Zurück
Boxforen
Ranglisten
Termine
Ergebnisse
Rekorde
. | ENGLISCH |
 
.
   
 

Jürgen Brähmer
vs.
Andre Thysse

von Karsten und Thorsten Fritsche



Nach seiner Rückkehr in den Ring letztes Jahr galt es für Jürgen Brähmer (BP-Nr. 11 im Supermittelgewicht, Foto) am Samstagabend im Burgwächter Castello in Düsseldorf, den nächsten Schritt in Richtung Weltmeisterschaft zu absolvieren, die laut Aussage seines Promoters Universum Box-Promotion noch Ende 2006 kommen soll. Als Prüfstein für den Schweriner sollte der Südafrikaner Andre Thysse herhalten, der bereits drei Weltmeisterschaftskämpfe, unter anderem gegen Markus Beyer (BP-Nr. 4), im Laufe seiner Karriere absolviert hat. Mit einem klaren Sieg gegen den 36-jährigen Veteranen sollte Brähmer zeigen, dass er für höhere Aufgaben bereit ist. Im Vorprogramm gab es einen weiteren Rückkehrer zu sehen: Michel Trabant forderte nach fast einjähriger Ringabstinenz den Italiener Michèle Orlando um dessen EU-Titel im Weltergewicht heraus.


1. Kampf: Maurice Weber vs. Michal Durovic, Weltergewicht, angesetzt auf vier Runden

Im ersten Kampf des Abends traf Maurice Weber in seinem dritten Einsatz als Profi auf den deutlich kleineren Tschechen Michal Durovic, der über die gesamten vier Runden nur sehr wenig für die Offensive tat, aber mit einer soliden Deckung aufwartete. Nach dem üblichen Abtasten in der ersten Runde brachte Weber im weiteren Kampfverlauf auf Anweisung von Trainer Michael Timm vermehrt die Schlaghand und Aufwärtshaken. Doch konnte er aufgrund der guten Verteidigung des Gegners nur selten klare Treffer setzen. Allein nach einem Körperhaken in der letzten Minute der dritten Runde zeigte Durovic Wirkung, jedoch gelang es dem Leverkusener nicht, die Situation zu nutzen, da er beim Nachsetzen einen Tiefschlag landete, der seinem Gegner eine Pause verschaffte. In den letzten zwei Runden versuchte der Tscheche seinerseits mit wilden Schlaghageln zum Erfolg zu kommen, war aber viel zu unpräzise. Am Ende gewann Maurice Weber das ungleiche Gefecht einstimmig mit drei Mal 40:36 nach Punkten.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Maurice Weber


2. Kampf: Denis Boytsov vs. Hein van Bosch, Schwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Als nächstes stand Denis Boytsov aus dem Spotlight-Team gegen den Südafrikaner Hein van Bosch im Ring. Zunächst sah es ganz so aus, als sollte es ein weiterer kurzrundiger KO-Erfolg für den 19-jährigen Russen werden, als er seinen Gegner in der ersten Minute in Runde eins mit einem linken Kopfhaken zu Boden schickte. In den beiden folgenden Runden versuchte Boytsov zwar oft, klare Treffer zu erzwingen, was ihm aber nur selten gelang. Besser sah er aus, wenn er in die Aktionen des Südafrikaners, der jetzt mehr dagegen hielt, hineinschlug. In Durchgang vier erzielte der Spotlight-Boxer mit einem linken Aufwärtshaken einen weiteren Niederschlag, doch van Bosch konnte das Gefecht abermals fortsetzen. In Runde fünf folgten weitere Wirkungstreffer, die der Gastboxer zwar beeindruckenderweise wegsteckte, welche ihm aber sichtlich Kraft kosteten. So gab seine Ringecke den Kampf in der Pause zum sechsten Durchgang auf, womit Denis Boytsov auch in seinem zwölften Kampf vorzeitiger Sieger blieb.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der sechsten Runde Denis Boytsov


