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BP-Inside:
Shabani siegt in Helle Mitte
Bericht von Frank Bleydorn
Fotos von Frank Ludwig
Frank
Shabani (auf Foto links) bleibt weiter auf Erfolgskurs.
Der 25-jährige Weltergewichtler feierte am Freitagabend einen TKO-Sieg
in der sechsten Runde gegen den Ungarn Janos
Petrovics (auf
Foto rechts). Damit blieb er auch im neunten Profikampf ungeschlagen.
Knapp 2.000 Zuschauer wollten in der Helle Passage in Berlin dabei sein,
um ihren Lokalmatador zu unterstützen. Insgesamt standen sieben Kampfpaarungen
auf dem Programm.
1. Kampf: Alexander Riegel vs. Koko Murat, Superweltergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Im
ersten Kampf des Abends standen sich in Helle Mitte der in Kasachstan
geborene Alexander Riegel
(auf
Foto rechts) und der 25-jährige Koko Murat (auf
Foto links) gegenüber. Schon in der Anfangsphase wurde der in
Bremen lebende Riegel von seinem Konkurrenten zurückgedrängt.
Mit einem rechten und linken Haken zum Körper verbuchte der von Georg
Bramowski betreute Murat die ersten Treffer für sich. Mit einer Links-rechts-Kombination
rüttelte der in Kitzingen aufgewachsene Kämpfer seinen Kontrahenten
wenig später erstmals durch. Obwohl Riegel danach etwas besser in
Tritt kam, kassierte er am Ende des ersten Durchgangs an den Ringseilen
stehend weitere harte Treffer. In der Folge verlor der Kampf an Tempo.
Murat blieb zunächst überlegen und verzeichnete die besseren
Aktionen für sich. Im dritten Durchgang stellte der Bruder von Supermittelgewichtler
Karo Murat seinen Widersacher in der neutralen Ecke mit einer
gefährlichen Hakenserie. Riegel befreite sich und übte in der
Schlussphase des Kampfes noch einmal Druck aus. Doch seine Bemühungen
reichten nicht aus, um das Blatt zu wenden.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Koko Murat
2. Kampf: David Chelingarjan vs. Burhan Aykut, Mittelgewicht,
angesetzt auf sechs Runden
Der
Berliner Burhan Aykut (auf
Foto rechts) erwischte gegen den Letten David Chelingarjan
(auf Foto links) einen Auftakt nach Maß. Nach
wenigen Sekunden brachte der 25-Jährige bereits eine harte rechte
Gerade ins Ziel und blieb im ersten Durchgang überlegen. Doch ab
der dritten Runde setzte sein Gegner vermehrt auf seine rechte Führhand
und bekam das Geschehen besser in den Griff. Der 23-jährige Lette
hielt seinen Kontrahenten auf Distanz und kam vermehrt mit seinen rechten
und linken Haken durch. Da beide Kontrahenten mehrfach versuchten, Aktionen
des Widersachers durch gegenseitiges Halten und Klammern zu unterbinden,
wirkte der Kampf zerfahrener. In der fünften Runde setzte Chelingarjan
seinen Gegner mit einer Hakenserie unter Druck. Im Schlussdurchgang verstärkte
Aykut noch einmal seine Angriffsbemühungen, so dass er am Ende umstritten
nach Punkten vorne lag.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Burhan Aykut
3. Kampf: Alfredo Limonta vs. Andreas Kempe, Halbschwergewicht,
angesetzt auf vier Runden
Nach
knapp einjähriger Wettkampfpause präsentierte sich auch der
deutsche Halbschwergewichtler Andreas Kempe (auf
Foto rechts) wieder im Ring. Von der ersten Sekunde an drückte
der Berliner dem Fight gegen den Kubaner Alfredo Limonta
(auf Foto links) seinen Stempel auf. Mit harten rechten Haken
und Geraden rüttelte er den 36-jährigen Gegner mehrmals kräftig
durch. In der zweiten Runde kassierte Limonta nach einem absichtlichen
Kopfstoß, bei dem sich der Lokalmatador einen Cut zuzog, einen doppelten
Punktabzug durch Ringrichter Ernst Salzgeber. Trotzdem ließ sich
der 27-jährige Kempe in der Folge nicht aus der Ruhe bringen und
dominierte das Geschehen weiter mit seiner Führhand und Links-rechts-Kombinationen.
Am Ende des zweiten Durchgangs verbuchte er dabei einen Niederschlag für
sich. Zwar kam sein Gegner in der Schlussphase noch mit einer Rechten
zum Kopf des Deutschen durch, doch der klare Punktsieg des Berliners geriet
nicht mehr in Gefahr.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Andreas Kempe
4. Kampf: Teo Begovic vs. Martin Kempf, Cruisergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Martin
Kempf (auf Foto links), der im Wolke-Camp in Frankfurt
(Oder) trainiert, kam am Freitag gegen den in Split lebenden Teo
Begovic (auf
Foto rechts) zu seinem vierten Sieg im vierten Profikampf. Dabei
wirkte der 19-Jährige von Beginn an deutlich überlegen. Mit
der Führhand und ersten rechten Körperhaken verbuchte er klare
Vorteile für sich. Am Ende des Eröffnungsdurchgangs drängte
er seinen Gegner mit genauen Links-rechts-Kombinationen zurück, doch
der Kroate überstand diese Phase und rettete sich in die Rundenpause.
