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Zsolt Erdei
vs.
Danny Santiago


Vor-Ort-Bericht von Thorsten und Karsten Fritsche



Am Samstag stand im Burg-Wächter Castello die siebte Titelverteidigung für den WBO-Weltmeister im Halbschwergewicht, Zsolt Erdei (BP-Nr. 5, Foto oben), an. Als Gegner für die freiwillige Titelverteidigung hatte man sich in dem US-Amerikaner Danny Santiago einen ziemlich unbekannten Mann ausgesucht. Dementsprechend ging der Weltmeister als klarer Favorit in den Kampf, doch dass man vermeintlich leichte Gegner besser nicht unterschätzen sollte, haben in der Vergangenheit schon viele andere Boxer feststellen müssen. So hoffte man als Zuschauer, dass der „Bronx Bomber“ dem Ungarn mehr abverlangen würde als der Australier Paul Murdoch im Mai 2006 an gleicher Stelle. Im Vorprogramm forderte Julia Sahin die Russin Anastasia Toktaulova um den Weltmeistertitel im Juniorfliegengewicht der WIBF heraus. In weiteren Kämpfen traten Denis Boytsov, Karoly Balzsay und Eduard Gutknecht an.


1. Kampf: Selcuk Aydin vs. Denis Alekseevs, Weltergewicht, angesetzt auf vier Runden

Im ersten Kampf der Veranstaltung traf der Türke Selcuk Aydin auf den Letten Denis Alekseevs. Angesichts der klaren boxerischen Überlegenheit des „Mini-Tyson“ aus Trabzon waren die Rollen schnell verteilt. Bereits in der ersten Runde musste der Mann aus Riga auf die Bretter. Auch in Durchgang zwei setzte sich das einseitige Bild fort. Nach 2:27 Minuten in Runde zwei wurde Alekseevs vor weiterer Prügel beschützt und stehend aus dem Kampf genommen.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in Runde zwei Selcuk Aydin


2. Kampf: Nehomar Cermeno vs. Ravil Mukhamadiarov, Bantamgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Das folgende Duell zwischen dem ungeschlagenen Nehomar Cermeno aus Venezuela und Ravil Mukhamadiarov verlief ähnlich einseitig, jedoch war der Russe wenigstens in der Lage, sich halbwegs vor den Schlägen seines Gegners zu schützen. Aber der Athlet aus Panama City beherrschte dank seiner höheren Schnelligkeit und der Genauigkeit seiner Schläge zu jeder Zeit das Geschehen im Ring. In der fünften Runde gelang ihm zwar ein Niederschlag per Körperhaken, jedoch konnte er seinen Kontrahenten nicht vorzeitig stoppen. Nach sechs Durchgängen siegte Cermeno schließlich einstimmig mit 60:53 auf allen drei Punktrichterzetteln.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Nehomar Cermeno


3. Kampf: Aleksy Kuziemski vs. Roman Vanicky, Halbschwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Der Pole Aleksy Kziemski hatte in seinem Duell gegen den Tschechen Roman Vanicky insgesamt wenig Mühe. In der ersten Kämpfhälfte beständig angreifend, deckte er seinen Gegner vor allem mit geraden Schlägen ein, die spätestens ab der zweiten Runde ihr Ziel fanden und früh eine Platzwunde über Vanickys rechtem Auge öffneten. Ab dem dritten Durchgang mischte der Wahl-Hamburger vermehrt Schläge zum Körper in seine Attacken. Der Tscheche verlegte sich fast nur noch auf die Defensive, so dass Kuziemski sich sogar Zeit nehmen konnte, um Lücken für Wirkungstreffer zu suchen. Jedoch zeigte Vanicky keine Schlagwirkung, weshalb der Spotlight-Boxer ab Runde sechs das Tempo aus dem Kampf nahm und sich scheinbar damit abfand, über die Runden zu gehen. Vanicky kam zwar dadurch selbst zu mehr Aktionen, konnte aber keine der acht Runden wirklich für sich entscheiden. So bekam Kuziemski am Ende von allen drei Punktrichtern mit 80:72 den verdienten Punktsieg zugesprochen.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Aleksy Kuziemski


