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Michael Brodie vs. In-Jin Chi
- Der Bericht

Von Thorsten Fritsche


Am vergangenen Samstag fand in der MEN Arena in Manchester, England, das Rematch um den vakanten Weltmeistergürtel im Federgewicht nach Version des WBC zwischen dem Engländer Michael Brodie (Foto oben, BP-Nr. 9) und In-Jin Chi (BP-Nr. 7) aus Korea statt. Die Wiederholung dieser Auseinandersetzung war erforderlich geworden, da das erste Aufeinandertreffen der beiden Boxer, das zu den besten Kämpfen des letzten Jahres zu zählen ist, auf äußerst fragwürdige Weise unentschieden gewertet wurde. Zunächst hatte es ungewöhnlich lange gedauert, die Punktzettel zusammenzuaddieren, da offensichtlich Verwirrung durch einen Punktabzug gegen Brodie entstanden war, den Ringrichter Danny van der Wiele angeblich nicht deutlich angezeigt hätte. Nachdem sich WBC-Präsident José Sulaiman persönlich der Punktzettel angenommen hatte, wurde Chi zum Sieger durch Mehrheitsentscheidung erklärt, womit die meisten Zuschauer einverstanden zu sein schienen, hatte der Koreaner seinen Kontrahenten zum Ende hin recht klar beherrscht und im Verlauf des Kampfes sogar einmal am Boden gehabt. Doch kurz darauf, als beide Kämpfer bereits in den Kabinen waren, kamen Sulaiman Zweifel an der Korrektheit seiner Addition und das Urteil wurde nochmals überprüft. Schließlich wurde das Urteil zu einem Unentschieden durch Mehrheitsentscheidung geändert. Das Ziel beider Boxer konnte diesmal eigentlich nur lauten, den Kampf möglichst eindeutig zu gewinnen, um nicht auf das Urteil des Punktgerichts angewiesen zu sein.

Zu Beginn der Auseinandersetzung kam Brodie nach einer kurzen Abtastphase schnell mit seinem Jab durch, während Chi in gewohnter Manier den Vorwärtsgang wählte und seinen Gegner an den Seilen zu stellen versuchte. Bald darauf ließ der 29-jährige Lokalheld aus Manchester erste Schläge zum Körper seines Kontrahenten folgen, was diesem jedoch auch die Möglichkeit bot, die Distanz zu überbrücken. Doch während zunächst noch die Mehrzahl der Schläge des Koreaners auf der Deckung landeten, traf er Mitte der ersten Runde den Engländer mit einer Kombination an Körper und Kopf, die bereits Wirkung hinterließ, bevor er ihn mit einer harten Rechten zu Boden schlug. Brodie kam jedoch recht schnell wieder auf die Füße und konnte den Kampf fortsetzen.

In den nachfolgenden Runden gelang es Brodie, das Gefecht wieder ausgeglichener zu gestalten und er kam vor allem mit Körpertreffern gut durch, die - ganz im Gegensatz zu seinen Schlägen zum Kopf - zumindest etwas Wirkung bei Chi zu hinterlassen schienen. Dieser machte kaum einmal einen Schritt zurück, sondern setzte seinen Gegner unablässig unter Druck. In Durchgang vier kam es dann zu einem unabsichtlichen Zusammenstoß der Köpfe beider Boxer, der bei Chi eine kleine Platzwunde über der linken Augenbraue hinterließ. Gemäß WBC-Regeln wurde Brodie ein Punkt abgezogen und die Zuschauer fühlten sich an den ersten Kampf erinnert, in dem genau das Gleiche geschah und für soviel Verwirrung gesorgt hatte.

In Runde sechs gelang es Chi, den Druck nochmal deutlich zu erhöhen und Brodie mehrfach hart zu treffen, was deutliche Spuren im Gesicht des Engländers hinterließ. Dieser machte dann zu Beginn des darauffolgenden Durchgangs einen bereits angeschlagenen Eindruck. Von seinem Gegner in einer Ringecke gestellt, musste Brodie in Runde sieben schließlich eine harte Rechte, gefolgt von einem schweren Aufwärtshaken nehmen, woraufhin er erneut auf die Bretter ging und von Ringrichter Massiomo Barovecchio ausgezählt wurde. So war diesmal eine Entscheidung durch die Punktrichter nicht notwendig.

Montag, 12. April 2004

 
     

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