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Boxen in der Bruno-Gehrke-Halle
Vor-Ort-Bericht
von Frank Bleydorn
Bilder von M. Kurt Saygin

Sechs Kampfpaarungen, jeweils auf die Distanz von vier Runden angesetzt,
standen am Freitagabend in der Bruno-Gehrke-Halle in Berlin-Spandau auf
dem Programm. Vor 300 Zuschauern musste sich dabei keiner der Lokalmatadoren
geschlagen geben.
1. Kampf - Rintaro
Yamaguchi vs. Tim Ruchholz, Superleichtgewicht, angesetzt auf vier
Runden
Sein
Deutschlanddebüt als Berufsboxer gab der Rechtsausleger Rintaro
Yamaguchi (auf Foto rechts). Gegen Tim
Ruchholz (auf Foto links) agierte der Japaner zunächst
mit schnellen Rechts-Links-Kombinationen zum Kopf des Berliners und erkämpfte
sich Vorteile. Ende des ersten Durchgangs hatte sich der Deutsche allerdings
ein bisschen besser auf die Auslage seines Kontrahenten eingestellt und
kam mit der Rechten zu guten Treffern. Doch auch in der Folge überzeugte
Yamaguchi mit seiner Schnelligkeit. Der Lokalmatador hielt mit einer sauberen
Links-Rechts-Kombination dagegen. In der dritten Runde agierte Tim Ruchholz
aggressiver. Ein rechter Konter des Japaners schüttelte den deutschen
Superleichtgewichtler allerdings ganz schön durch. Auch in der Schlussphase
blieb das Ringgefecht abwechslungsreich. Rintaro Yamaguchi versuchte noch
einmal mit seinen schnellen Hände zu glänzen, während sein
Kontrahent in seinen Aktionen etwas genauer wirkte. Am Ende sah Jürgen
Langos, der als Ring- und alleiniger Punktrichter fungierte, Tim Ruchholz
knapp nach Punkten vorne. Das Urteil dürfte beim unterlegenen Rechtsausleger
aus Japan allerdings nicht auf Zustimmung gestoßen sein.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Tim Ruchholz
2. Kampf – Martins Kukuls vs. Arthur
Nowak, Weltergewicht, angesetzt auf vier Runden
Eine
starke Vorstellung zeigte der Lette Martins Kukuls (auf Foto
links) bei seinem Profidebüt. Zwar versuchte sein Gegner Arthur
Nowak (auf Foto rechts) von Beginn an, das Geschehen mit
seiner linken Führhand zu bestimmen, doch sein 1,75 Meter großer
Kontrahent hielt mit hart geschlagenen linken und rechten Haken zum Kopf
dagegen und wirkte zunächst variabler. Im zweiten Durchgang bekam
Nowak das Geschehen besser in den Griff. Der gebürtige Pole, der
nach seiner Niederlage im Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft
gegen Jan
Zaveck erstmals wieder für einen Profifight im Ring stand,
setzte seinen Widersacher mit linken und rechten Haken auf den Körper
immer wieder unter Druck. In der dritten Runde wankte das Geschehen hin
und her. Kukuls beeindruckte durch seine Schlaghärte, sein Konkurrent
glänzte durch Körpertreffer. Auch im letzten Durchgang war das
Aufeinandertreffen sehr temporeich. Dem Profidebütanten aus Lettland
fehlte jedoch die Genauigkeit in seinen Aktionen, um für eine Überraschung
zu sorgen.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Arthur Nowak
3. Kampf – Tibor
Rafael vs. Marco
Cattikas, Weltergewicht, angesetzt auf vier Runden
Deutlich überlegen präsentierte sich der Leverkusener Marco
Cattikas im Fight gegen Tibor
Rafael. Schon in der Anfangsphase übte der 27-jährige
Weltergewichtler großen Druck auf seinen slowakischen Gegner aus
und drängte ihn permanent an die Ringseile zurück. Nach einem
schweren Treffer durch den in der Rechtsauslage agierenden Cattikas zählte
Ringrichter Jürgen Langos den 34-jährigen Rafael erstmals in
der zweiten Runde an. Der 27-jährige Schützling von Trainer
Torsten Timm setzte anschließend entschlossen nach und schickte
