| |
BP-Prognosen:
Hasim Rahman
vs.
John Ruiz

Hier
sind die Prognosen der BoxingPress-Mitarbeiter für den Schwergewichts-Kampf
zwischen Hasim
Rahman und John
Ruiz am Samstag, den 13. Dezember 2003:
Thorsten
Fritsche:
Knapper Punktsieg für Rahman
Für beide Boxer geht es praktisch um alles, da sie nach Niederlagen
bzw. unglücklichen Unentschieden in ihren letzten Kämpfen sicherstellen
müssen, in einer möglichen Post-Lewis-Ära an guter Position
zu stehen. Daher wird der Kampf entsprechend erbittert und häufig
auch verkrampft geführt werden. Besonders wenn es Ruiz gelingt, seinen
Stil zu etablieren, erwartet die Zuschauer kein allzu attraktiver Kampf.
Sollte Rahman mit der Physis aus seinem letzten Kampf gegen Tua in den
Ring kommen, hat er alles, um bei Ruiz´ kraftraubender Boxweise
dagegen zu halten. Jedoch wäre er besser beraten, hinter seinem Jab
zu arbeiten und den oft stereotyp heranstürmenden Puertoricaner abzufangen.
Dies könnte in einem knappen Kampf den Ausschlag geben.
Patrick
Haas: Rahman durch KO in Runde 9
Ruiz wird sich erfolglos als Distanzboxer versuchen. Schließlich
wird er sich genötigt sehen, mehr Risiko einzugehen und dann wird
Rahman ihn ausknocken.
Dr. Constantin
Hofmann: Rahman nach Punkten
Ruiz ist ein zäher, oft unterschätzter Boxer. Wer mit Evander
Holyfield 36 Runden geht und ihn einmal am Boden hat, kann so schlecht
nicht sein. Dennoch müssten die bessere Technik, die geschmeidigere
Beweglichkeit, die höhere Aktivität ("Workrate") und
der härtere Punch am Ende den Ausschlag geben für Rahman. In
19 Sekunden wie einst von David Tua wird Ruiz sich aber nie mehr überrumpeln
lassen.
Thomas Igerl: Rahman nach Punkten
Empirische
Werte beweisen, dass der bessere Boxer nicht immer der Sieger sein muss.
Gerade bei einer Vielzahl von Kämpfen des eher untalentierten Boxers,
John Ruiz, bestätigt sich jene Regel und auch in diesem Gefecht ist
es möglich, dass der unorthodoxe Kampfstil des gebürtigen Puertoricaners
von Erfolg gekrönt sein wird.
Um siegreich zu sein, muss Rahman konsequent nach einer rationalen, taktischen
Linie agieren, so dass er den "unbequemen Kampfstil" von Ruiz
neutralisieren kann. Dabei muss er sich auf seine Stärken besinnen
und aus der langen Distanz und der Halbdistanz die Initiative ergreifen.
Den Infight sollte er dabei meiden, da diese Distanz seine Schwäche
ist und er es dadurch dem ehemaligen WBA-Weltmeister im Schwergewicht
ermöglicht, seine unsaubere und kräfteraubende Klammertaktik
einzusetzen. Des Weiteren ist es für den 31-jährigen Amerikaner
von höchster Notwendigkeit, dass er, wie zuletzt im Rückkampf
gegen David Tua, seine hervorragende Führungshand häufig einsetzt
und eigene Angriffe damit vorbereitet.
Agiert er jedoch zu verhalten und abwartend, so lässt er Ruiz den
nötigen Freiraum, um dessen ungewöhnlichen Stil durchzusetzen
und ermöglicht es ihm, die boxerischen Vorteile zu kompensieren.
Letztendlich wird sich "The Rock" aber nach Punkten durchsetzen,
auch wenn Ruiz Momente haben wird, in denen er durch seinen Stil den Kampf
prägt.