3. Kampf: Ahmet Büyükbudak vs. Slavomir Dendis, Halbschwergewicht, angesetzt auf vier Runden

In seinem Profidebüt bekam es Ahmet Büyükbudak mit dem körperlich deutlich unterlegenen Slavomir Dendis zu tun, der zu Beginn seiner Karriere noch im Mittelgewicht angetreten war. Der Athlet aus Bremen sicherte sich von Beginn an die Ringmitte und ging in den Angriff über, stand die meiste Zeit jedoch zu weit von seinem Kontrahenten aus der Slowakei weg, um klare Treffer anbringen zu können. So verliefen die ersten beiden Runden eher ereignislos mit viel Fintieren und nur wenigen Aktionen, die Büyükbudak dann gelangen, wenn er Dendis doch einmal an den Ringseilen stellen konnte. In Durchgang drei machte es der Profidebütant dann besser und schickte seinen Gegner bald mit einer krachenden Rechten auf die Bretter. Dendis konnte den Kampf fortsetzen, doch bei Büyükbudak schien nun der Knoten endgültig geplatzt zu sein. Weitere harte Treffer schlugen am Kopf des Slowaken ein, bis Ringrichter Oliver Brien den Kampf zu Recht abbrach.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO nach 1:48 in Runde drei Ahmet Büyükbudak


4. Kampf: Sebastian Zbik vs. Attila Kiss, Superweltergewicht, angesetzt auf acht Runden

Im vierten Kampf des Abends gelang Sebastian Zbik ein deutlicher und zu keinem Zeitpunkt wirklich gefährdeter Sieg. Von Beginn an setzte der Schweriner seinen Gegner Attila Kiss unter Druck. Zbik dominierte den Kampf schon allein mittels seiner Führhand, der er wahlweise die rechte Schlaghand einzeln oder flüssige Kombinationen folgen ließ. Der Ungar hatte bereits mit der Defensive alle Hände voll zu tun, so dass er eigene Offensivaktionen gar nicht erst startete. In Runde zwei setzte sich das Bild zunächst fort, bis Zbik schließlich mit einem linken Haken zum Körper, gefolgt von einer Rechten zum Kopf voll durchkam. Mit ein wenig Verzögerung ging Kiss deutlich angeklingelt zu Boden. Er kam zwar wieder auf die Füße, ließ sich aber von Ringrichter Heinrich Mühmert im Stehen auszählen. Kurz nach dem Kampf gab Ringsprecher Gerd Müller bekannt, dass Zbik seinem Gegner die Nase gebrochen hatte. Nach diesem einseitigen Gefecht wird es Zeit, dass der Schweriner stärkere Gegner vor die Fäuste bekommt, um sich weiterentwickeln zu können.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO nach 0:41 in Runde zwei Sebastian Zbik


5. Kampf: Egon Roth vs. Jeff Yeoman, Schwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Mit der zweiten Begegnung im Schwergewicht folgte der eindeutig schwächste Kampf dieser Veranstaltung, den man eigentlich kaum so nennen konnte. Der bereits 39-jährige Amerikaner zeigte von Beginn an, dass er nicht zum Kämpfen gekommen war und gewaltigen Respekt vor seinem hünenhaften Gegner hatte. Direkt nach dem Gong zur ersten Runde machte er sich klein und ergriff die Flucht, indem er sich stets seitlich wegbewegte, um Egon Roth (auf Foto rechts) kein stehendes Ziel zu bieten. Teilweise drehte Jeff Yeoman sich dabei sogar von seinem Gegner ab. Wurde er doch einmal gestellt, ging der Kopf sofort bis auf Kniehöhe runter und er bohrte sich mit der Schulter voran in seinen Gegner. Folglich gelang dem Frankenthaler in der ersten Runde kein einziger wirklich sauberer Treffer. Im zweiten Durchgang setzte sich der unansehnliche Kampfverlauf zunächst fort. Nach einiger Zeit gelangen Roth per Aufwärtshaken und linker Körperhaken doch noch ein paar Treffer. Yeoman schienen bereits vom Weglaufen und Klammern die Kräfte zu verlassen und so ging er bei 1:50 ohne sichtbare Schlagwirkung das erste Mal zu Boden. Nach einer linken Geraden seines Gegners musste er kurz darauf erneut runter und wurde von Ringrichter Jürgen Langos ausgezählt. Somit war nicht nur das Publikum, sondern auch der enttäuschte Egon Roth, der sicher gern einen besseren Kampf gezeigt hätte, von dem grauenhaften Gegner erlöst.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO nach 1:37 in Runde zwei Egon Roth


