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Jose Luis Castillo und Jeff Lacy siegen

von Thorsten Fritsche



Am Samstag standen im Mandalay Bay in Las Vegas, Nevada, gleich zwei Weltmeisterschaftskämpfe auf dem Programm. Im Hauptkampf galt es für den WBC-Champion im Leichtgewicht, Jose Luis Castillo (BP-Nr. 1), seinen Titel gegen Julio „The Kid“ Diaz (BP-Nr. 7) zu verteidigen. Doch zunächst stieg Jeff Lacy (BP-Nr. 6) für die dritte Titelverteidigung seines Weltmeistergürtels im Supermittelgewicht nach Version der IBF gegen Rubin Williams in den Ring.

„Left Hook“ Lacy (Foto) hatte sich offensichtlich viel für diesen Abend vorgenommen, jedenfalls griff er entschlossen an und konnte bereits früh mit harten Schlägen durchkommen, während Williams vor allem auf seinen Jab setzte. In Runde zwei sah es sogar so aus, als ob der Mann aus Detroit bereits runter müsse, doch er hielt tapfer dagegen. Im vierten Durchgang hatte Williams dann seinen Rhythmus gefunden und konnte die klareren Aktionen für sich verbuchen. Die beiden Boxer tauschten in den zwei nachfolgenden Runden in unzähligen Schlagwechseln eine Vielzahl von Treffern aus und es entwickelte sich ein sehenswerter Kampf. Auch wenn Lacy im fünften Durchgang nochmals eine gute Szene hatte, konnte zunächst keiner der Boxer den Kampf an sich reißen. Doch früh in Runde sieben kam der Weltmeister mit mehreren Wirkungstreffern durch. Williams stand zwar schwer mitgenommen an den Ringseilen, ging jedoch nicht runter, während Lacy unablässig auf ihn einschlug und immer wieder schwerste Treffer landete. Schließlich hatte Ringrichter Tony Weeks genug gesehen und ging brach den Kampf ab. Direkt nach seinem Sieg forderte Lacy den WBO-Weltmeister Joe Calzaghe (BP-Nr. 1) zu einem Titelvereinigungskampf heraus.

Auch WBC-Weltmeister Jose Luis Castillo (BP-Nr. 1, Foto) suchte in seiner Titelverteidigung im Leichtgewicht gegen Julio „The Kid“ Diaz (BP-Nr. 7) früh den Vorwärtsgang. Allerdings waren seine Bemühungen zunächst nur von durchwachsenem Erfolg gekrönt, da sein sechs Jahre jüngerer Gegner gut dagegen halten konnte und in der ersten Runde sogar besser traf. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein rasantes Gefecht, das meist in der Halb- und Nahdistanz ausgetragen wurde. Castillo suchte immer wieder den Weg zum Mann und Diaz schien nur all zu bereit, die Schlagwechsel anzunehmen. Doch erst in Runde vier, als der Herausforderer durch einen unabsichtlichen Kopfstoß eine Platzwunde über dem linken Auge davon trug, schien sich der 31-jährige Weltmeister allmählich Vorteile zu verschaffen. Diaz sah sich nun vermehrt unter Druck, fightete aber beherzt zurück. Als „The Kid“ jedoch eine weitere Platzwunde über dem rechten Auge erlitt, diesmal durch einen Schlag Castillos verursacht, und sein linkes Auge im Lauf der achten Runde fast komplett zugeschwollen war, schien sein Schicksal besiegelt. Während Runde neun vor allem durch häufiges Klammern und Schieben seitens des Weltmeister geprägt war, wobei Castillo teils gefährlich mit dem Kopf agierte, gab es im anschließenden Durchgang wieder mehr Schlagwechsel. Diaz fing sich einen schweren linken Haken als Konter ein und musste erstmals runter. Bei acht stand „The Kid“ wieder auf den Füßen und nahm den Kampf nochmals auf. Doch schon bald fand er sich nach einer Eins-Zwei-Kombination Castillos erneut auf den Brettern wieder. Auch dieses Mal war Diaz schnell genug wieder oben, doch Ringrichter Richard Steele fand, dass der 26-Jährige genug Treffer kassiert hatte und beendete den Kampf in Runde zehn. Für den siegreichen Castillo steht als nächstes voraussichtlich im Mai ein Titelvereinigungskampf gegen den Weltmeister nach Version der WBO, Diego Corrales (BP-Nr. 2), an.
Montag, 07. März 2005




 
     

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