Andreas Kämpfe: Rahman nach Punkten
Der Kampf gegen Jones hat gezeigt, wie limitiert Ruiz ist. Wenn sich Rahman
nicht auf die schmutzigen Spielchen des "Quiet Man" einlässt
und den Kampf von außen macht, wird es eine klare Sache. Die boxerische
Qualität von Rahman wird sich klar durchsetzen.
Jörg Lüdemann: Ruiz nach Punkten
Zwei Faktoren werden den Kampf entscheiden: Kommt
Rahman mit dem unorthodoxen Stil des "Quiet Man" zurecht und
wie hat Ruiz die Niederlage gegen Roy Jones verdaut? An einen KO-Sieg
von Rahman glaube ich nicht, da Ruiz mittlerweile kaum noch klar zu treffen
ist. Der Puertoricaner hat sich über die Jahre einen derart unorthodoxen
Stil angeeignet, dass außer Jones zuletzt viele Gegner mit ihm Probleme
hatten. Außerdem wird die Schlagkraft von Ruiz unterschätzt.
Rahman ist ein kluger, aber oft auch leichtsinniger Boxer mit einer starken
Führhand. Boxt er einen disziplinierten Kampf und kann Ruiz nicht
an frühere Leistungen anknüpfen, gewinnt Rahman nach Punkten.
Auch ein Remis wäre hier gut denkbar. Ich erwarte jedoch einen knappen
Punktsieg des Außenseiters Ruiz, da ich damit rechne, dass Rahman
kein wirksames Mittel gegen den Stil des Ex-Champs finden wird.
Karsten
Knöchlein: Rahman durch KO in Runde
8
Für beide ein sehr wichtiger Kampf, den beiden gewinnen wollen
und müssen. Lennox Lewis-Bezwinger und Ex-Weltmeister Hasim Rahman
verfügt über den deutlich besseren Jab, aber sein Kontrahent
und ehemaliger WBA-Weltmeister ist ein so genannter Stinker, den man nicht
unterschätzen sollte. Von Roy Jones vorgeführt, sinnt der Ex-Weltmeister
bestimmt auf Rache und will sich mit einem eindrucksvollen Sieg über
The Rock zurückmelden. Allerdings denke ich, Hasim Rahman
wird John The Quiet Man Ruiz zum Schweigen bringen und ihn
mit dem Jab zermürben und dann in den hinteren Runden ausknocken.
Benni Vivacqua: Rahman nach Punkten
Rahman hat den besseren Jab, den härteren Punch und scheint
auch physisch überlegen zu sein. Diese Vorteile werden sich gegen
die Zähigkeit von Ruiz durchsetzen.
Wolfgang Oswald: Ruiz nach Punkten
Man sollte Ruiz nicht abschreiben. Nach seiner Niederlage gegen Jones
möchte er es sich und anderen noch einmal beweisen. Und vom Stil
her kommt Rahman ihm gar nicht mal so ungelegen. Rahman hat zwar einen
guten Jab, arbeitet aber manchmal zuwenig damit. Zudem duckt er gerne
ab, statt sich vom Gegner wegzubewegen, was sich bei Ruiz negativ für
ihn auswirken kann. Ruiz greift überfallartig an und wenn Rahman
es nicht gelingt, ihn mit der Schlaghand oder dem guten Jab abzufangen,
steht Rahman etwas "verloren" dar. Daher denke ich, dass Ruiz
einen Punktsieg im wahrsten Sinn des Wortes erringen wird.
Peter Selzer: Rahman durch KO in Runde 5
Der Boxer John Ruiz wurde durch Roy Jones zerstört. Zeigte der Bezwinger
von Evander Holyfield im Vorfeld seines letzten Kampfes noch Selbstbewusstsein
und Siegessicherheit, so wird er nun als zweifelnder Kämpfer in den
Ring steigen. Seine Taktik, in den Infight zu kommen, wird nur halbherzig,
ja ängstlich wirken. Rahman wird demgegenüber schon in den Eröffnungsrunden
mit dem Jab den Kampf bestimmen und seine Schlagkraft wird Wirkung hinterlassen.
In Runde 5 wird der Amerikaner die Karriere des Puertoricaners beenden.