6. Kampf: Michéle Orlando vs. Michel Trabant, EU-Meisterschaft im Weltergewicht, angesetzt auf zehn Runden


„Augen auf, ich komme“, hieß es in Michel Trabants (Foto) Einmarschmusik. Doch bevor der Berliner dem Publikum die Augen öffnete, dass sich ein ehemaliges Talent aus Deutschland zurückmeldete, war es sein italienischer Gegner, der mit einer harten Schlaghand gleich zum Auftakt des Kampfes die ersten Akzente setzte. Fast schien es, als hätte Michéle Orlando den UBP-Boxer mit diesem Treffer wach gerüttelt, der danach immer besser in den Kampf fand. Die erste Runde bestimmte Orlando mit seinen Geraden und auch im zweiten Durchgang konnte er seine Reichweite nutzen, um in den Schlagwechseln eine Hand mehr ins Ziel zu bringen. Mit mehreren linken Kopfhaken, die sogar kurzzeitig Wirkung hinterließen, gewann „das Phantom“ in der dritten Runde deutlich die Oberhand und hatte nun die richtigen Mittel gefunden, um den Reichweitenvorteil des Boxers aus Guidonia auszuschalten. Im folgenden Kampfverlauf agierte Trabant phasenweise mit tief hängender Deckung, nutzte seine Beweglichkeit im Oberkörper und setzte harte Treffer, wobei der linke Haken auch weiterhin seine beste Waffe war. Zwar fanden Orlandos Geraden noch mehrfach das Ziel, doch schob er seine Schläge zunehmend und musste dem hohen Tempo des hart umkämpften Duells Tribut zollen.

Ab der sechsten Runde musste auch Trabant vom Gas gehen und verringerte seine Schlagfrequenz sichtlich. Dennoch gelang es ihm im siebten Durchgang, seinen immer müder wirkenden Gegner anzuklingeln. Aber auch der Berliner gönnte sich Pausen, als er zweimal seinen Mundschutz verlor, was ihm eine Ermahnung des Ringrichters Jose Villas Muller aus Spanien einbrachte. Angesichts der deutlichen Schwäche Orlandos biss der Schützling von Torsten Schmitz noch einmal die Zähne zusammen und setzte im neunten Durchgang seinen Gegner mit einem Schlaghagel unter Druck, der diesen taumeln ließ. Ein Niederschlag schien zum Greifen nahe. Angefeuert vom Düsseldorfer Publikum, das Trabant mit seiner beherzten Kampfesführung schon längst für sich gewonnen hatte, startete der 27-Jährige ebenso aggressiv in die zehnte Runde und auch das häufige Klammern des völlig erschöpften Italieners konnte das Ende nicht mehr abwenden. Nach mehreren linken Haken zählte Ringrichter Muller Orlando im Stehen an. Ein weiterer Schlaghagel Trabants erzwang kurz darauf den Abbruch.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO nach 2:17 in Runde zehn Michel Trabant


7. Kampf: Karoly Balzsay vs. Jose Warner, Supermittelgewicht, angesetzt auf acht Runden

Als nächstes stand das Duell des Ungarn Karoly Balzsay (Foto) gegen Jose Warner aus Kolumbien auf dem Programm. Standesgemäß übernahm der Spotlight-Boxer früh die Kontrolle über das Gefecht und marschierte hinter einer geschlossenen Deckung auf seinen Kontrahenten zu. Zwar erarbeitete sich der Rechtsausleger in der ersten Runde mit seiner Führhand diverse Chancen, doch kam er nur zu vereinzelten klaren Treffern. Dem Gastboxer fehlte bei seinen Aktionen zunächst die Distanz und so schlug er meist zu kurz. In Runde zwei fand Balzsay dann öfter sein Ziel und so gelang ihm mit einer knallharten Linken ein Niederschlag. Warner kam rechtzeitig auf die Füße, allerdings nur, um gleich darauf erneut von Balzsays Schlaghand auf die Bretter geschickt zu werden. Doch der Kolumbianer zeigte Kämpferherz und setzte das Gefecht abermals fort. Der Ungar griff mit 18 verbliebenen Sekunden in der Runde ungestüm an, doch ein harter Konter seines Gegners holte ihn fast von den Beinen und so schaffte es Warner, sich in die Pause zu retten. In der dritten Runde zeigte sich der Gastboxer scheinbar erholt und hielt jetzt beherzt dagegen, doch der Schützling von Trainer Fritz Sdunek erzielte weiterhin die besseren Treffer. Im folgenden Durchgang schien Warner sein Pulver schon wieder verschossen zu haben und musste erneut harte Wirkungstreffer einstecken, während er mit seinen wilden Schwingern nur Luftlöcher schlug. In der Pause zur fünften Runde signalisierte die Ecke des Kolumbianers schließlich die Aufgabe.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in Runde fünf Karoly Balzsay


