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BP-Inside: Kalnars und Kempe siegen

Vor-Ort-Bericht und Fotos von Daniel Hiller

Acht Kämpfe standen am Freitag in der Blue Box in Potsdam auf dem Programm. Bei der dritten Auflage der Friday Night Fights setzten sich größtenteils die favorisierten Boxer durch. So kam Schwergewichtler Edgar Kalnars mit einem TKO in der ersten Runde gegen Mario Schmidt zu seinem siebten Sieg in Folge. Halbschwergewichtler Andreas Kempe besiegte in seinem dritten Profikampf den Slowaken Robert Borok und Mittelgewichtler Christian Pawlak gewann gegen Robby Siebert einstimmig nach Punkten.


Hier die Kampfpaarungen der Reihenfolge nach.

1. Kampf: Philip Schuster vs. Bihes Barakat, Leichtgewicht, angesetzt auf vier Runden

Gleich zu Beginn des Kampfabends sahen die Zuschauer in der Blue Box ein rasantes Ringgefecht. Hierbei standen sich der 16-jährige Philip Schuster und der Profidebütant Bihes Barakat im Ring gegenüber. Beide Kontrahenten legten von Beginn an ein hohes Tempo vor. Schuster versuchte, die Ringmitte für sich einzunehmen und attackierte seinen 18-jährigen Gegner mit linken und rechten Haken zum Körper. Doch Barakat fand ab der zweiten Runde besser in den Kampf, schien aktiver und sicherte sich mit schnellen linken und rechten Händen zum Kopf und auf den Körper des Widersachers leichte Vorteile. Dabei drängte der in Köln lebende Leichtgewichtler den Konkurrenten an die Seile zurück, ehe er mit einem rechten Aufwärtshaken ans Kinn klassisch vom Gegner ausgekontert wurde. In der dritten Distanz präsentierte sich Barakat erneut etwas druckvoller. In der Schlussphase des von Ringrichter Rene Fiebig geleiteten Kampfes kam Philip Schuster allerdings wieder stärker auf. Zwar verzeichnete Barakat mit zwei rechten Geraden gute Treffer, doch sein Kontrahent aus Halle an der Saale sicherte sich mit einer Energieleistung die Runde, so dass am Ende ein Unentschieden (40:36, 38:38 und 38:38) für ihn heraussprang.

Offizielles Urteil: Unentschieden


2. Kampf: Sven Haselhuhn vs. Sico Unga, Cruisergewicht, angesetzt auf vier Runden

Einen recht guten Eindruck hinterließ Cruisergewichtler Sven Haselhuhn (auf Foto rechts) bei seinem Kampf in Potsdam. Der 20-Jährige hatte gegen seinen Kontrahenten Sico Unga (Elfenbeinküste) (auf Foto liegend) zwar zunächst ein wenig Mühe, doch von Sekunde zu Sekunde fand der Schützling von Trainer Uwe Schuster besser in den Kampf. Nach aggressivem Beginn des Gegners brachte Haselhuhn seine linke Führhand immer häufiger ins Ziel. Mit einem ansatzlosen linken Aufwärtshaken sorgte er gegen den 24-jährigen Konkurrenten, der in Berlin lebt, noch im ersten Durchgang für die Entscheidung. Ringrichter Manfred Küchler zählte den danach am Boden liegenden Unga nach zwei Minuten und 40 Sekunden aus.

Offizielles Urteil: KO-Sieger in der ersten Runde Sven Haselhuhn


3. Kampf: Sebastian Mollner vs. Mike Ermis, Superweltergewicht, angesetzt auf vier Runden

Nach der knappen Niederlage gegen Marco Schulze Ende April in Berlin sollte sich Sebastian Mollner (auf Foto links) am Freitag mit einer guten Leistung gegen den in Wuppertal lebenden Mike Ermis (auf Foto rechts) im Ring zurückmelden. Doch die Rechnung des Erfurters ging von Beginn an nicht auf. Der 22-jährige Ermis hielt seinen Gegner auf Distanz und brachte bei seinen Angriffen mehrmals die rechte Gerade ins Ziel. In der zweiten Runde verbuchte er zudem Treffer mit seiner Linken zum Körper. Der inzwischen aus der Nase blutende Mollner hielt mit einer harten Rechten zum Kopf dagegen, schien aber insgesamt nicht aggressiv genug. So wirkte sein gebürtig aus der Türkei stammender Kontrahent auch im weiteren Verlauf des Kampfes gefährlicher. Auch in den letzten drei Minuten geriet der Sieg von Ermis, der immer wieder mit seinen Links-rechts-Kombinationen traf, nicht mehr in Gefahr.

Offizielles Urteil: Einstimmiger Punktsieger Mike Ermis


4. Kampf: Christian Pawlak vs. Robby Siebert, Mittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Die Kampfpaarung zwischen Christian Pawlak (auf Foto rechts) und Robby Siebert (auf Foto links) entwickelte sich zu einem spannenden Kampf. Der in Espelkamp lebende Pawlak agierte, mit der größeren Reichweite ausgestattet, von der ersten Sekunde an druckvoller. Mit der linken Führhand und Schlagkombinationen agierend landete er erste Treffer. Sein 22-jähriger Kontrahent stand in der Deckung kompakt und sorgte zwischenzeitlich mit linken Haken zum Kopf und rechten Haken auf den Körper für Gefahr. So entwickelte sich ein abwechslungsreiches Aufeinandertreffen, in dem Pawlak jedoch über die komplette Distanz mit seinen Links-rechts-Kombinationen effektiver als der Gegner wirkte. In der Schlussphase versuchte der inzwischen schwer gezeichnete Siebert das Blatt mit druckvollen Aktionen zu wenden, doch sein 26-jähriger Kontrahent wich den Angriffen des Hallensers geschickt aus und lag nach sechs Runden einstimmig auf den Wertungszetteln der Punktrichter vorne.

