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BP-Prognosen:
Antonio Tarver
vs.
Roy Jones III

Hier
sind die Prognosen der BoxingPress-Mitarbeiter für den anstehenden
Mega-Kampf im Halbschwergewicht am heutigen Samstag, den 01. Oktober 2005,
zwischen Antonio
Tarver (BP-Nr. 1) und Roy
Jones Jr. (BP-Nr. 9):
Thorsten
Fritsche: Tarver durch TKO
Beim ersten Kampf gab es einen umstrittenen Punktsieg für
Jones, beim zweiten einen klaren vorzeitigen Sieg für Tarver. Zudem
sah der "Magic Man" in seinen Kämpfen seither stets gut
aus, während sich der absteigende Trend bei Jones mit dem KO gegen
Glen Johnson bestätigte. Von daher sieht alles nach einem zweiten
Sieg für Tarver aus. Falls Antonio nicht den Fehler begeht, einen
KO erzwingen zu wollen, um das Ergebnis aus dem letzten Duell unbedingt
zu wiederholen, anstatt konzentriert seinen Stiefel herunter zu boxen,
gibt es am Samstag nur eine Frage: "You got any excuses tonight,
Roy?"
Patrick Haas: Tarver einstimmig nach Punkten
Antonio Tarver ist von Roy Jones besessen. Seit Roy Jones 1988 bei Olympia
um Gold betrogen wurde, hatte Tarver nur ein Ziel, er wollte beweisen,
dass er mindestens so gut ist wie Jones. Deswegen wird er sich für
diesen Kampf quälen, als wäre Roy Jones noch der Alte, was er
aber nicht ist. Ich erwarte einen sehr defensiven Roy Jones, der versuchen
wird, mit Einzelschlägen einen Punktsieg herauszuschinden. Am Ende
wird er einen Teilerfolg verbuchen und kommt über die Runden. Macht
Jones allerdings einen großen Fehler oder boxt zu aggressiv, wird
Tarver dies schnell bestrafen und den Kampf vorzeitig beenden.
Sebastian Gutknecht: Tarver nach Punkten
Sollte Roy Jones den Abwärtstrend, den er vor allem im Kampf gegen
Glen Johnson offenbarte, nicht wie durch ein Wunder stoppen können,
ist er für mich der klare Außenseiter gegen Antonio Tarver.
Mit der Arbeitsauffassung, die dieser gegen eben jenen Glen Johnson an
den Tag legte, wäre der Magic Man gegen einen lethargisch agierenden
Jones nicht einmal auf einen Knockout angewiesen.
Jörg
Lüdemann: Tarver knapp nach Punkten
Dieser
Kampf entscheidet sich allein im Kopf. Hat Tarver den gleichen Siegeswillen
wie in seinen vorherigen Duellen mit Jones? Oder verliert er erneut die
Bodenhaftung, so wie vor seiner Niederlage gegen Glen Johnson, als er
laut singend in und ohne Gürtel aus dem Ring stieg? Für Jones
heißt es hingegen: Hat er die zwei schweren KO-Niederlagen mental
weggesteckt und ist sein unbedingter Siegeswille noch einmal zurückgekehrt?
Oder wird er, einmal zurück im Ring, wieder ähnlich passiv agieren,
wie in den vergangenen Jahren? Meiner Meinung nach sind alle Szenarien
denkbar. Daher gehe ich von der wahrscheinlichsten Variante aus:
Andreas Kämpfe: Jones nach Punkten
Roy Jones ist shot. Jones ist zu langsam geworden für seinen Stil.
Tarver ist seine Nemesis. Alles Aussagen, die ihre Berechtigung haben.
Tarver hat seinem Gegner im ersten Kampf mehr Rätsel aufgegeben als
alle anderen Gegner vor ihm, über den zweiten Kampf braucht man nicht
zu reden. Trotzdem glaube ich, dass der beste Boxer der letzten 15 Jahre
noch einen großen Kampf liefern wird, die alte Klasse aufblitzen
lässt und den Beweis erbringen wird, dass ein Jones in einer anderen
Liga spielt als ein Tarver.
Karsten Knöchlein: Tarver durch KO in Runde 9
Roy Jones gewann den ersten Kampf umstritten nach Punkten und verlor den
zweiten Kampf vorzeitig. Für den ehemalig besten Boxer der Welt geht
es um alles oder nichts. Gewinnt er, mischt er auf einmal wieder ganz
oben mit. Verliert er aber erneut, dann wird seine Karriere mit Sicherheit
vorbei sein. Und genau deswegen wird Jones alles versuchen und alles geben.
