| |
De
La Hoya vs. Gatti - Der Kurzbericht
Chronologie
der Ereignisse:
Das
Vorgeplänkel
Oscar
De La Hoya wird am 24. März sein Comeback im Ring gegen Arturo
Gatti geben. Der "Golden Boy", der in seiner bisherigen
Profi-Laufbahn bereits fünf WM-Gürtel gewinnen konnte, will
im MGM Grand Casino in Las Vegas versuchen, sein nach den letzten Niederlagen
(gegen Felix Trinidad und
Shane Mosley) ramponiertes
Image wieder aufzupolieren. Im Rahmen einer Telefonkonferenz in den USA
gab sich De La Hoya sehr zuversichtlich.
"Ich
bin wieder völlig auf das Boxen fokussiert, weil ich durch Floyd
Mayweather Sr. keine andere Wahl im Training habe. Ich genieße es
wirklich, von ihm an jedem einzelnen Tag zu lernen. Wenn ich bereits früher
mit Mayweather zusammengearbeitet hätte, wäre ich noch immer
ungeschlagener Weltmeister. Es ist eine Schande, daß ich die Trainer
hatte, die mich zuvor trainiert haben, aber so war es nunmal. Ich denke,
ich war einfach ein wenig zu naiv," sagte der Ex-Weltmeister.
Allerdings
muß hier angemerkt werden, daß De La Hoya vor beinahe jedem
Kampf betont, daß sein jeweils aktueller Trainer ihm zur "Form
seines Lebens" verholfen habe. Gegen Arturo Gatti wird er dies unter
Beweis stellen müssen, aber Oscar weiß um dessen Qualitäten:
"Er ist ein echter Kämpfer. Er wird sich so hart wie noch
nie vorbereitet haben. Dieser Junge ist wirklich ein Fighter und wird
bis zum Ende dagegenhalten."
Doch De La
Hoya denkt bereits über diesen Kampf hinaus. "Wir wollen
nach dem Gatti-Kampf eine Klasse aufsteigen, wo ich genauso stark sein
werde. Dort werden wir im Juni gegen Weltmeister Javier Castillejo boxen,
wenn er will. Außerdem kann ich nicht erwarten, wieder gegen Shane
Mosley oder Felix Trinidad anzutreten. Seitdem ich mit Mayweather arbeite,
kann ich einige Schwächen bei Mosley erkennen. Gegen Taylor sah er
gut aus, weil der Australier einfach nur vor ihm stand. Ich will gegen
ihn im September das Bild des besten Boxers der Welt wieder gerade rücken."
Auch über sein Karriereende hat der "golden Boy" bereits
konkrete Vorstellungen: "Ich habe immer gesagt, daß ich
aufhören werde, sobald ich 30 bin. Dann ist es sofort vorbei. Vorher
werde ich mich aber noch ein paar Jahre voll und ganz auf's Boxen konzentrieren."
Der
Ex-IBF-Weltmeister im Superfedergewicht, Arturo
Gatti, (Foto, rechts) glaubt, daß ihn Oscar
De La Hoya unterschätzt. "Aber das ist in Ordnung,"
so der Kanadier heute in einer Telefonkonferenz. "Vielleicht ist
es besser so," sagte Gatti, der am 24. März in Las Vegas
auf De La Hoya treffen wird. Außerdem erwartet er sich von Oscar
nichts Neues im Ring - trotz dessen Trainerwechsel. Vom "Golden Boy"
und dessen Trainer Floyd Mayweather Sr. fühlt sich der Kanadier
nicht genug respektiert: "Ich denke, die Art und Weise, wie De
La Hoya's Trainer über mich gesprochen hat, zeigt mir, daß
sie mich nicht ernst nehmen. Aber das ist völlig egal, alles wird
sich im Ring entscheiden. Ich hoffe, es wird ein großartiger Kampf.
De La Hoya wird mich nicht einschüchtern können, er ist genau
wie alle anderen. Ich werde den Zuschauern zeigen, daß er mir sch....egal
ist. Ich komme, um zu kämpfen." Mayweather Sr. hatte behauptet,
er selbst könne Gatti besiegen.
