| |
BP-Prognosen:
John Ruiz
vs.
James Toney

Hier
sind die Prognosen der BoxingPress-Mitarbeiter für die anstehende
WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht am morgigen Samstag, den 30. April
2004, zwischen John
Ruiz (BP-Nr. 3) und James
Toney (BP-Nr. 4):
Thorsten
Fritsche: Ruiz knapp nach Punkten
Ich denke nicht, dass Toneys Fähigkeiten im Infight
zum Tragen kommen, da Ruiz wie gewohnt Kombinationen durch Klammern unterbinden
wird. Dadurch wird sich nicht nur ein - wieder einmal - unansehlicher Fight
ergeben, sondern Toneys Aktionen auf Einzelschläge begrenzt werden.
Zudem muss der "Lights out" zeigen, wie er gegen einen ausgewachsenen
Schwergewichtler zurechtkommt, vor allem, wenn der Kampf über die Runden
geht. Letztlich dürfte der "Quietman" seinen Titel verteidigen,
da sein Herausforderer nicht genug gemacht haben wird.
Patrick Haas: Toney
durch TKO in Runde 11
James Toney ist einer der besten Infighter weltweit. Seine Körper-
und Aufwärtshaken zählen zu den stärksten im Boxen. Sein
Stil dürfte damit wie geschaffen sein für John Ruiz, daher der
Tipp: Können eines Mittelgewichtlers über Stärke eines Schwergewichtlers.
Dr. Constantin Hofmann: Ruiz nach Punkten
John Ruiz hat einen unansehnlichen Kampfstil. Er ist weder besonders elegant
noch schlagkräftig. Trotzdem schafft er es jedesmal wieder, seine Kämpfe
gegen scheinbar überlegene Gegner irgendwie zu gewinnen. So wird es
auch diesmal wieder sein.
Andreas Kämpfe: Ruiz
nach Punkten
Toney ist sicher der bessere Boxer, aber Ruiz ist ein echtes Schwergewicht
und weiß sein Gewicht in seinen Ringkampfeinlagen auch gut zu nutzen.
Dabei wird ihm zugute kommen, dass Toney anders als Roy Jones nicht auf
schnelle Beine setzt, sondern ebenfalls in der Nahdistanz punkten will.
Und da ist Ruiz eben besser.
Karsten
Knöchlein: Toney nach Punkten
Ob
Ruiz erneut einen Kampf zerstören und gewinnen kann, mag ich diesmal
bezweifeln. Toney versteht es, wie kaum ein anderer, mit einer sicheren
Deckung und erstklassig geschlagenen Haken umzugehen. Wenn Ruiz seine Attacken
startet, klammert und der Referee nicht sofort dazwischen geht, dann könnte
Toney mit seinen legendären Haken einen gewaltigen Schaden bei Ruiz
verursachen. Nur sollte James Toney nicht zu leichtsinnig werden und versuchen,
Ruiz auf Teufel komm raus auszuknocken, denn das könnte ein böses
Erwachen geben.
Jörg
Lüdemann: Toney
knapp nach Punkten
Dieser
Kampf zweier Top5-Schwergewichtler wird über weite Strecken im Infight
entschieden. Entgegen der landläufigen Meinung, hat Ruiz dort allerdings
nicht seine Stärken. Er versteht es zwar, mit schnellen Schlag-Kombinationen
die Distanz zum Gegner zu überbrücken und dabei klare Treffer
zu setzen. Doch im Infight selbst schlägt Ruiz wenig, sondern klammert
und schiebt seinen Gegner, um ihn zu ermüden. Toney dagegen lehnt im
Infight häufig an den Seilen und sucht dort unermüdlich nach Gelegenheiten,
seine ansatzlos geschlagenen Haken als Konter unterzubringen. Gelingt es
ihm dabei, seine schnelleren und präziseren Hände ins Ziel zu
bringen, wird er sich in einem unansehnlichen Gefecht am Ende knapp nach
Punkten durchsetzen.
Jens Lüders: Toney nach Punkten
"Moppel-Toney" war zwischenzeitlich mal wieder so fett, dass er
kaum noch aus den Augen gucken konnte. Dennoch sollte der "Style makes
fight"-Faktor ausreichen, um nach einem dreckigen Kampf einen Punktsieg
einzufahren. Die entscheidenden Faktoren sind Kondition und Timing. Toney
muss rechtzeitig seine Fäuste fliegen lassen, bevor Ruiz ihn mit seinen
Klammerorgien ersticken kann.
Peter Selzer: Toney durch TKO in Runde 10
Der Weltmeister gilt als Stinker. Auch gegen Toney wird er versuchen,
mit Hilfe seines unsauberen Klammerstils den Ring wieder als Weltmeister
zu verlassen. Doch Toney ist ein Meister im Infight. Niemand beherrscht
die kurzen Haken so wie er. Er wird mit zunehmender Dauer Ruiz mit kurzen
Haken zum Körper und Kopf die Kraft nehmen und vorzeitig in Runde 10
siegen
Stefan Strehler: Toney knapp nach Punkten
Auch wenn es inzwischen immer schwerer fällt, gegen Ruiz zu tippen,
schließlich schafft der es ja immer wieder, seine Kämpfe erfolgreich
zu beenden, glaube ich, dass James Toney die Möglichkeiten hat, den
Puertoricaner nach Punkten zu schlagen. Toneys Qualitäten im Infight
und der Schuss Genialität, der in ihm steckt, werden der Schlüssel
zu einem knappen, aber einstimmigen Punktsieg sein.
Benni
Vivacqua: Toney durch TKO in Runde 11
James
Toney mag nicht so schnell sein, wie es Roy Jones im Kampf gegen John Ruiz
war, doch er ist dem Weltmeister boxerisch ebenso überlegen wie es
damals Jones war. Auch verfügt er über den nötigen Punch,
um Ruiz beeindrucken zu können. Dies und die Erfahrung aus 74 Profikämpfen
werden den Ausschlag geben für einen späten TKO-Sieg des US-Amerikaners.
Marco Zeininger: Ruiz knapp nach Punkten
Ruiz wird Toneys Stärken im Infight nicht im Keim ersticken. Er wird
in typischer Manier jede Angriffsbemühung durch geschicktes Klammern
unterbinden. Ferner denke ich, dass Toney nicht die Schlagkraft besitzt,
einen vorzeitigen Sieg zu erringen. Daher gehe ich von einem knappen Punktsieg
von John Ruiz aus.
Fazit:
Die Mehrheit der BoxingPress-Mitarbeiter sieht James Toney als Sieger:
7 x Toney, 4 x Ruiz
|
|