Aber der Magic Man ist so von sich überzeugt und von
Jones besessen, dass er ebenfalls bis in die Zehenspitzen motiviert in
den Ring steigen wird. Versucht der ehemalige Superstar mit der Brechstange
einen vorzeitigen Sieg zu erzielen, so wird er erneut schwer KO gehen.
Wenn Jones doch noch etwas im Tank hat, die Brechstange in der Kabine
lässt und sich den permanenten Attacken von Tarver zwölf Runden
entziehen kann, so hat er vielleicht eine Chance auf einen Punktsieg.
Schafft er das nicht, so wird er sehr wahrscheinlich eine weitere Niederlage
kassieren.
Wolfgang Schiffbauer: Jones deutlich nach Punkten
Erst zum zweiten Mal in seiner Karriere geht Roy Jones Jr. als Außenseiter
in den Ring. Das erste Mal war beim Kampf gegen James Toney, nun ist es
im dritten Kampf gegen Antonio Tarver. Meiner Meinung nach wird Jones
auch diesmal als Sieger den Ring verlassen. Er ging zwar in seinen vorherigen
beiden Kämpfen schwer KO, aber trotzdem glaube ich, dass er den einen
letzten großen Kampf noch in sich hat. Schafft er es, über
zwölf Runden so zu boxen, wie er es im zweiten Aufeinandertreffen
gegen den Magic Man Tarver die ersten anderthalb Runden getan
hat, so dürfte er seinen Kontrahenten eiskalt ausboxen und nach Punkten
besiegen. Ich bin davon überzeugt, dass er es schafft.
Sebastian Swiecznik: Tarver durch KO in Runde 9
Es ist schwer vorstellbar, dass Jones nach zwei schweren KO-Niederlagen
und einem Jahr Pause noch einmal das Leistungsniveau aus dem ersten Kampf
gegen Tarver erreicht. Dies wird allerdings nötig sein, um eine reelle
Chance gegen Tarver zu haben. Der "Magic Man" wird Jones von
Anfang an unter Druck setzen und ihn erst gar nicht in den Kampf kommen
lassen.
Peter Selzer: Jones durch TKO in Runde 3
Tarver demütigte Jones, dessen Psyche durch die noch nachfolgende
Niederlage gegen Glen Johnson fast unerträglich gelitten hat. Aber
genau das ist der Grund des Comebacks von Jones. Er will die Demütigung
abschütteln und seinen Anspruch auf einen Platz in der Hall of Fame
zementieren, was ihm auch gelingen wird.
Stefan Strehler: Jones knapp nach Punkten
Roy Jones Jr. hätte es eigentlich nicht nötig gehabt, noch einmal
in den Ring zu steigen. Dass er dennoch einen dritten Kampf mit Antonio
TArver anstrebte, zeigt, dass er tatsächlich an einen Sieg glaubt.
Ich glaube, dass Tarver den zweimal ausgeknockten Jones Jr. nicht mehr
ganz so ernst nimmt. Das könnte ihm zum Verhängnis werden. Roy
Jones Junior knapp in einer Punkteentscheidung.
Benni Vivacqua: Jones nach Punkten
Roy Jones wird die Szene, die dem KO im zweiten Kampf gegen Antonio Tarver
vorausging, wieder und wieder analysiert haben. Es war sein einziger richtig
grober Schnitzer in insgesamt 14 Runden gegen den "Magic Man".
Er wird diesmal eine bessere Taktik und mehr Konzentration mit in den
Ring bringen und am Ende eine letzte große Leistung aus sich herauskitzeln
können, die ihm zu einem Punktsieg über Tarver verhelfen wird.
Marco Zeininger: Jones nach Punkten
Roy Jones nimmt mit diesem dritten Gefecht gegen Tarver einen Kampf an,
den er niemals annehmen müsste. An finanziellen Interessen kann es
nicht liegen, dass Jones nochmals gegen seinen ärgsten Widersacher
antritt. Jones ist bereits Multimillionär. Es liegt daran, dass er
sich noch ein einziges Mal etwas beweisen muss. Und dazu bedarf es einer
inneren Überzeugung, den Kampf gewinnen zu können, die scheinbar
bei ihm vorhanden ist. Jones wird daher einen taktisch geprägten
Kampf knapp nach Punkten gewinnen.
Fazit:
Die eine Hälfte der BoxingPress-Mitarbeiter sieht Tarver
und die andere Hälfte Jones als Sieger: 6 x Tarver, 6
x Jones
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