Dirk Alexander Stahns: Ruiz nach Punkten
Hasim Rahman präsentierte sich bei seinem letzten Kampf sehr übergewichtig
und lieferte trotzdem eine halbwegs passable Leistung ab, wobei das in
erster Linie an der noch schlechteren Verfassung seines Gegners lag. Diesmal
trifft er aber auf einen heißen John Ruiz, der unbedingt seine Niederlage
gegen den "Mittelgewichtler" Jones aus der Erinnerung der Boxfans
tilgen will. Ruiz ist motiviert und es dürfte ihm bewusst sein, dass
es vielleicht seine letzte Chance ist, wieder Weltmeister zu werden. Bei
Rahman steht hingegen ein großes Fragezeichen hinter seiner körperlichen
Verfassung.
Roland Janik: Rahman nach Punkten
Hasim Rahman muss von Beginn an seinen Jab etablieren und John Ruiz ständig
aus der Distanz unter Druck setzen, um die zu erwartenden und nicht immer
sauberen Infight-Aktionen des Puertoricaners bereits im Keim zu ersticken.
Wenn er kühlen Kopf behält, konzentriert agiert und sich nicht
provozieren läßt, steht einem Sieg nichts im Wege. Das aber
ist gegen den unorthodoxen, erfahrenen und mit allen Wassern gewaschenen
"Quiet Man" alles andere als eine einfache Aufgabe, weshalb
uns ein enger Kampf erwarten dürfte. Trotzdem ist Rahman der bessere
Mann und wird sich am Ende, wenn vielleicht auch knapp, durchsetzen.
Jens Lüders: Rahman nach Punkten
Rahman ist der physisch stärkere Mann und zudem noch der variablere
und bessere Boxer. Wenn er sich auf seine boxerischen Fähigkeiten
besinnt und ein Infight-Gewühle und Gerangel vermeidet, so steht
einem Sieg nur wenig entgegen. Ruiz kann nur gewinnen, wenn es Rahman
nicht gelingt, lang zu bleiben, so dass dieser im Infight die Übersicht
verliert. Aber Rahman besitzt eigentlich das boxerische Handwerkszeug,
damit es dazu gegen den limitierteren Puertoricaner gar nicht erst kommen
muss.
Marco Zeininger: Knapper
Punktsieg für Ruiz
Ich denke, dass es Rahman nicht gelingen wird, einen KO zu landen. Der
Kampf wird über die Runden gehen und äußerst knapp entschieden
werden. Dabei traue ich es Ruiz trotz seiner boxerischen Unterlegenheit
durchaus zu, genügend Ehrgeiz zu entwickeln, um Rahman zu überraschen
und ihm einige Runden zu stehlen. Falls am Ende nicht die bessere TV-Vermarktung
das Urteil mitbestimmt, glaube ich an eine kleine Überraschung und
einen Sieg des Mannes aus Puerto Rico.
Karsten Fritsche: Rahman nach Punkten
Dass Hasim Rahman über den besseren Jab verfügt und der Mann
sein wird, der aus der Distanz zu punkten versucht, während John
Ruiz an ihn herankommen muss, steht außer Frage. Wie in seinem letzten
Kampf gegen David Tua wird Rahman im Infight auf seine überlegene
Physis vertrauen, um Aktionen des Gegners zu unterbinden. Doch die Angriffe
eines motivierten Ruiz kommen überfallartiger als die des zuletzt
ausgelaugt wirkenden Tua. Nach der Niederlage gegen Jones sollte der Puertoricaner
motiviert bis in die Haarspitzen sein.
Mein Tipp: In einem Kampf, der zunehmend durch Klammern und kleinere Unsauberkeiten
unterbrochen werden wird, bekommt Hasim Rahman diesmal eine knappe Entscheidung
zu seinen Gunsten zugesprochen.
Fazit:
Die Mehrheit der BoxingPress-Mitarbeiter sieht Hasim Rahman als
Sieger: 11 x Rahman, 4x Ruiz.
|
|