4. Kampf: Charlie Jose Navarro vs. Albert Starikov, Jr. Weltergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Deutlich ausgeglichener verlief der vierte Kampf des Abends, in dem sich Charlie Jose Navarro und Albert Starikov gegenüber standen. Nachdem Starikov den ersten Durchgang mit den besseren Treffern für sich entscheiden konnte, ging Navarro ab Runde zwei in den Vorwärtsgang und machte den Kampf. Dabei traf der Mann aus Monagas, Venezuela, am besten mit seinem Jab, brachte aber mit seiner Schlaghand nur selten Zählbares ins Ziel. Auch seine Attacken zum Körper landeten zumeist auf Starikovs Armen oder in der Luft. Sein Kontrahent aus Estland verlegte sich in der zweiten Kampfeshälfte auf das Vermeiden von Treffern, allerdings zunehmend durch Festhalten und Herunterdrücken des Gegners. Mit drei mal 58:56 belohnten die Punktrichter Navarros Bemühungen, den Kampf zu gestalten.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Charlie Jose Navarro


5. Kampf: Denis Boytsov vs. Sam Ubokane, Schwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Gegen den zwei Meter großen, ungelenken Sam Ubokane musste Boytsovs Marschroute darin bestehen, die Distanz zu überbrücken, um seine größere Schnelligkeit und bessere boxerische Schulung zur Geltung zu bringen. Knappe zwei Minuten benötigte der Russe aus dem Hamburger Boxstall, um diese Aufgabe zu lösen. Mit einer Kombination zu Körper und Kopf zwang er den neunzehn Jahre älteren Gegner zum ersten Mal auf die Bretter, nachdem er ihn in der roten Ecke gestellt hatte. Ubokane kam aus der Ecke nicht heraus, als Ringrichter Arno Pokrandt den ungleichen Kampf noch einmal frei gab und so hatte Denis Boytsov keine Mühe, sofort nachzusetzen. Eine Kombination aus Seit- und Aufwärtshaken schlug am Kopf des Südafrikaners ein und beendete das Gefecht nach 2:27 Minuten in der ersten Runde.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in Runde eins Denis Boytsov


6. Kampf: Eduard Gutknecht vs. Zoltan Kallai, Supermittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Der Ungar Zoltan Kallai schien zwar von Beginn an darum bemüht zu sein, Eduard Gutknecht nicht zur Entfaltung kommen zu lassen und griff zunächst einmal an, war aber in seinen eher unorthodoxen Aktionen zu ungenau, um wirklich Treffer ins Ziel zu bringen. Ganz anders der Hamburger, der immer wieder mit verschiedenen Schlagvarianten durchkam und seine boxerische Überlegenheit demonstrierte. Doch ab Runde zwei schlichen sich bei ihm Unsauberkeiten ein. So drückte und schob er seinen Gegner wiederholt mit dem Ellenbogen in die Schlagdistanz oder schleuderte ihn einmal sogar zu Boden. Im vierten Durchgang traf Gutknecht seinen Kontrahenten voll mit der rechten Schlaghand und hinterließ sichtbar Wirkung. Der Ungar versuchte sich zwar zu retten, indem er sich an seinen Gegner klammerte, doch dieser drückte ihn zu Boden. Während Kallai sich aufrappelte, wurde er von Ringrichter Heinrich Mühmert angezählt. Er kam zwar bei acht wieder auf die Füße und signalisierte seine Kampfbereitschaft, aber dennoch zählte Mühmert den Boxer, sehr zur Überraschung des Athleten und des Publikums, ohne klar ersichtlichen Grund aus.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in Runde vier Eduard Gutknecht


