Zaur Jangubaev vs. Ibrahim Uzunkaya, Internationale Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht, angesetzt auf zehn Runden

Höhepunkt der Boxgala in Berlin-Schöneweide war der Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Dabei ging
Ibrahim Uzunkaya als Favorit in das Aufeinandertreffen. Doch gegen den in Grosny (Tschetschenien) geborenen Zaur Jangubaev vermochte der 31-jährige Lokalmatador nur in der Anfangsphase zu glänzen. Ab dem zweiten Durchgang schien der von Michael Siegel trainierte Jangubaev mit seiner linken Führhand aktiver. Trotzdem sorgte sein in Berlin lebender Konkurrent mit einer Linken zum Kopf noch einmal für eine gefährliche Situation. In der dritten Runde war Jangubaev allerdings nicht mehr zu halten. Der 24-Jährige attackierte seinen Gegner mit schnellen Händen, so dass sich nach einem linken Haken ein Cut am rechten Auge seines Kontrahenten öffnete. Wenig später schickte der in Karlsruhe lebende Athlet seinen Widersacher dann mit einer krachenden Rechten an den Kopf zu Boden. Der schwer getroffene Uzunkaya wurde angezählt, konnte den Kampf aber noch einmal aufnehmen. Als Jangubaev ihn dann aber erneut mit harten Treffern in stärkste Bedrängnis brachte, schritt Ringrichter Andreas Schweiger zurecht ein und beendete das Aufeinandertreffen nach zwei Minuten und 19 Sekunden.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der dritten Runde Zaur Jangubaev


Sonntag, 26. Februar 2006


 
     

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