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BP-Prognosen:
Roy Jones Junior
vs.
Antonio Tarver II

Hier
sind die Prognosen der BoxingPress-Mitarbeiter für die IBF- und WBA-Weltmeisterschaft
im Halbschwergewicht zwischen Roy
Jones (BP-Nr. 1) und Antonio
Tarver (BP-Nr. 2) am Samstag, den 15. Mai 2004:
Goran
Djordjevic: Jones
durch TKO in Runde 10
Roy Jones wird den Kampf gewinnen, daran besteht kein Zweifel. Dass er
den ersten Kampf nicht so dominiert hat wie gewohnt, lag allein an einem
durch Gewichtsreduzierung bedingtem Substanzverlust. Dies und die Tatsache,
dass Tarver am Limit seiner Fähigkeiten geboxt hat, waren die Gründe,
weshalb er gegen Jones überhaupt mithalten konnte. Diesmal jedoch
wird Jones in Topform antreten und Tarver wird es im höchsten Falle
möglich sein, die Leistung aus dem ersten Kampf zu wiederholen, was
aber nicht ausreichen wird, um Jones zu schlagen.
Thorsten Fritsche: Jones knapp nach Punkten
Das letzte Duell der beiden hätte man genauso gut an Tarver geben
können. Natürlich hat Jones diesmal eine bessere Vorbereitung
und muss nicht aus dem Schwergewicht herunterkommen. Aber auch Tarver
dürfte aus dem letzten Kampf noch etwas gelernt haben. Allerdings
behaupte ich, dass Jones nicht mehr ganz der Alte ist und zuletzt sehr
intensiv über sein Karriereende nachdachte. Zudem scheint ihm Tarver
nicht zu liegen. Daher erwarte ich, dass wir erneut einen Kampf mit sehr
vielen engen Runden sehen werden. Und auch diesmal wird Jones letztlich
durch ein knappes und kontroverses Punkturteil Sieger
Sebastian Gutknecht: Jones
durch TKO in Runde 10
In diesem Kampf wird sich zeigen, ob Jones tatsächlich im letzten
Aufeinandertreffen mit Konditionsproblemen aufgrund des Gewichtmachens
zu kämpfen hatte oder er einfach nicht mehr auf dem Höhepunkt
seiner Karriere ist. Jones wird nach vorsichtigem Beginn seinen Gegner
beherrschen und einen ungefährdeten Punktsieg einfahren, vielleicht
sogar einen technischen KO in den hinteren Runden, für den Fall,
dass er sich und seinen Kritikern zum Abschluss noch einmal etwas beweisen
möchte!
Patrick
Haas: Tarver
durch TKO in Runde 9
Nach dem härtesten Kampf seiner Karriere will Roy Jones beweisen,
dass der umstrittenste Sieg seiner Karriere ein Produkt von schlechter
Vorbereitung und Gewichtsproblemen war. Auf der anderen Seite steht ein
Antonio Tarver, der seit einem Juniorenkampf 1983 überzeugt ist,
das Kryptonite zu Superman zu sein. Sein Selbstvertrauen dürfte nach
dem ersten Kampf nicht geringer geworden sein. Ausgestattet mit einem
hervorragenden Auge konnte Tarver bereits im ersten Kampf die gefährlichste
Waffe von Roy Jones entschärfen, seine Schnelligkeit. Tarver offenbarte,
dass Jones nicht mehr so schnell ist wie vor zehn Jahren, und mit dieser
Gewissheit im Rücken wird er noch offensiver agieren. Jones agierte
an den Seilen im ersten Kampf sehr passiv, allerdings hielt Tarver auch
eine gewisse Distanz, um auf seine Möglichkeiten zu warten, ohne
sich in Schlagdistanz von Jones zu begeben. Entschieden wird der Kampf
bereits in den ersten Runden. Wenn es Jones nicht gelingt, Tarver zu überzeugen,
dass die Probleme im ersten Kampf rein physischer Natur waren, wird Tarver
einen ausgeglichenen Kampf in den hinteren Runden durch KO für sich
entscheiden.
