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BP-Prognosen:
Jermain Taylor
vs.
Cory Spinks


Hier sind die Prognosen der BoxingPress-Mitarbeiter für
die anstehende WBC/WBO-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht am heutigen Samstag, den 19. Mai 2007, zwischen Jermain Taylor und Cory Spinks.


Dr. Ralf Bettinger: Taylor durch TKO
Die Favoritenrolle dürfte unstrittig bei Taylor liegen, einzig die Frage, ob es zu einem vorzeitigen Sieg reicht, scheint bei dieser Kampfansetzung diskutabel. Ich meine: ja!

Jörg Dubiel: Taylor durch TKO in Runde 10
Der physische Vorteil von Titelverteidiger Taylor gegenüber Spinks dürfte relativ deutlich ausfallen, letzterer schien schon im Halbmittelgewicht nicht sonderlich gut aufgehoben zu sein. Ähnlich wie beim Aufeinandertreffen von Jermain Taylor mit Kassim Ouma rechne ich mit einem nicht sonderlich spektakulären Kampf in den ersten acht Runden. Ich tippe darauf, dass beide Akteure im letzten Drittel des Kampfes offensiver agieren werden und Taylor hier einen Abbruchsieg erzielen wird.

Thorsten Fritsche:
Taylor nach Punkten
Ich fürchte, dass wir ein sehr taktisches und streckenweise langatmiges Duell sehen werden. Sowohl Jermain Taylor als auch Cory Spinks sind nicht gerade für bedingungslose Offensive und Draufgängertum bekannt. Beide Boxer werden auf Konterchancen lauern und ihre Schnelligkeit für Einzelaktionen nutzen wollen. Sollte Taylor jedoch seine körperlichen Vorteile ausnutzen, könnte er den Kampf an sich reißen. Zab Judah hat gezeigt, dass Spinks durchaus zu beeindrucken ist, wenn man Ernst macht.

Patrick Haas:
Taylor durch TKO in Runde 7
Cory Spinks hat die Veranlagung, jeden Gegner und sich selbst schlecht aussehen zu lassen. Leider oder glücklicherweise führt sein Kampfstil dazu, dass er bei den TV-Sendern nicht sehr beliebt ist. So konnte Spinks das Angebot, sich mit Mittelgewichtsweltmeister Jermain Taylor zu messen, nicht ausschlagen. Er hätte es besser getan, denn trotz aller technischer Mängel ist Taylor ihm physisch so stark überlegen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Spinks auf dem Boden landet, sei es durch einen Schlag oder auf der Flucht vor Taylor. Vielleicht wäre es für Spinks besser, erhobenen Hauptes unterzugehen, als zwölf Runden lang mit allen Mitteln den Kampf zu zerstören. Gewinnen kann er so oder so nicht.

Karsten Knöchlein: Taylor nach Punkten
Auch wenn Cory Spinks ein guter Konterboxer ist, den man auf keinen Fall unterschätzen sollte, dürfte es gegen Jermain Taylor nicht reichen. Taylor wird wahrscheinlich nach vorne marschieren und Spinks mit vielen Schlägen bombardieren. Der Herausforderer wird zu sehr mit seiner Defensive beschäftigt sein, um selber Akzente setzen zu können.
Nur wenn der Weltmeister konditionell einbricht und Spinks bis dahin nicht zu viele Runden abgeben musste, hat er eine Chance, den Weltmeister zu entthronen.

Thomas Schlabe: Cory Spinks nach Punkten
Es wird viel über die physischen Vorteile, die Jermain Taylor gegen Cory Spinks besitzt, erzählt. Doch wie wir schon in seinen letzten Kämpfen sahen, die er zwar nicht verlor, aber auch nicht gerade überzeugend gewann, offenbarten sich klar Taylors taktische Defizite. Begründete man diese gegen einen Ronald Wright mit der erst recht kurzen Zusammenarbeit zwischen dem Weltmeister und Star-Trainer Emanuel Steward, so zeigte sich auch gegen den körperlich unterlegenen Kassim Ouma die eintönige Kampfführung des Champs. Im Gegensatz zum ebenfalls aus dem Junior-Mittelgewicht stammenden Ouma ist Cory Spinks aber ein recht flinker Konterboxer, der zwar nicht sonderlich viel Kraft in seine Schläge legen kann, dafür aber ein gewiefter Taktiker im Ring ist. Ich tippe somit auf einen Kampf, in dem Taylor nach zwei ruhigen Anfangsrunden schnellstmöglich den vorzeitigen Sieg sucht. Allerdings wird Spinks auf die brachiale Kampfesführung seitens Taylor gut eingestellt sein und seinerseits effektive Konter setzen. Einzig und allein die Frage, was in den so genannten Meisterschaftsrunden zehn bis zwölf passiert, bleibt offen. Beide haben spät in Kämpfen immer wieder Konditionsmängel aufgezeigt. Für mich heißt der Sieger nach einem Kampf über die volle Distanz trotz dieser Zweifel und der physischen Nachteile Cory Spinks.