7. Kampf: Karoly Balzsay vs. Soon Botes, Supermittelgewicht, angesetzt auf zehn Runden

Wesentlich unzweifelhafter war Karoly Balzsays vorzeitiger Sieg gegen den erfahrenen Südafrikaner Soon Botes. Der 33-jährige Veteran schien von Beginn an Probleme mit der Schnelligkeit und Rechtsauslage seines sechs Jahre jüngeren Kontrahenten zu haben. So fing er sich von Beginn an immer wieder Treffer durch die Führhand des Ungarn ein, ohne ein Mittel dagegen finden zu können. Im zweiten Durchgang kam Balzsay früh mit einem rechten Kopfhaken zum Gegner durch, der diesen krachend auf die Bretter schickte. Nur mühsam rappelte sich Botes auf. Hätte Ringrichter Mühmert hier den gleichen Maßstab wie im vorhergehenden Kampf angelegt, wäre das Duell an dieser Stelle eigentlich schon beendet gewesen. Doch hier gab er das Gefecht noch einmal frei, was die Zuschauer mit höhnischen Kommentaren quittieren. Dessen ungeachtet setzte Balzsay freilich sofort nach und schlug seinen noch immer mitgenommenen Kontrahenten ein weiteres Mal nieder. Nun hatte auch der Ringrichter genug gesehen und zählte Botes bei 1:16 Minuten in Runde zwei aus.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in Runde zwei Karoly Balzsay


8. Kampf: Anastasia Toktaulova vs. Julia Sahin, WIBF-Weltmeisterschaftskampf im Juniorfliegengewicht, angesetzt auf zehn Runden

Nach ihrem Sieg über Marilyn Hernandez hatte sich Julia Sahin zwar einen Gürtel umhängen dürfen, jedoch nur den einer Interimsweltmeisterin. Den Titel ohne einschränkenden Zusatz hielt noch immer die Russin Anastasia Toktaulova, die ihren Gürtel seit dem Gewinn der vakanten Weltmeisterschaft nach Version der WIBF am 29.10.2005 nicht verteidigt hatte. Es war also höchste Zeit, die Situation im Ring zu klären.

Trotz der langen Pause war bei Toktaulova keine Spur von Ringrost zu sehen. Sofort mit Beginn des Kampfes agierte sie im Vorwärtsgang und mit hoher Schlagzahl. Stets kam sie mit ihren Aktionen Julia Sahin zuvor, die anfänglich etwas zu lange wartete und so ging der erste Durchgang an die Weltmeisterin. In den drei folgenden Runden fand sich die Kölnerin in ihrer Rolle als Konterboxerin deutlich besser zurecht und war mit den präziseren Treffern zur Stelle, sobald Toktaulova ihre Salven auf die Deckung beendet hatte. So entwickelte sich ein ansehnlicher und temporeicher Kampf mit vielen engen Runden, die schwer zu werten waren. Die entscheidende Frage blieb, ob die Punktrichter die größere Aktivität und Aggressivität der Titelverteidigerin höher bewerten würden als die genaueren Aktionen ihrer Herausfordererin. Unzweifelhaft gingen die Runden drei und vier an Julia Sahin, die deutlich mehr Kraft in ihre Schläge legte, als die 29-jährige Russin und kurzzeitig Wirkung erzielen konnte. Auch den sechsten Durchgang eröffnete die Athletin aus dem Universum Boxstall mit einer sehenswerten Kombination, doch wurden im weiteren Verlauf ihre Konter immer seltener. Das hohe Tempo forderte bei ihr Tribut, während Anastasia Toktaulova ihre lockeren Schläge nach wie vor zahlreich abfeuerte und mit dem linken Körperhaken eine Lücke in Sahins Deckung gefunden hatte. Mit einer rechten Geraden gelang der Weltmeisterin in Runde acht sogar ein Niederschlag und spätestens jetzt wurde der Kampf wieder eng. Entsprechend verbissen wurde die Auseinandersetzung über die verbliebene Zeit geführt, wobei klare Angriffe oft durch Halten und Klammern zunichte gemacht wurden. In den unübersichtlichen Situationen kam es mehrfach zu Kopfstößen, über die sich Trainer Michael Timm bei Ringrichter Daniel van de Wiele von der Ringecke aus beschwerte. Der beste Treffer in dieser Phase gelang auch hier seiner Boxerin, die in der neunten Runde mit einer Schlaghand ihre Gegnerin durchrüttelte.

