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Freitas besiegt Grigorian

Von Jörg Lüdemann


Im Foxwoods Resort Casino in Mashantucket, Connecticut, gelang es dem Brasilianer Acelino Freitas (BP-Nr. 1 im
Superfeder-gewicht), den WBO-Titel im Leichtgewicht zu gewinnen und zugleich dem bis dahin ungeschlagenen Weltmeister Artur Grigorian (BP-Nr. 8), dessen erste offizielle Niederlage im 37. Kampf seiner Profilaufbahn beizubringen. Der Usbeke Grigorian bot einen beherzten Kampf, war seinem Gegner jedoch in fast jeder Hinsicht unterlegen und verlor verdient nach Punkten. Dabei hatte der WBO-Champion den Kampf zu Beginn noch sehr ausgeglichen gestalten können. Trotz einer Kampfpause von einem Jahr nach seinem höchst schmeichelhaften Sieg gegen Matt Zegan (BP-Nr. 7), gelang es Grigorian, in den Auftaktrunden dank seines guten Auges und seiner boxerischen Klasse seinem acht Jahre jüngeren und teilweise zu wild agierenden Herausforderer einige Gegenwehr zu leisten.

In der vierten Runde jedoch schickte Freitas seinen Konkurrenten mit einer Kombination aus linkem Aufwärts- und rechtem Seitwärtshaken zu Boden. Grigorian (Foto links) rappelte sich schnell wieder auf und überstand trotz weiterer harter Treffer diese kritische Phase. Doch ab diesem Zeitpunkt hatte der 36-jährige Rechtsausleger große Mühe, selbst noch einmal entscheidend in den Kampf zu finden. Zu allem Überfluss wurde der WBO-Weltmeister vom schwach agierenden Ringrichter Eddie Cotton auch in der sechsten, siebten und achten Runde angezählt, obgleich Grigorian in allen drei Fällen von Freitas zu Boden geschoben worden war.

Unabhängig davon beherrschte der 28-jährige Brasilianer den Kampfverlauf über seine rechte Gerade und seine weit größere Schnelligkeit in allen Runden problemlos. Vor allem seine unorthodoxe Taktik, den Rechtsausleger Grigorian dadurch zu treffen, dass er links seitlich an ihm vorbeilief und zeitgleich mit rechts zuschlug, ging immer öfter auf. Nur Grigorians beachtliche Nehmerfähigkeiten verhinderten einen vorzeitigen Erfolg. Im zehnten Durchgang wurde Freitas ein Punkt nach einem unerlaubten Tiefschlag abgezogen, was jedoch wohl mehr als eine Konzessionsentscheidung von Referee Cotton zu sehen war. Freitas blieb davon unbeeindruckt und brachte den Kampf souverän auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 115:108, 116:107 und 116:107 nach Hause.

Damit bleibt "Popo" Freitas (auf Foto links) auch in seinem 35. Profikampf ungeschlagen. Innerhalb eines Monats muss sich der frisch gebackene WBO-Weltmeister im Leichtgewicht nun entscheiden, ob er in der für ihn neuen Gewichts-klasse bleiben will und seine beiden WM-Gürtel (WBO/WBA) im Super-federgewicht niederlegt oder wieder dorthin zurückkehrt und dazu seinen neuen Leichtgewichts-Titel gleich wieder abgibt. Für Artur Grigorian hingegen scheint das sofortige Karriereende ratsam. Der Usbeke kann mit dieser Leistung würdevoll abtreten, denn bislang gelang es nur zwei weiteren Boxern, gegen KO-Künstler Freitas über die Runden zu kommen. Allerdings waren die Alterungserscheinungen beim Ex-Weltmeister unübersehbar. Interessante Randnotiz: Durch diesen Titelverlust liegt der Hamburger Universum-Boxstall nun erstmals seit Jahren in Bezug auf die Anzahl der aktuellen Weltmeister wieder hinter dem Sauerland-Stall zurück. Klaus-Peter Kohl hat mit Mittelgewichtler Felix Sturm derzeit nur einen WBO-Champion unter Vertrag, während Wilfried Sauerland mit Sven Ottke (IBF/WBA) und Markus Beyer (WBC) aktuell zwei Weltmeister betreut.


 
     

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