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Miguel Angel Cotto
vs.
DeMarcus Corley
- Der Bericht

von Thorsten Fritsche



Am Samstag stieg der WBO-Weltmeister im Superleichtgewicht, Miguel Angel Cotto (BP-Nr. 4, Foto oben), im Coliseo Ruben Rodriguez in Bayamon, Puerto Rico, gegen den US-Amerikaner DeMarcus Corley (BP-Nr. 9) in den Ring, um vor heimischem Publikum die zweite Titelverteidigung seiner Laufbahn zu bestreiten. Der 24-jährige Athlet aus Caguas, der am Kampfabend mit einem inoffiziellen Rekordgewicht von ca. 71 kg antrat, galt als klarer Favorit und wollte die Aufgabe offensichtlich möglichst schnell und beeindruckend beenden. Ohne viel Geplänkel stürmte Cotto von Beginn an auf „Chop Chop“ Corley zu und versuchte, vor allem Wirkungstreffer zu landen. Der Rechtsausleger aus Washington DC, der mit einer bizarr aussehenden Maske in den Ring kam, musste Mitte der ersten Runde zu Boden, konnte den Kampf aber fortsetzen. Im weiteren Verlauf des Durchgangs gelang es ihm dann, im Rückwärtsgang mit Kontern zu treffen und den Kampf ausgeglichener zu gestalten. Das Gefecht wurde sehr hitzig geführt, was sich unter anderem darin zeigte, dass Cotto nach dem Gong zur Rundenpause nachschlug, als Rache dafür, dass Corley zuvor nach einem Trennkommando noch einmal hingelangt hatte.

Die Unsauberkeiten setzten sich auch in der zweiten Runde fort, als dem Puerto-Ricaner ein Punkt wegen Tiefschlagens abgezogen wurde. Dessen ungeachtet setzte Cotto weiter den Druck auf seinen Gegner fort, der eher selten versuchte, auf Distanz zu bleiben. Auch dieses mal kam es nach dem Ende der Runde zum Schlagwechsel.

Früh im dritten Abschnitt sah es fast so aus, als ob es zu einer Sensation kommen würde. Corley (Foto) traf mit einem schweren rechten Haken an die Schläfe, die den Weltmeister auf wackeligen Beinen durch den Ring flüchten ließ. Doch zum Unverständnis der meisten Zuschauer setzte der US-Amerikaner nur wenig beherzt nach und vertat so die Chance auf einen Niederschlag. Als er endlich wieder heran war, schlug Corley zum Körper, anstatt mit einem weiteren Kopftreffer das Gefecht eventuell sogar zu beenden. Es dauerte bis weit in diese Runde, bevor Cotto wieder einen klaren Eindruck machte. Doch letztlich gelang es ihm, sich in die Rundenpause zu retten.

Durchgang vier sah dann wieder einen Cotto im Vorwärtsgang, der aber müder wirkte, als noch zu Beginn des Kampfes. Dennoch war er es jetzt wieder, der die besseren Treffer landen konnte. „Chop Chop“ revanchierte sich für den Tiefschlag in Runde zwei und traf des Weltmeisters Kronjuwelen, was auch ihm einen Punktabzug einbrachte. Nach einer kurzen Erholungspause für Cotto konnte der Kampf fortgesetzt werden.

In Runde fünf kam der Weltmeister schließlich mit seinen zahlreichen Angriffen zum Erfolg. Nachdem er zuvor schon eine ganze Reihe harter Treffer hatte anbringen können, schickte er den Herausforderer mit einem Körperhaken erneut runter. Allerdings war Corley auch dieses mal in der Lage, den Kampf wieder aufzunehmen. Cotto setzte mit wilden Haken nach, doch es gelang dem US-Amerikaner, an den Seilen stehend, einen Großteil der Schläge zu vermeiden. Dennoch ging er freiwillig aufs Knie, um sich eine weitere Pause zu verschaffen. Dies nutzte Ringrichter Ismael Quinones dazu, den Kampf, zum völligen Unverständnis Corleys, abzubrechen und Cotto zum Sieger durch technischen KO zu erklären. In den Augen der meisten neutralen Zuschauer kam der Abbruch zu diesem Zeitpunkt eindeutig zu früh und war ganz klar ungerechtfertigt. Corley war eindeutig Willens und in der Lage, den Kampf fortzusetzen.

Sonntag, 27. Februar 2005


 
     

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