Nach zehn absolvierten Runden sahen die Punktrichter Noël Monnet und Arno Pokrandt mit 96:93 bzw. 97:93 Julia Sahin deutlich vorne. Roger Tilleman lag mit seiner Wertung 95:94 knapper, was dem Ergebnis der Autoren entspricht.

Offizielles Urteil: Siegerin einstimmig nach Punkten Julia Sahin


9. Kampf: Zsolt Bedak vs. Sergey Tasimov, Juniorfedergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Seinen Kampf gegen Sergey Tasimov begann Zsolt Bedak zunächst sichtlich locker und überlegt. Die erste Runde diente als Abtastphase, in der Bedak nur gelegentlich schärfer nachsetzte. Früh wurde die boxerische Überlegenheit des Ungarn deutlich und so legte der Schützling von Konni Mittermeier im zweiten Durchgang schon mehr Dampf in die Schläge. Sein Gegner aus Estland, der bis dahin von 34 Kämpfen 24 verloren hatte, war früh von den klaren Treffern Bedaks gezeichnet. In den folgenden Runden suchte der Ungar die vorzeitige Entscheidung, jedoch zu sehr mit Gewalt. Tasimov konnte im Überlebensmodus des erfahrenen Verlierers zwar keine einzige Runde gewinnen, aber immerhin über die Zeit kommen. So gelang dem 23-jährigen Athleten aus Budapest in seinem dritten Kampf ein ungefährdeter und einstimmiger Punktsieg.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Zsolt Bedak


10. Kampf: Zsolt Erdei vs. Danny Santiago, WBO-Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht, angesetzt auf zwölf Runden

In seiner siebten Titelverteidigung hatte Zsolt Erdei in Danny Santiago einen bis dato ziemlich unbekannten Gegner, der mit seinen immerhin 33 Jahren zum ersten Mal in einem Weltmeisterschaftskampf stand. Wie er da hingekommen war, ist ein weiteres Rätsel in der langen Liste dubioser Ranglistenplatzierungen der vier großen Verbände. Jedenfalls sah es im Vorfeld nach einer eher leichten freiwilligen Titelverteidigung für Erdei aus.

Nach dem Eröffnungsgong schien der „Bronx Bomber“ allerdings bemüht zu sein, seine Position als Herausforderer rechtfertigen zu wollen. Er griff sofort an und feuerte mehrere wuchtige Schläge ab. Allerdings ging der US-Amerikaner zu ungestüm und ungenau vor, so dass der Großteil der Schläge auf der stabilen Deckung des Ungarn verpuffte. Überhaupt zeigte sich der „Feuervogel“, dessen Einmarsch in die Halle bereits für gute gelaunte Atmosphäre gesorgt hatte, erneut sehr stark in der Defensive. Er bewies einmal mehr, dass eine gute Verteidigung aus mehr als einer steifen Doppeldeckung besteht und zeigte sich sehr beweglich auf den Füßen und im Oberkörper. Santiago hätte eine Lektion des Weltmeisters in Sachen Defensive bitter nötig gehabt, denn er offenbarte sowohl im Angriff als auch im Rückwärtsgang eklatante Lücken in seiner Verteidigung. So hatte Erdei wenig Probleme, Treffer zu landen und brachte vor allem seine schnell geschlagene Führhand regelmäßig ins Ziel. Bereits Ende der ersten Runde folgten zunehmend Schlaghände und man bekam den Eindruck, dem Herausforderer wurde hier eine Boxlektion erteilt.

Ab Runde zwei legte Erdei den Vorwärtsgang ein und traf seinen Kontrahenten fast mit allem, was er schlug. Dennoch kam der erste Niederschlag des Kampfes sehr plötzlich, wenn auch nicht überraschend. Nach einem eigenen Angriff völlig offen, wurde Santiago von einem krachenden linken Haken des Weltmeisters am Kopf getroffen und fiel auf die Bretter. Der Athlet aus New York kam zwar recht schnell wieder auf die Füße und schien klar zu sein, doch dieser Treffer hatte ihm Respekt eingejagt.