8. Kampf: Jürgen Brähmer vs. Andre Thysse, WBC-Internationale Meisterschaft im Supermittelgewicht, angesetzt auf zwölf Runden

Im Hauptkampf des Abends traf Jürgen Brähmer (BP-Nr. 11)auf den Südafrikaner Andre Thysse. Das Duell gegen den 36-jährigen Veteranen sollte den Schweriner auf dem Weg zur Weltmeisterschaft einen Schritt weiter bringen und zeigen, dass er höheren Aufgaben gewachsen ist. Thysse war zweifellos der bisher am stärksten einzuschätzende Gegner in Brähmers Kampfrekord. Zunächst sah es auch so aus, als ob sich der Rechtsausleger, der als klarer Favorit in den Kampf ging, dieser Aufgabe rasch entledigen würde. Bereits früh in der ersten Runde gelang es ihm seinen Gegner klar zu treffen. Dieser zeigte jedoch keinerlei Wirkung, abgesehen davon, dass sich sein Gesicht bald rötete. Der Südafrikaner schien zunächst seine Probleme damit zu haben, sich den Angriffen seines neun Jahre jüngeren Kontrahenten zu entziehen. Ein ums andere Mal konnte Brähmer ihn stellen. In Durchgang zwei wechselte Thysse sogar selbst in die Rechtsauslage, was den Deutschen jedoch nicht im geringsten zu beeindrucken schien. Jedoch zeigte sich auch in diesem Kampf, dass Brähmer in seinen eigenen Angriffen offen für Konter ist. Dies erkannte auch sein Gegner, der zunehmend in die Aktionen des Schweriners hineinschlug und somit deutliche Treffer landete.

Auch in den Runden drei und vier griff Brähmer weiter an und hatte die Mehrzahl an Schlägen im Ziel. Doch versuchte er zuviel zu erzwingen und fing sich weiterhin die Konter Thysses, der zunehmend Mut zu fassen schien. In den darauffolgenden Runden ging der Schützling von Trainer Arnold Volbrecht sogar selbst mehrfach in den Vorwärtsgang und kam auch zu Treffern. Nun verlegte sich Brähmer aufs Kontern, blieb geduldig und startete nur gelegentlich überfallartige Angriffe. Zu diesem Zeitpunkt hatte es Thysse geschafft, das Gefecht überraschend ausgeglichen zu gestalten. Dies schien auch Brähmer zu merken, der in Durchgang sieben wieder selbst in den Angriff überging. Mehrfach gelang es ihm, seinen Gegner an den Ringseilen zu stellen und mit Kombinationen zu bearbeiten, jedoch zunächst ohne erkennbare Schlagwirkung zu hinterlassen. Mitte der Runde landete er dann einen Körpertreffer mit der linken Schlaghand, der Thysse durchzurütteln und zeitweilig die Luft zu nehmen schien. Brähmer setzte sofort nach und deckte den Südafrikaner für den Rest der Runde mit Schlägen ein. Ein Niederschlag wollte ihm jedoch nicht gelingen. Dieser Zwischenspurt schien ihn viel Kraft gekostet zu haben. In der folgenden Runde wirkte er sichtlich langsamer und die Arme schienen ihm schwer zu werden, weshalb er immer wieder die Deckung fallen ließ. Sein Gegner bemerkte dies offensichtlich und gewann Runde acht mit eigenem Offensivdrang deutlich für sich.

Während der Pause zur neunten Runde wurde Brähmers linke Schulter ausgiebig gekühlt, was auf Beschwerden hinwies. Zwar wirkte der Schützling von Trainer Michael Timm in Runde neun wieder sicherer und griff mit Kombinationen an, aber Thysse hielt dagegen und antwortete mit eigenen Aktionen. Brähmer schien zu diesem Zeitpunkt schon deutlich an Druck hinter seinen Schlägen eingebüßt zu haben. Ab Mitte des zehnten Durchgangs schien der Kampf dann endgültig zu kippen. Zunächst griff zwar der UBP-Boxer wieder an und konnte auch eine Schlaghand voll unterbringen, doch Thysse schüttelte nur mit dem Kopf und ging dann selbst wieder in die Offensive über. Wie auch schon in Runde zwei wechselte der Südafrikaner in die Rechtsauslage. Dieses Mal mit mehr Erfolg, denn für den Rest der Runde war er es, der die besseren Treffer ins Ziel brachte.