seinen Konkurrenten mit einer harten Linken zum Kopf entscheidend zu Boden.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Marco Cattikas
4. Kampf – Patrik
Hruska vs. Ebubekir
Bulut, Supermittelgewicht, angesetzt auf vier Runden
Einige
Mühe, die kompakte Deckung seines Kontrahenten Patrik
Hruska (auf Foto links) zu knacken, hatte Ebubekir
Bulut (auf Foto rechts). Der Berliner erarbeitete sich
zwar von der ersten Sekunde an mit seiner linken Führhand Vorteile,
kam aber erst Ende des Eröffnungsdurchgangs mit drei linken Haken
auf den Körper von Hruska zu klareren Treffern. Sein tschechischer
Gegner beschränkte sich zwar meist auf die Defensive, der 26-jährige
Rechtsausleger sorgte bei seinen Angriffsbemühungen aber immer wieder
für Gefahr. In Runde drei agierte Bulut weiter mit einer deutlich
höheren Schlagfrequenz und brachte eine saubere Rechte an den Kopf
seines Kontrahenten ins Ziel. Der von Werner Papke trainierte Athlet
stand in der Deckung aber nicht immer gut, so dass der Fight auch in der
Schlussphase spannend blieb. Am Ende lag der erst 22-jährige Bulut
verdient nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Ebubekir Bulut
5. Kampf – Aleksandre
Borhovs vs. Marco
Heinichen, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden
Für
Marco
Heinichen (Foto) begann das Aufeinandertreffen gegen den
Letten Aleksandre
Borhovs planmäßig. Mit sauberen Rechts-Links-Kombinationen
attackierte der 31-jährige Deutsche seinen Konkurrenten und drängte
diesen immer wieder zurück. Ab dem zweiten Durchgang hielt Borhovs
mit seiner linken Führhand besser dagegen und brachte zudem häufiger
seine rechte Gerade ins Ziel. Der inzwischen aus der Nase blutende Heinichen
konterte in der abwechslungsreichen dritten Runde eine harte Rechte seines
Gegners mit einem rechten Haken zum Kopf des Letten wirkungsvoll. Der
Berliner Cruisergewichtler, der inzwischen mit einer starken Schwellung
unter dem linken Auge agierte, mobilisierte im Schlussdurchgang noch einmal
alle Kräfte und ergriff mit Rechts-Links-Kombinationen die Initiative.
Doch auch der 30-jährige Borhovs witterte eine Siegchance und setzte
mit seiner Rechten noch einmal alles auf eine Karte. Letztendlich reichte
es aber für keinen der beiden Cruisergewichtler zum Sieg.
Offizielles Urteil: Unentschieden
6. Kampf – Pavel
Cirok vs. Ingo
Jäde, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden
Im
letzten Ringgefecht des Abends standen sich der Tscheche Pavel
Cirok (Foto) und der in Berlin-Spandau lebende Ingo
Jäde (Foto) im Seilgeviert gegenüber. Nach einem
recht langsamen Beginn verbuchte der Lokalmatador mit einer Rechten an
den Kopf seines Konkurrenten und mit einer Links-Rechts-Kombination zum
Körper des Gegners erste zählbare Treffer. In der zweiten Runde
agierte der Tscheche allerdings engagierter und erarbeitete sich mit der
linken Führhand Vorteile. Sein Widersacher versuchte hingegen, weiter
mit Körperhaken zum Erfolg zu kommen. In Durchgang drei wendete sich
das Blatt wieder. Zwar agierte Jäde weiter aus der Rückwärtsbewegung
heraus, der deutsche Cruisergewichtler erboxte sich dabei aber mit der
Rechten ein leichtes Übergewicht. In der letzten Runde erhöhte
Cirok noch einmal den Druck und attackierte seinen Gegner mit gefährlichen
Schwingern. Doch Ingo Jäde stand in der Deckung sicher und brachte
den Erfolg in einem ausgeglichen wirkenden Kampf mit etwas Glück
über die Zeit.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Ingo Jäde
Sonntag,
31.
Oktober 2004
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