Dr. Constantin Hofmann: Jones nach Punkten
Nach der Niederlage von Dariusz Michalczewski ist Roy Jones jr. endgültig
der dominierende Boxer im Halbschwergewicht. Er ist an Technik und Schnelligkeit
allen anderen Boxern überlegen, auch Antonio Tarver. Ich traue Jones
zu, dass er Tarver ein oder zwei Mal zu Boden schickt, zu einem vorzeitigen
Sieg wird es aber wahrscheinlich nicht kommen. Am Ende dürfte
ein klarer Punktsieg von Jones stehen.
Andreas Kämpfe: Jones durch TKO in Runde 2
Antonio Tarver ist sicher kein schlechter Boxer, aber Roy Jones ist
eben Roy Jones. Diesmal wird der König des Halbschwergewichts austrainiert
sein und hoch motiviert, so dass es seinem Gegner wie weiland Griffin
ergehen wird. Das gibt einen kurzrundigen Sieg und die Erkenntnis, dass
gegen Roy alle anderen Halbschweren nur Opfer sind.
Karsten Knöchlein: Jones knapp nach Punkten
Antonio Tarver hat für mich das erste Aufeinandertreffen knapp gewonnen
und scheint im Vorfeld des zweiten Kampfes erneut ziemlich siegessicher
zu sein. Tarver hat im ersten Kampf immer dann besonders gut ausgesehen,
wenn er Jones an den Seilen stellen konnte. Er muss den Kampf erneut machen,
Jones stellen und müde schlagen. Roy wiederum muss sich einfach mehr
bewegen und öfter schlagen. Vielleicht scheint Jones sich tatsächlich
mit seinem Karriere-Ende bereits abgefunden zu haben und nimmt Tarver
wieder nicht ernst. Nur sollte er aus seinen Fehlern gelernt haben und
seinen Kontrahenten ziemlich ernst nehmen, denn ob er noch mal einen so
knappen und umstrittenen Punktsieg einfahren kann, bleibt abzuwarten.
Jörg
Lüdemann: Jones
nach Punkten
Antonio Tarver hat im ersten Kampf am absoluten Limit geboxt und eine
Weltklasse-Leistung geboten. Roy Jones hingegen hat einige Möglichkeiten,
seine Leistung im Vergleich zum Hinkampf zu steigern. Körperlich
geschwächt durch die massive Gewichtsreduktion nahm sich der P4P-Champ
seine Auszeiten an den Ringseilen - dies waren die einzigen, wenngleich
häufigen Momente, in denen Tarver glänzen konnte. Diesen Fehler
wird der intelligente Jones nicht wiederholen. Zudem wird er einen Weg
finden, den sehr beweglichen Tarver zu treffen, dabei aber sparsam mit
seiner Kraft umgehen. So kommt es am Ende zu einem unspektakulären
Punktsieg von Jones.
Peter Selzer:
Jones durch TKO in Runde 4
Der Hinkampf
war nur deshalb spannend, weil Jones den Gegner nur bedingt ernst nahm
und seine körperliche Schwäche nach dem Wechsel von der Schwergewichtsklasse
zurück ins Halbschwergewicht völlig unterschätzte.
Jones wird den Kampf diesmal vorzeitig beenden.
Benni
Vivacqua: Jones
nach Punkten
Jones wird in diesem Rückkampf engagierter agieren und sich nicht
so oft an den Seilen stellen lassen. Dort sah er im Hinkampf schlecht
aus und verlor so manche Runde. In einem sonst ähnlichen Kampf wird
Jones diesmal lediglich deutlicher nach Punkten gewinnen.
Marco Zeiniger: Jones nach Punkten
Jones
wird diesmal besser vorbereitet in den Kampf gehen. Er war im ersten Kampf
sichtlich lustlos gegen einen, aus seiner Sicht, schlagbaren Gegner. Tarver
hingegen müsste seine Leistung vom Hinkampf noch weiter steigern,
was ihm in meinen Augen nicht ausreichend gelingen wird. Daher denke ich,
dass dieser Kampf deutlicher verlaufen wird als ihr erstes Aufeinandertreffen.
Fazit:
Die Mehrheit der BoxingPress-Mitarbeiter sieht Roy Jones
als Sieger: 10 x Jones, 1 x Tarver
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