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Miguel Angel Cotto
vs.
Oktay Urkal


von Stefan Strehler



Die letzte große Gelegenheit, doch noch den ersehnten WM-Gürtel an sich zu reißen, hatte am Samstag der Berliner Oktay Urkal. Im Coliseo Roberto Clemente in San Juan, Puerto Rico, traf Urkal dabei auf einen der ganz großen Stars der gegenwärtigen Boxszene, den Puerto Ricaner Miguel Angel Cotto (Foto oben). Als krasser Außenseiter war Urkal bereits 2001 gegen Kostya Tszyu in den Kampf gegangen und hatte sich damals nur knapp nach Punkten geschlagen geben müssen. Auch gegen Cotto wartete der Berliner in seinem Kampf um den WBA-Titel im Weltergewicht mit einer respektablen Leistung auf, ein großer Titel blieb ihm allerdings erneut verwehrt.

Schon in der Eröffnungsrunde war das Konzept des vor heimischem Publikum boxenden Cotto offensichtlich. Die Führhand zum Kopf und dann immer wieder Haken zum Körper waren das Rezept um Oktay Urkal nach und nach zu schwächen. Urkals Taktik dagegen war darauf ausgerichtet, beweglich zu bleiben, den Körper gut abzudecken und mit schnellen Kombinationen zu punkten. Zwar hatte der Berliner zwischendurch immer wieder gute Szenen, doch die häufigeren und vor allem wirkungsvolleren Aktionen lagen klar auf der Seite von Miguel Angel Cotto. Besonders im dritten Durchgang war es an Urkals Gesichtsausdruck abzulesen, mit welcher Härte Cotto seine Körpertreffer anzubringen versteht. Das schlug sich auch bei den Wertungen nieder. Die ersten vier Durchgänge konnte der Südamerikaner auf allen drei Punktezetteln für sich verbuchen.

In Runde fünf stießen beide Boxer mit den Köpfen zusammen, was bei Cotto einen Riss über dem linken Auge hinterließ. Auch in den folgenden Durchgängen kamen sich beide mit den Köpfen immer wieder ins Gehege. In der siebenten Runde wurde Urkal (Foto) wegen eines Kopfstoßes sogar ein Punkt abgezogen, wohingegen die augenscheinlich absichtliche Aktion Urkals mit dem Schädel Ende des achten Durchganges ungeahndet blieb. In dieser unsauberen Phase des Kampfes hatte Urkal seine besten Momente, konnte gut dagegenhalten, ohne allerdings mit seinen Aktionen Wirkung zu erzielen. In Runde neun landete Cotto einen guten Aufwärtshaken mit links, der Urkals Kopf nach hinten riss. Urkal zeigte jedoch an, dass ihn dieser Treffer nicht beeindruckt habe, hielt weiterhin gut mit.

Offenbar frustriert darüber, dass der erhoffte Knockout nicht erfolgte, beendete Cotto den zehnten Durchgang mit einem versuchten Schulterwurf. Diese Aktion wurde nicht geahndet, ein angeblicher Kopfstoß von Urkal in Runde elf hingegen mit einem erneuten Punktabzug belegt. Angesichts des deutlichen Punkterückstandes (100:89, 98:91, 97:92 für Cotto zum Zeitpunkt des Abbruches) nahm Urkals Trainer Ulli Wegner diese Aktion zum Anlass, das Handtuch zu werfen. Der Sieger durch technischen KO in der elften Runde hieß somit Miguel Angel Cotto. Für Urkal bleibt der Trost, sich gegen einen Klassegegner wieder einmal sehr teuer verkauft zu haben. Auf Cotto wartet im Juni mit Zab Judah bereits die nächste Aufgabe.


Im Rahmenprogramm der Weltergewichts-WM zwischen Oktay Urkal und Miguel Angel Cotto standen sich in einer Mittelgewichtsbegegnung der US-Amerikaner Allan Green und „Kieferbrecher“ Edison Miranda gegenüber. Miranda sah sich in Runde acht am Boden wieder, erzielte in Durchgang zehn dann selbst zwei Niederschläge und setzte sich einstimmig mit 97:90, 96:91 und 96:91 Punkten durch.
Dienstag, 06. März 2007

 
     

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