Peter Selzer: Taylor durch TKO zwischen Runde 9 und 11
Die boxerischen Fähigkeiten betreffend gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden Kontrahenten. Aber Spinks ist Taylor körperlich klar unterlegen. Dies wird auch der Grund sein, weshalb Taylor zwischen Runde neun und elf durch TKO gewinnt.

Wolfgang Schiffbauer:
Taylor durch TKO
Jermain Taylor gegen Cory Spinks. Zwei gute Boxer, zwei Weltmeister. Taylor ist jedoch körperlich der weitaus stärkere Athlet, selbst für einen Mittelgewichtler ist er groß. Spinks hingegen boxte zwar zuletzt im Halbmittelgewicht, stammt aber eigentlich aus dem Weltergewicht. Boxerisch traue ich dem Herausforderer zu, Taylor überlegen zu sein. Trotzdem rechne ich mit einem späten K.o.-Sieg des Mittelgewicht-Champions, da auch sein Können nicht zu unterschätzen ist und seine körperlichen Vorteile wohl ein kleines Stück zu groß sein dürften. Sollte Taylor, der zuletzt selten überzeugen konnte, seinen Kontrahenten jedoch unterschätzen, so könnte ich mir auch einen Punktsieg von Cory Spinks vorstellen. Ich glaube aber nicht daran, da eine der Stärken Taylors seine Professionalität ist.

Stefan Strehler: Taylor nach Punkten
Spinks ist zwar ein hervorragender Boxer, speziell im defensiven Bereich, aber von der Physis her ist ihm Taylor, der auch gut und gerne im Supermittelgewicht boxen könnte, klar überlegen. Taylor wird kein Risiko eingehen und den Kampf mittels seiner exzellenten Führhand über die Punkte nach Hause schaukeln.

Sebastian Swiecznik: Spinks nach Punkten
Spinks hat sich physisch in eine hervorragende Verfassung gebracht. Beim obligatorischen Wiegen 30 Tage vor dem Kampf brachte er 168 amerikanische Pfund auf die Waage und sah dabei sehr austrainiert aus - nicht schlecht für einen ehemaligen Weltergewichtler. Allerdings war er schon in diesem Limit nicht mit einer beeindruckenden Schlagkraft oder überdurchschnittlichen Nehmerfähigkeiten gesegnet, von daher kann er Taylor in diesem Bereich sicher nicht Paroli bieten. Dennoch ist Spinks ein hervorragender Boxer und auch wenn ich anfangs noch an ein Mismatch geglaubt habe, denke ich jetzt, dass der ehemalige unumstrittene Weltmeister im Weltergewicht Taylor vor Probleme stellen könnte. Sollte der Champion aus Arkansas es nicht schaffen, Spinks schnell zu beeindrucken, dann könnte es über die Punkte vielleicht sogar eng für Taylor werden. Taylors letzter Gegner Kassim Ouma war wie Spinks ebenfalls ein Linksausleger und konnte Taylor trotz mangelnder Physis, Größe und boxerischer Klasse einige Runden stehlen. Ich bin mutig und tippe dieses Mal auf den Außenseiter und somit zum ersten Mal überhaupt gegen Taylor: Der Champion unterschätzt den Herausforderer und verliert knapp nach Punkten.

Benni Vivacqua: Taylor nach Punkten
Cory Spinks gehört einfach nicht ins Mittelgewicht. Schon im Superweltergewicht ist er so manchem Gegner körperlich unterlegen, kann dies jedoch durch sein boxerisches Können wettmachen. Gegen Jermain Taylor, der selbst ein ausgezeichneter Boxer ist, wird er diese Nachteile nicht kompensieren können und deutlich nach Punkten verlieren.


Fazit:

Die Mehrheit der BoxingPress-Mitarbeiter sieht Jermain Taylor als Sieger: 9 x Taylor, 2 x Spinks



 
     

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