| |
Kastor-Abend
in Berlin:
Siege
für Ismayilov, Hübner und Bulut
Bericht von Frank Bleydorn
Bilder von M. Kurt Saygin

Unter einem schlechten Stern stand zunächst die Profiboxgala am Freitag
im Boxtempel Berlin. Der eigentlich als Hauptkampf geplante Fight um die
Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht zwischen Serdar
Akova und Jürgen
Hartenstein fiel kurzfristig aufgrund einer Grippe des Titelverteidigers
aus. Dafür trugen aber die Leistungen der anderen Athleten zu einem
interessanten Abend bei.
1. Kampf: Ebubekir
Bulut vs. Artur
Mulinov, Mittelgewicht, angesetzt auf vier Runden
Einen
spannenden Kampf lieferten sich der 21-jährige Berliner Ebubekir
Bulut (auf Foto rechts) und der Pole Artur
Mulinov. Hierbei war es zunächst der in Stettin lebende Athlet,
der von der Ringmitte aus versuchte, Druck auszuüben. Die ersten
Treffer landete jedoch Bulut mit seiner linken Führhand in einer
ausgeglichenen Anfangsphase. Auch in der zweiten Runde nutzte der 26-jährige
Mulinov seine Reichweitenvorteile nicht. Stattdessen war es sein Berliner
Kontrahent, der mit Haken auf den Körper glänzte und seinen
Gegner mehrfach an die Ringseile zurückdrängte. Zwei krachende
Rechte Buluts sorgten für weitere Höhepunkte. In der temporeichen
Schlussphase des Aufeinandertreffens verstärkte Mulinov noch einmal
den Druck, doch sein Konkurrent hielt mit harten Treffern erneut dagegen.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Ebubekir Bulut
2. Kampf: Rene
Hübner vs. Marco
Heinichen, Cruisergewicht, angesetzt auf sechs Runden
Eine
regelrechte Ringschlacht lieferten sich Rene
Hübner (auf Foto rechts) und Rechtsausleger Marco
Heinichen. Dabei wirkte Heinichen zu Beginn aktiver und kam mit
linken und rechten Haken zum Körper und an den Kopf seines Gegners
zu guten Treffern. Oftmals war der 31-jährige Berliner in seinen
Aktionen allerdings zu ungenau. Zwar stellte er seinen Kontrahenten in
der zweiten Runde zweimal mit regelrechten Schlagwirbeln an den Ringseilen,
trotzdem war es der in Eisenhüttenstadt geborene Hübner, der
in diesem Durchgang mehr Hände ins Ziel brachte. In der dritten Runde
wogte das Geschehen hin und her, so dass auch das Publikum im Boxtempel
beide Cruisergewichtler frenetisch anfeuerte. Ab dem vierten Durchgang
erkämpfte sich der 29-jährige Hübner mit seinen Links-Rechts-Kombinationen
Vorteile. Doch in der Schlussrunde mobilisierte Marco Heinichen noch einmal
seine Kräfte, wirkte variabler und brachte mit der linken Schlaghand
einige harte Hände ins Ziel. Zum verdienten Unentschieden reichte
es dennoch nicht. Walfried Rollert aus Potsdam, alleiniger Ring-
und Punktrichter an diesem Abend, hatte den in Berlin lebenden Rene Hübner
knapp nach Punkten vorne gesehen.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Rene Hübner
3. Kampf: Rashad
Ismayilov vs. Piotr
Niesporek, Leichtgewicht, angesetzt auf acht Runden
Unter
den Augen des aserbaidschanischen Botschafters in Berlin, Almaz Mammedov,
wollte der gebürtig aus Baku stammende Rashad
Ismayilov (auf Foto links) besonders glänzen. Der
in Leipzig lebende IBF-Junioren-Weltmeister im Superfedergewicht bestimmte
das Geschehen im Kampf gegen Piotr
Niesporek von der ersten Sekunde an. Immer wieder drängte
der in Aserbaidschan geborene Athlet seinen Kontrahenten von der Ringmitte
aus zurück und kam zu guten Treffern. In der zweiten Runde glänzte
der Schützling von Trainer Uwe Franz mit einem sauberen linken
Aufwärtshaken ans Kinn seines polnischen Widersachers. In Durchgang
vier kam der 35-jährige Niesporek allerdings auf. Mit zahlreichen
Haken auf den Körper und mehreren Rechten an den Kopf seines Konkurrenten
hielt der Athlet aus Kattowitz den Fight offen. Ab der fünften Runde
steigerte sich Ismayilov jedoch und schickte seinen Gegner mit einem schweren
linken Leberhaken zu Boden. Der Pole erholte sich zwar wieder, musste
aber in Durchgang sechs erneut nach einer Linken auf den Körper angezählt
werden. Zwar hielt sich Niesporek auch in der Schlussphase wacker, letztlich
fehlte ihm aber die Kraft, um die drohende Niederlage doch noch abzuwenden.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Rashad Ismayilov
Zu
den Zuschauern im Berliner Boxtempel gehörten auch der Supermittelgewichtler
Andy Liebing (auf Foto links) und sein Coach Hanne Seifer
(auf Foto rechts). Der 34-jährige Deutsche Meister in der
Gewichtsklasse bis 76,203 kg will nach überstandener Verletzung Anfang
des nächsten Jahres wieder einen Fight bestreiten. "Erst einmal
stehen bei mir noch andere Sachen im Vordergrund. Denn im November werde
ich zum vierten Mal Vater", erklärte Liebing, der zuletzt im
Dezember vergangenen Jahres gegen den Schweden Armand Krajnc im Ring stand,
im Gespräch mit BoxingPress.
Montag,
27. September 2004
|
|