In der dritten Runde agierte Santiago jedenfalls vorsichtiger und schien darauf bedacht, sich in seinen eigenen Aktionen weniger Konter zu fangen. Dennoch blieb Erdei deutlich überlegen und spulte sein Können routiniert ab. Auch wenn der Kampf zu diesem Zeitpunkt bereits relativ einseitig war, fühlte sich das Publikum in der Halle offensichtlich gut unterhalten, da der US-Amerikaner nicht aufsteckte, sondern mit kräftigen, aber ungenauen Haken weiter dagegen hielt.

Auffällig war auch die fast freundschaftliche Atmosphäre, mit der die beiden Athleten im Ring agierten. Bei jeder kleinen Unsauberkeit wurde sich sofort entschuldigt. Natürlich ist ein faires und sportliches Verhalten wünschenswert, aber das war für einen Boxkampf schon fast zuviel des Guten. Danny Santiago sagte später selbst auf der Pressekonferenz, dass es irgendwie ein seltsames Gefühl war, gegen einen Gegner zu boxen, der einem sympathisch ist. Erdei ging es scheinbar nicht viel anders. Dennoch wurde der Ungar in Runde vier bissiger. Nachdem er zunächst das Tempo etwas gedrosselt hatte, fing er sich einige Schlaghände des Gegners ein. Zudem hatte ein Kopfstoß eine kleine Platzwunde an der rechten Kopfseite geöffnet. In der letzten Minute drehte Erdei jedoch wieder auf und sicherte sich diese Runde.

Ab Durchgang fünf ging der „Feuervogel“ wieder etwas vom Gas und so bekam sein Herausforderer die Möglichkeit, sich mehr zu entfalten. Ein Aufwärtshaken des Amerikaners brachte ihm den besten Treffer dieser Runde ein, doch er verfolgte diese eigentlich vielversprechende Taktik nicht weiter. Dafür machte Erdeis Jab einmal mehr den Unterschied und sicherte dem Ungarn auch die fünfte Runde. In den Abschnitten sechs und sieben ließ er dann jedoch seinen Gegner endgültig in den Kampf kommen. Der Weltmeister tat jetzt einfach zu wenig, ließ Santiago oftmals zu nah an sich herankommen und gab diese Runden ab. Offenbar schien er eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

Für die achte Runde hatte sich Erdei offensichtlich wieder vorgenommen, anzugreifen und den Kampf unter seine Kontrolle zu bringen. Vom Rundenbeginn an feuerte er sein ganzes Schlagrepertoire abwechselnd als Einzelschläge oder in Kombinationen ab und traf seinen Kontrahenten dabei regelmäßig. Schließlich landete eine Links-rechts-Kombination am Kopf des Herausforderers und ließ ihn abermals zu Boden gehen. Dieses Mal hatte Erdei sichtbar Wirkung hinterlassen. Nur schwer kam Santiago wieder auf die Beine. Sofort wurde er erneut attackiert und fing sich Treffer ein, die ihn in die Seile kippen ließen. Völlig zu Recht brach Ringrichter Genaro Rodriguez den Kampf bei 1:55 Minuten ab.

Offizielles Urteil: Sieger durch technischen KO in Runde acht Zsolt Erdei

Auch wenn der Kampf durchaus unterhaltend und ansehnlich war, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass Danny Santiago kein echter Gegner für einen Weltmeisterschaftskampf war. Auch in der Pressekonferenz nach dem Kampf kamen Fragen nach höheren Aufgaben in der nahen Zukunft auf. So ist die Rede von einer anstehenden Pflichtverteidigung gegen den bei der WBO auf Ranglistenposition eins platzierten Roy Jones Jr. oder den Zweitplatzierten Julio Cesar Gonzalez. Klaus-Peter Kohl ließ verlauten, diese Kämpfe auf jeden Fall nach Deutschland holen zu wollen. So wünschenswert diese Duelle angesichts der teilweise durchwachsenen Gegnerwahl für Weltmeister Zsolt Erdei sein mögen, heißt es hier abzuwarten und die Worte an der Realität zu messen. Derzeit sieht es nämlich eher danach aus, als schlage UBP in der Gegnerwahl für den sympathischen Ungarn einen ähnlichen Kurs ein wie für dessen Vorgänger Dariusz Michalczewski.

Montag, 29. Januar 2007



 
     

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