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Martin Castillo vs.
Alexander Munoz II

von Wolfgang Schiffbauer



Im Rahmenprogramm des Rückkampfes zwischen Erik Morales (BP-Nr. 6 im Leichtgewicht) und Manny Pacquiao (BP-Nr. 2 im Superfedergewicht) im Thomas & Mack Center in Las Vegas, Nevada, kam es zu einem Kampf um den WBA-Titel im Superfliegengewicht zwischen dem Titelverteidiger Martin Castillo (BP-Nr. 1) und dem Ex-Weltmeister Alexander Munoz (BP-Nr. 3, Foto oben), wobei es sich hier ebenso wie beim Hauptfight um einen Rückkampf handelte. Der 29-jährige Castillo galt vor dem Kampf als großer Favorit gegenüber seinem drei Jahre jüngeren Kontrahenten.

Rückblick: Am 3. Dezember 2004 boxten beide zum ersten Mal gegeneinander, zu diesem Zeitpunkt war Munoz noch der Weltmeister. Allerdings ließ ihm der Mexikaner damals keine Chance, boxte ihn klar aus, schickte ihn zwei Mal zu Boden und wurde verdient durch einen einstimmigen Punktsieg Weltmeister. Nach dem Kampf gab der entthronte Weltmeister an, dass er nur drei Tage für den Kampf trainiert habe und setzte sich das Ziel, einen Rückkampf zu bekommen.

Seitdem verteidigte Martin „El Gallo“ Castillo seinen Titel souverän gegen Eric Morel und Hideyasu Ishihara, wohingegen Munoz zwei Aufbaukämpfe bestritt und einen WM-Ausscheidungskampf gewann. Vor dem Kampf prophezeiten beide einen Sieg jeweils für sich und der Herausforderer stellte klar, dass er diesmal besser trainiert habe.

Bereits im ersten Durchgang zeigte sich schließlich, dass Munoz seine Ankündigung wahr machen wollte: Gegen Mitte der Runde stellte er seinen Gegner an den Seilen, landete während eines Schlagabtausches gute Treffer und schickte den Weltmeister zu Boden. Dieser erholte sich allerdings relativ schnell und überstand die Auftaktrunde ohne weitere Probleme.

Im weiteren Kampfverlauf hatten beide Boxer ihre Momente und es gab auch immer wieder einen Schlagabtausch zu sehen. Castillo war meist besser, wenn er aus der Distanz boxte, wohingegen Munoz im Infight öfter Vorteile hatte. Zwischen der fünften und der neunten Runde hinterließ der Kampf Spuren in den Gesichtern beider Boxer: Durch zwei unabsichtliche Kopfstöße öffnete „El Explosivo“ Cuts über dem rechten und unter dem linken Auge des mexikanischen Titelträgers. Beim Venezolaner hingegen schwoll das rechte Auge komplett zu.

Die neunte Runde wurde dann der Höhepunkt des Kampfes: Von Anfang an begaben sich beide Boxer in den Infight und schlugen ohne Rücksicht auf Verluste aufeinander ein, beide zeigten viel Herz, gute Nehmerfähigkeiten und den Willen, den Kampf zu gewinnen. Ohne Zweifel wird diese Runde als eine der besten dieses Jahres in Erinnerung bleiben. Doch nun gewann Castillo die Oberhand und konnte durch seine bessere Kondition die letzten drei Runden für sich entscheiden.

Nach zwölf engen Runden werteten die Punktrichter 115:112 für Munoz, 115:112 und 116:111 für Castillo, der somit seinen WM-Titel verteidigen konnte.

Wie es nun für beide Boxer weitergeht, steht in den Sternen. Castillo, der noch nie in seinem Heimatland Mexiko geboxt hat, könnte durch einen Kampf gegen einen anderen Mexikaner, wie z.B. Jorge Arce (BP-Nr. 3 im Fliegengewicht), in Mexiko als auch in allen anderen Ländern der Welt Respekt und Ansehen sammeln. Die Fähigkeiten, um ganz oben in den „Pound 4 Pound“-Ranglisten (gewichtsklassenübergreifende Rangliste) mitzuspielen, besitzt er in jedem Fall. Für Munoz stellt sich die Frage, ob er im Superfliegengewicht bleiben oder in einer anderen Gewichtsklasse nach einem Titel greifen soll. Er bewies trotz der Niederlage, dass er durchaus die Fähigkeiten besitzt, um noch einmal Weltmeister zu werden.

Sonntag, 22. Januar 2006

 
     

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