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Der BoxingPress-Kommentar:
Buuuh?
von Richard K. Redling

"Ich glaube nicht, dass ich nach so vielen Monaten harter Arbeit nun hier stehen muss, um Buhrufe entgegenzunehmen", so Regina Halmich zu den Mißfallenskundgebungen des Karlsruher Publikums nach Bekanntgabe des Urteils gegen eine hervorragend boxende Elena Reid. Doch, Frau Halmich!

Sicherlich haben die „Punkterichter“ mit ihrem Urteil die Situation erst geschaffen. Wer aber nach einem spannenden Kampf eindeutig verloren hat, der Gegnerin schon gratuliert (auch wenn man das später bestreitet), nur durch das besagte Urteil den Titel behalten darf (somit weiter damit verdient) und dann noch den vermeintlichen Sieg schönzureden versucht, der muss den Zuschauern schon zugestehen, dass diese mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind. Den Zeugen in der Halle dann noch zu erklären, dass man „das“ nicht macht, beweist nicht gerade Einfühlungsvermögen. Denn das zahlende Publikum ist eine Grundlage für die Gelder, mit denen sich Berufsboxer – manche mehr, manche weniger „verdient“ - Eigentumswohnungen, schicke Autos, Golfkurse, Urlaube und sogar fotogene Dessous leisten können.

Eine andere finanzielle Grundlage für die Kampfbörsen der Protagonisten im Ring sind die Zahlungen der Fernsehsender. Deren ebenfalls gutbezahlte Kommentatoren kann man nicht ausbuhen. Rene Hiepen ließ sich zunächst dazu verleiten, Regina Halmich als die Alice Schwarzer des Frauenboxens zu bezeichnen. Autsch! Später attestierte er dann der Stallgefährtin und letzten Gegnerin Regina Halmichs, Daisy Lang, „wohl im letzten Kampf zu viele Treffer kassiert zu haben“ – Tiefschlag - und bezog sich auf ein unbestätigtes Gerücht über angebliche Informationen, die Lang an Elena Reids Management weitergegeben haben soll. Als ob sonst niemand Videos von Regina Halmich besäße. Klingt zu offensichtlich nach einem inszeniertem Rückkampf Halmich vs. Lang II, sicherlich im ZDF zu bestaunen. Zum Glück entfuhr dem Kommentator am Ende noch ein „Skandalurteil“, womit er wohl den Zuschauern, die den Ton noch an hatten, aus der Seele sprach.

Apropos „Rückkampf“ - weder im Ring noch im am Montag veröffentlichten Interview mit zdf-online fand Regina Halmich die Größe, die man nach Niederlagen zeigen kann und auf den Rückkampf angesprochen sagte sie relativierend: „Es wird mit Sicherheit nicht mein nächster oder übernächster Kampf sein...“ Buuuh!

Die im "BoxingPress-Kommentar" geäußerten Meinungen geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Donnerstag, 16. September 2004

 

 
     

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