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Gatti und Guinn siegreich!
von Benni Vivacqua und Marco Zeininger
Das dritte
Aufeinandertreffen der Superleichtgewichtler Arturo
Gatti (Foto, BP-Nr.3), Kanada, und Micky
Ward
(BP-Nr.7), USA, konnte die hohen Erwartungen
der Fans wieder einmal mehr als erfüllen. Mehr als 12.000 Zuschauer
in der ausverkauften Boardwalk Hall in Atlantic City sahen einen mitreißenden
Kampf, den Gatti nach zehn Runden einstimmig für sich entscheiden
konnte. Wie hart auch dieses Duell wieder war, zeigt sich an den Verletzungen
der beiden Kämpfer: Neben diversen Cuts mussten sowohl Gatti als
auch Ward wegen des Verdachts auf Handbrüche das Krankenhaus aufsuchen.
Der 31-jährige Gatti verfolgte zunächst seine Strategie aus
dem zweiten Kampf und nutzte seine boxerischen Fähigkeiten, wie auch
seine gute Beinarbeit. Er schlug schnelle Jabs und flüssige, harte
Kombinationen, nach denen er sich wieder aus der von Ward bevorzugten
Nahdistanz herausbewegte.
Ab der dritten Runde ging das Kampfbild wieder in den Schlagabtausch über,
der die Fans in den beiden vorherigen Kämpfen so begeisterte. Bei
einer dieser Aktionen in der vierten Runde verletzte der Kanadier offensichtlich
seine rechte Schlaghand
und setzte in den folgenden beiden Runden vornehmlich seinen Jab ein.
Der US-Amerikaner kam nun besser in den Kampf und in den letzten Sekunden
der sechsten Runde gelang es ihm, seinen 31-jährigen Gegner mit einer
Links-Rechts-Kombination zu Boden zu schicken. Der sichtlich beeindruckte
Kanadier erhob sich mit dem Rundengong und steuerte zunächst die
falsche Ringecke an. Die siebte Runde erinnerte an die legendäre
neunte Runde des ersten Kampfes: Zunächst versuchte der 37-jährige
US-Boy, den Kampf nun zu beenden. Früh landete er wieder Wirkungstreffer,
doch Gatti erholte sich, fightete in seiner unnachahmlichen Art zurück
und dominierte den Rest der Runde, in der auch sein amerikanischer Kontrahent
eine Vielzahl von Wirkungstreffern einstecken musste. Auf den Punktezetteln
war der Kampf zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen.
In den verbleibenden drei Runden wirkte Gatti frischer und landete immer
jenen Treffer mehr, der sich letztlich auf den Punktezetteln niederschlägt.
Am Ende dieser erneuten Ringschlacht werteten zwei Punktrichter 96:93,
der dritte 97:92 zugunsten von Arturo Gatti. In großer sportlicher
Geste umarmten sich die beiden Rivalen wie schon nach den ersten beiden
Kämpfen nach dem Schlußgong. Nach drei Kämpfen und 30
Runden haben Arturo Gatti und Micky Ward mit dieser hochklassigen Trilogie
ihr eigenes Stück Boxgeschichte geschrieben.
Während
der 37-jährige Ward bereits vor dem Kampf das Ende seiner Karriere
verkündete, sieht der in Montreal geborene Gatti einer erfreulichen
Zukunft entgegen. Die Gerüchte über einen vier Kämpfe umfassenden
Vertrag mit HBO, der ihm mehr als acht Millionen Dollar garantieren soll,
wurden nach dem Kampf von HBO bestätigt.
Eine Foto-Galerie dazu gibt es auf Fightnews.com...
Im Rahmenprogramm landete US-Schwergewichtshoffnung Dominick
Guinn (BP-Talent) einen überzeugenden TKO-Sieg
über seinen Landsmann Michael
Grant (BP-Nr.16).
Der Kampf galt für beide Boxer als richtungsweisend. Der 30-jährige
Grant wollte mit einem Sieg seinen Weg weiter zurück in die Weltspitze
ebnen, während der noch relativ unbekannte Guinn sich mit einem Erfolg
seinerseits ins Rampenlicht rücken wollte. Nun wurde eindrucksvoll
geklärt, in welche Richtungen die beiden Boxer in Zukunft gehen werden.
Guinn, bis dato ohne große Namen im Kampfrekord, gelang es bereits
zu Beginn des Kampfes, seinen Gegner mit zwei linken Haken zum Kopf zu
beeindrucken. In der dritten Runde schickte das Nachwuchstalent wiederum
mittels eines linken Hakens gefolgt von einer rechten Hand den ehemaligen
Herausforderer von Lennox
Lewis (BP-Nr.1) erstmals zu Boden.
Jetzt hatte der 28-Jährige Blut geleckt und war entschlossen, den
Kampf früh zu beenden. Das gelang ihm auch beinahe, nachdem er seinen
Kontrahenten in der vierten Runde
erst mit einer Serie von rechten Haken und dann einer eindrucksvollen
Rechts-Links-Kombination zweimal auf den Ringboden schickte. Der 30-Jährige
überstand diese Runde zwar, jedoch folgte sein unvermeidliches Ende
in der siebten Runde, als der Ringrichter nach einem weiteren schweren
Niederschlag ein Einsehen hatte und den Kampf abbrach. Mit diesem Sieg
dürfte sich das US-amerikanische Talent einen Namen im Schwergewicht
gemacht haben, auf den man in Zukunft achten muss. Michael Grant hingegen
muss mit seiner dritten KO-Niederlage im Rekord seine Ambitionen auf einen
erneuten Titelkampf wohl endgültig begraben.
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