Doch den
willensstarken Weltergewichtler, der bereits jetzt sein Kampfgewicht erreicht
hat, lassen diese Sprüche kalt. "Ich habe sehr hart trainiert
seit Dezember und viele Runden geboxt. Mehrfach sogar 12 Runden und ich
fühlte mich gut dabei," so Gatti. Eine Person wird jedoch
nicht in Las Vegas sein und Gatti anfeuern können. Sein ehemaliger
Trainer Bob Waring verstarb kürzlich. Arturo war hörbar
mitgenommen, als er über ihn sagte: "Ich habe die ganze Zeit
an ihn gedacht. Ich habe dieses komische Gefühl, daß er mit
mir da sein wird in jener Nacht. Er hat mir immer gepredigt, 'mach dir
keine Sorgen und am Ende werden wir es schaffen'. Jeden Tag habe ich seitdem
daran gedacht."
Der
Kampf
Wie
von der Fachwelt erwartet, zerstörte Oscar
de la Hoya seinen Kontrahenten Arturo
Gatti über fünf Runden hindurch. Im MGM Grand Casino
in Las Vegas war Gatti von Beginn an chancenlos. "Thunder" suchte
konsequent den Schlagabtausch mit De la Hoya, doch er der Ex-Weltmeister
nutzte seine boxerische Überlegenheit und bestrafte Gatti sowohl
im Infight als auch aus der Distanz. Nach 1:16 der fünften Runde
warfen die Trainer Gatti's das Handtuch, zeitgleich mit dem Abbruch durch
Ringrichter Jay Nady. Gatti's Gesicht war blutüberströmt,
er hatte sich im Kampfverlauf *wie immer* einige Cuts zugezogen. Vor 10000
Zuschauern waren beide Boxer sofort nach dem ersten Gongschlag aufeinander
zugestürmt. Alles sah nach einer ausgeglichenen, aber harten Auftaktrunde
aus, doch kurz vor dem Ende landete Oscar eine schnelle Kombination, die
Gatti auf die Knie sinken ließ.
Schon in der zweiten Runde war Gatti's Gesicht schwer gezeichnet. De La
Hoya traf bereits jetzt nach Belieben und Gatti steckte alles ein, was
ihm der Ex-Weltmeister einschenkte. Zur Überraschung vieler Experten
versuchte der Kanadier erst gar nicht, seine zweifellos vorhandenen boxerischen
Qualitäten in die Waagschale zu werfen. Gatti marschierte blind nach
vorn und verlor beinahe jeden Schlagabtausch. Auch in den Runden drei
und vier bot sich ein kaum verändertes Bild - für die zahlreichen
Gatti-Fans vor Ort und rund um den Erdball eine schmerzliche Erfahrung.
Arturo blutete aus mehreren Wunden und war nicht in der Lage, dem überlegenen
De la Hoya standzuhalten.
Mehrfach
war Gatti nach schweren Händen seines Gegners deutlich angeschlagen,
einmal fand er vor Verwirrung nicht mehr in seine Ecke zurück. In
der fünften Runde kam schließlich das erlösende Ende der
Vorstellung. Als Oscar seinen Gegner an den Ringseilen gestellt und mit
Schlagserien eingedeckt hatte, stürmte Gatti's Trainer heran und
ließ den Kampf abbrechen. Danach ließ sich der wiedergeborene
"Golden Boy" ausgiebig feiern, alle Zuschauer honorierten seine
beeindruckende Vorstellung mit lang anhaltendem Applaus. De la Hoya sagte
"Es gibt noch immer eine Menge Arbeit. Dies war nur der Anfang auf
meinem Weg zurück an die Weltspitze. Ich will das Rematch gegen Trinidad."
Der "Golden Boy" kassierte beachtliche 5 Mio. Dollar für
diesen Nicht-Titelkampf, während sich Gatti, der kurioserweise nicht
gewogen wurde, mit 1,45 Mio. Dollar begnügen mußte.
|
|