Offizielles Urteil: Einstimmiger Punktsieger Christian Pawlak


5. Kampf: Jasmin Oflas vs. Miroslava Durinova, Superweltergewicht, angesetzt auf vier Runden


Einen sehr ausgeglichenen Fight lieferten sich die 22-jährige Jasmin Oflas (auf Foto links) und ihre Kontrahentin Miroslava Durinova (auf Foto rechts). Der Profidebütantin aus Berlin, die auf die Unterstützung zahlreicher Zuschauer bauen konnte, war die Nervosität bei ihrem ersten Fight als Berufsboxerin durchaus anzumerken, so dass die mit der größeren Reichweite ausgestattete Gegnerin zunächst mit ihren Händen aus der Rückwärtsbewegung heraus effektiver agierte. In der zweiten Runde wurde Oflas stärker, ihre rechten Geraden fanden jetzt mehrfach das gewünschte Ziel. Auch in der dritten Distanz verbuchte die von Detlef Schulze betreute Athletin mit einer harten Rechten zum Kopf der Slowakin die beste Aktion für sich. In den letzten zwei Minuten gelang es der 21-jährigen Durinova wieder häufiger, Oflas auf Distanz zu halten. Die Kämpferin aus Berlin kam trotzdem einige Male mit der Rechten durch, ohne jedoch spektakulär zu treffen.

Offizielles Urteil: Unentschieden


6. Kampf: Andreas Kempe vs. Robert Borok, Halbschwergewicht, angesetzt auf vier Runden

Den dritten vorzeitigen Erfolg im dritten Profikampf verzeichnete der deutsche Halbschwergewichtler Andreas Kempe (auf Foto links) für sich. Gegen den acht Zentimeter kleineren Robert Borok (auf Foto rechts) begann der 25-Jährige aggressiv und brachte nach nur wenigen Sekunden die ersten linken und rechten Körperhaken ins Ziel. Es folgten einige Links-rechts-Kombinationen zum Kopf des Slowaken. Wenig später rüttelte eine rechte Gerade des gebürtigen Berliners den 26-jährigen Gegner durch. Kempe drängte den angeschlagen wirkenden Kontrahenten sofort danach mit schnellen Händen an die Ringseile zurück und deckte ihn dort mit linken und rechten Kopfhaken ein. Borok hatte den Angriffen des Deutschen in dieser Phase nichts entgegen zu setzen, so dass Ringrichter Manfred Küchler eingriff und den ungleich gewordenen Kampf nach zwei Minuten und 15 Sekunden zu Gunsten Kempes abbrach.

Offizielles Urteil: TKO-Sieger in der ersten Runde Andreas Kempe


7. Kampf: Daniel Käfer vs. Omar Siala, Weltergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Der 20-jährige Rechtsausleger Daniel Käfer (auf Foto rechts) setzte zu Beginn verstärkt auf seine rechte Führhand. Doch sein Konkurrent Omar Siala (auf Foto links) wirkte oft schneller und variabler. Im zweiten Durchgang ging Käfer aggressiver zu Werke und drängte den in Hameln lebenden Gegner mehrmals an die Ringseile zurück. Doch Siala hielt mit linken Körperhaken sehr effektiv dagegen. In Runde drei verbuchte der Hallenser Käfer mit zwei linken Geraden die besseren Aktionen für sich. Auch danach wirkte der von Uwe Schuster trainierte Weltergewichtler deutlich aktiver, obwohl Siala mit seinen linken und rechten Haken aus der Rückwärtsbewegung heraus gefährlich blieb. Im Schlussdurchgang drehte der 26-jährige Kontrahent aus Hameln noch einmal auf. Doch Käfer ließ nichts mehr anbrennen und sorgte zum Ende mit einer linken Geraden für eine gelungene Angriffsaktion

Offizielles Urteil: Einstimmiger Punktsieger Daniel Käfer


8. Kampf: Edgar Kalnars vs. Mario Schmidt, Schwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Bei seinem siebten Sieg in Folge zeigte Schwergewichtler Edgar Kalnars (auf Foto links) seinem 27-jährigen Kontrahenten Mario Schmidt (auf Foto rechts) deutlich seine Grenzen auf. Von der ersten Sekunde an attackierte der 28-jährige Lette, der in Berlin lebt, den über zehn Kilogramm schwereren Gegner mit der linken Führhand und rechten Händen zum Kopf und auf den Körper. Zwar befreite sich der Hallenser Schmidt mit einem linken Kopfhaken kurzzeitig vom Druck, doch Kalnars beförderte ihn wenig später mit einer Rechten ans Kinn in die Ringseile, so dass Ringrichter Manfred Küchler ihn anzählte. Kalnars suchte nach dieser Aktion die Entscheidung und brachte den deutschen Schwergewichtler an den Seilen erneut in Bedrängnis. Der Ringrichter griff nach weiteren harten Treffern ein und beendete den Kampf nach zwei Minuten und 56 Sekunden vorzeitig.

Offizielles Urteil: TKO-Sieger in der ersten Runde Edgar Kalnars
Mittwoch, 07. Juni 2006



 
     

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