Im zweiten Durchgang wirkte das Geschehen zerfahrener. Kempf, der an diesem
Abend von Trainer Rudi Fink betreut wurde, verlor ein
wenig die boxerische Linie. Doch nachdem Begovic erneut einige Treffer
kassiert hatte, warf die Ecke des Kroaten das Handtuch und signalisierte
nach einer Minute und 15 Sekunden die Aufgabe.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Martin Kempf
5. Kampf: Fadil Qasem vs. Vladimir Povetkin, Cruisergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Vor
den Augen seines im Publikum sitzenden Bruders Alexander Povetkin
wollte Vladimir Povetkin (auf
Foto rechts) offenbar besonders glänzen. Trotz klarer Reichweitennachteile
suchte der Russe von der ersten Sekunde an die Offensive und übte
Druck auf seinen Gegner aus. Beim Überbrücken der Distanz kassierte
der Schützling von Trainer Valeri Below gelegentlich
die linke Führhand von Fadil Qasem. Doch mit einem
rechten Haken zum Kopf sorgte Povetkin noch in der ersten Runde für
den ersten Niederschlag. Im zweiten Durchgang setzte der 26-jährige
Cruisergewichtler aus Tschechow seinem Kontrahenten mit Links-rechts-Kombinationen
zu und drängte ihn mit Hakenserien mehrmals in die Ringecken zurück.
Qasem hielt mit seiner Rechten zeitweise dagegen, agierte aber fast durchweg
im Rückwärtsgang. In der dritten Runde ging der 25-Jährige
an den Ringseilen nach Treffern seines russischen Gegners erneut zu Boden.
Im letzten Durchgang mobilisierte Povetkin noch einmal die letzten Kräfte
und kam in der blauen Ecke zu harten Treffern.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Vladimir Povetkin
6. Kampf: Tomislav Juric Grgic vs. Enad Licina, Cruisergewicht,
angesetzt auf sechs Runden
Nächster
Erfolg für Enad Licina (auf
Foto rechts): Nur sechs Tage nach seinem Punktsieg in Oldenburg
über Ismail Abdoul stand der 27-Jährige erneut
im Ring und bezwang Tomislav Juric Grgic (auf Foto
links). Gegen den unorthodox mit linken und rechten Schwingern nach
vorne stürmenden Kroaten hatte er zunächst ein wenig Mühe,
seine boxerische Linie zu finden. Doch noch in der ersten Runde brachte
der in Frankfurt an der Oder trainierende Kämpfer harte rechte Haken
und Geraden zum Kopf des Gegners ins Ziel. Im zweiten Durchgang lauerte
er gnadenlos auf sich bietende Deckungslücken beim Widersacher. Mit
einer krachenden Rechten zum Kopf schickte er den 25-jährigen Konkurrenten
schließlich zu Boden, so dass der Kroate von Ringrichter Ingo
Barrabas nach einer Minute und sechs Sekunden ausgezählt
wurde.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der zweiten Runde Enad Licina
7. Kampf: Janos Petrovics vs. Frank Shabani, Weltergewicht, angesetzt
auf acht Runden
Der
Höhepunkt des Abends sollte für die Zuschauer im Berliner Stadtbezirk
Marzahn-Hellersdorf jedoch der Fight des Lokalmatadors Frank Shabani
(auf Foto links) werden. Schon der Einmarsch in den Boxring wurde
zu einem regelrechten Triumphzug. Gegen den Ungarn Janos Petrovics
(auf Foto rechts) peitschte das Publikum den 25-Jährigen
von Beginn an regelrecht nach vorne. Shabani nahm die Unterstützung
dankend an und übte schon in der Anfangsphase großen Druck
auf seinen Kontrahenten aus. Mit blitzschnellen Schlagkombinationen kam
er schon im ersten Durchgang zu klaren Treffern. In der zweiten Runde
hielt Petrovics mit seiner Führhand etwas besser dagegen, doch seine
Aktionen führten nur selten zum Erfolg. Immer wieder duckte Shabani
in der Folge unter den Händen des Gegners hinweg, um dann selbst
mit seinen platzierten rechten Händen die Initiative zu ergreifen.
Der Druck des Hauptstädters wurde immer größer. Im sechsten
Durchgang folgte dann die Entscheidung: Mit einer harten Rechten schickte
er den Gegner an den Ringseilen zu Boden. Zwar stand Petrovics wieder
auf, doch Ringrichter Ernst Salzgeber hatte genug gesehen
und brach das Aufeinandertreffen nach zwei Minuten und 45 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der sechsten Runde Frank Shabani
Montag,
08. Oktober 2007
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