Im elften Abschnitt schienen Brähmer endgültig die Kräfte verlassen zu haben. Er klammerte, wann immer es möglich war, wodurch der Kampf zunehmend zerfahrener wurde. Nur selten stellte er sich dem Schlagabtausch, wobei er mehrfach deutliche Treffer kassierte. Er schien sogar kurz vor einem Bodenbesuch zu stehen. Thysse war nun klar überlegen und setzte seine Angriffsbemühungen auch in Runde zwölf weiter fort. Vom Deutschen kam nun gar nichts mehr an Bemühungen, einen sauberen Boxkampf zu bestreiten. Zweimal wurde er vom englischen Ringrichter Richard James Davis wegen Haltens ermahnt. Seine Versuche, den Schlägen Thysses auszuweichen, wirkten eher wie unkontrolliertes Taumeln. Schließlich schaffte er es noch, sich über die Zeit zu retten.

Am Ende werteten die drei Punktrichter den Kampf einstimmig mit zweimal 117:112 und einmal 117:111 zugunsten Jürgen Brähmers. Der Punktsieg war an sich aufgrund der ersten Kampfhälfte verdient, doch fiel er nach Ansicht der Autoren in der Höhe etwas zu deutlich aus.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Jürgen Brähmer

In der gestern gezeigten Form ist Jürgen Brähmer sicher noch nicht reif für einen Weltmeisterschaftskampf und es gilt noch einiges zu verbessern, bevor er diese Aufgabe erfolgreich angehen kann. Gerade seine Defensive scheint doch verbesserungswürdig. Vor allem in seinen eigenen Angriffen ist er immer noch zu offen. Überraschend waren die konditionellen Probleme, die Brähmer gestern im letzten Kampfdrittel zeigte. Bei einem schlagstärkeren Gegner, der entschieden nachsetzt, hätte dies ins Auge gehen können, denn deutlich getroffen wurde er in dieser Phase des Kampfes von Andre Thysse mehrfach.

Auf der Pressekonferenz zeigte sich Jürgen Brähmer mit seiner Leistung selbst nicht völlig zufrieden. Er erwähnte, dass er sich bereits im Training eine Schulterverletzung zugezogen habe, die ihn auch im Kampf behinderte, wollte dies aber nicht als Entschuldigung gelten lassen. Sein Gegner Andre Thysse zollte ihm vor allem für seine Schlagkraft Respekt. Der Südafrikaner akzeptierte zwar die Niederlage, hatte aber auch die Schwächen des Schweriners aufgezeigt. Dennoch war er sich sicher, dass Brähmer, falls er aus dem Kampf gelernt habe, durchaus in der Lage sei, um einen WM-Titel zu boxen und z.B. Markus Beyer (BP-Nr. 4) einen harten Kampf zu liefern.

Promoter Klaus-Peter Kohl fand, dass dieser Kampf ganz wichtig für seinen Boxer auf dem Weg zur Weltmeisterschaft war. Er sei froh, dass das Gefecht derart hart für Brähmer gewesen sei und dieser aus der Erfahrung viel gelernt haben würde. Letztlich bleibt das für den Schweriner nur zu hoffen, denn sonst wird er sein Ziel eines Weltmeistergürtels bei der momentanen Konkurrenz sicher nicht erreichen.
Montag, 06. Februar 2006

 
     

BoxingPress.de - Alle Rechte vorbehalten
© 2006 - Alle Elemente sowie das Layout dieser Seiten unterliegen den Copyrightbestimmungen nach deutschem Recht. Kein Teil dieser Seiten darf in irgendeiner Form an anderer Stelle ohne die ausdrückliche Erlaubnis von BoxingPress.de veröffentlicht werden.
 

All photos ALLSPORT / AFP / ROGER WILLIAMS / SECONDSOUT.COM / KURT SAYGIN - BoxingPress ist um vollständigen Urhebernachweis auf seinen Internetseiten bemüht. Sollte sich auf einer unserer Seiten dennoch eine ungekennzeichnete, aber durch Copyright eines Dritten geschützte Graphik befinden, so konnte das Copyright von uns nicht festgestellt werden. Sollte Bildmaterial einmal nicht mit einem entsprechenden Urhebernachweis ausgezeichnet sein, bitten wir den Betreffenden, sich bei der Redaktion zu melden. Im Falle einer solchen unbeabsichtigten Copyrightverletzung werden wir das entsprechende Objekt nach Benachrichtigung aus der Internetseite entfernen bzw. mit dem entsprechenden Copyright kenntlich machen.
GOWEBCounter by INLINE