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Vivian Harris vs. Oktay Urkal II
- Die Vorkämpfe

Von Frank Bleydorn


Neben dem Fight um die WBA-Weltmeisterschaft im Superleichtgewicht zwischen Vivian Harris (BP-Nr. 6) und Oktay Urkal (BP-Nr. 7) standen am Samstagabend sieben weitere, interessante Kämpfe im Berliner Tempodrom auf dem Programm. Für Highlights sorgten dabei vor allem Supermittelgewichtler Danilo Häußler (Foto oben) und Schwergewichtler Cengiz Koc.


1. Kampf: Radek Seman vs. Serdar Akova, Halbschwergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Im Aufeinandertreffen zweier Normalausleger sorgte Serdar Akova mit seiner linken Führhand schon in der Anfangsphase für Gefahr. Der 27-jährige Berliner wirkte auch in den folgenden Runden überlegen und effektiver. Ab dem vierten Durchgang wurden seine Schlagkombinationen gegen den Tschechen Radek Seman flüssiger. Zwar vermochte der Deutsche Meister im Halbschwergewicht auch in der Schlussphase gegen seinen 29-jährigen Kontrahenten nicht restlos zu überzeugen, doch am verdienten Punktsieg Akovas (59:56, 60:54, 57:57) änderte dies nichts.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Serdar Akova

2. Kampf: Aziz Daari vs. Alexander Sipos, Superweltergewicht, angesetzt auf acht Runden

Sehr temporeich begann das Ringgefecht im Superweltergewicht zwischen dem gebürtig aus Marokko stammenden Aziz Daari und dem von Ulli Wegner trainierten Alexander Sipos (Foto). Beide Kontrahenten suchten bereits in der ersten Runde den offenen Schlagabtausch. Dabei erwischte der 32-jährige Daari seinen Kontrahenten mit einer Linken am Kopf schwer, so dass Sipos zu Boden ging und angezählt werden musste. Der deutsche Superweltergewichtler, der bereits den zehnten Kampf seit November vergangenen Jahres bestritt, überstand diese schwierige Situation und fand besser in den Fight. Mit einer schnellen Links-Rechts-Kombination zum Körper riss der in Wolfratshausen geborene Athlet das Geschehen Ende des zweiten Durchgangs an sich. Auch in der Folge erarbeitete er sich Vorteile und drängte seinen in Frankreich lebenden Kontrahenten an die Seile zurück. Doch Daari hielt weiter dagegen und drehte nach einem Cut über dem linken Auge von Sipos noch einmal auf. In der Schlussrunde übte der Athlet aus Sarthe, der im Durchgang zuvor wegen Nachschlagens von Ringrichter José Martinez verwarnt worden war, großen Druck aus. Am Ende reichte es in dem abwechslungsreichen Aufeinandertreffen allerdings für keinen der beiden Konkurrenten zum Sieg.

Offizielles Urteil: Unentschieden

3. Kampf: Ruben Groenewald vs. Danilo Häußler, Supermittelgewicht, angesetzt auf acht Runden

Einen guten Eindruck hinterließ der frühere Europameister Danilo Häußler (Foto) im Fight gegen den in Südafrika geborenen Ruben Groenewald. Zwar war es zunächst der inzwischen in London lebende Ex-WBU-Titelträger im Mittelgewicht, der aktiver zu Werke ging, doch Häußler präsentierte sich unter anderem mit einer sauberen Links-Rechts-Kombination zum Ende der Runde effektiver. Auch danach dominierte der von Manfred Wolke trainierte Athlet mit seiner linken Führhand das Geschehen. Immer wieder erzeugte er von der Ringmitte aus Druck und stellte den 27-jährigen Gegner an den Ringseilen. Zwar versuchte Groenewald mit schnellen Händen und seiner gefährlichen rechten Geraden dagegenzuhalten, doch der Südafrikaner, der seit zwei Jahren keinen Fight mehr bestritten hatte, war in seinen Aktionen häufig zu ungenau. Auch in den Schlussrunden agierte der 29-jährige Häußler überlegen und drängte seinen Widersacher mehrfach in die Ringecken zurück. Die taktische Marschroute des deutschen Supermittelgewichtlers schien aber nicht auf einen vorzeitigen Erfolg ausgelegt zu sein. Denn obwohl sein Konkurrent einige schwere Treffer kassierte, versuchte Danilo Häußler nicht in letzter Konsequenz, das Ringgefecht vorzeitig für sich zu entscheiden.

Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Danilo Häußler

4. Kampf: Clive Johnson vs. Sebastian Sylvester, Mittelgewicht, angesetzt auf acht Runden

Einen überzeugenden Erfolg erkämpfte sich am Samstagabend Sebastian Sylvester (Foto). Der aus Greifswald stammende Athlet bestimmte die Auseinandersetzung gegen den Briten Clive Johnson von Beginn an deutlich mit seiner harten und präzisen linken Führhand. Dazu attackierte der 24-Jährige seinen Gegner mit explosiven Links-Rechts-Kombinationen. Bereits sehr früh sorgte eine harte Rechte des von Hartmut Schröder gecoachten Mittelgewichtlers dann für das Aus seines 27 Jahre alten Kontrahenten. Johnson wurde nach einer Minute und 36 Sekunden der zweiten Runde von Ringrichter Klaus Griesel ausgezählt und hatte auch danach zunächst starke Probleme, sich überhaupt wieder auf den Beinen zu halten.

Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der zweiten Runde Sebastian Sylvester

5. Kampf: Cerrone Fox vs. Cengiz Koc, Schwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Mit schnellen linken und rechten Haken zum Kopf und auf den Körper versuchte der Amerikaner Cerrone Fox zunächst gegen Cengiz Koc (Foto) zu brillieren. Doch der von Ulli Wegner trainierte Schwergewichtler stand in der Deckung sicher und fand mit genauen Treffern ab der zweiten Runde deutlich besser in den Kampf. Der 25-jährige Fox zeigte seine Stärken in den ersten Durchgängen jeweils zu Beginn der jeweiligen Runde. Der in Berlin lebende Koc verstärkte den Druck allerdings mit zunehmender Dauer und erwischte seinen Gegner mit der Rechten oftmals schwer. Außerdem schüttelte der 27-jährige Schwergewichtler seinen Widersacher mit Links-Rechts-Kombinationen immer häufiger durch. Ab der vierten Runde wurde Koc noch variabler und setzte dem Amerikaner auch mit seinem rechten Aufwärtshaken mehr und mehr zu. Die Dominanz des Wegner-Schützlings wurde zunehmend deutlicher, doch Fox bewies trotz härtester Treffer Kämpferherz. In der siebten Runde drängte Cengiz Koc den US-Schwergewichtler erneut an die Ringseile zurück und deckte ihn mit seinen Schlagkombinationen ein. Referee Ernst Salzgeber hatte genug gesehen und brach den Fight mit Rücksicht auf die Gesundheit des Amerikaners ab, obwohl Fox nicht zu Boden gegangen war.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der siebten Runde Cengiz Koc

6. Kampf: Adrian Pop vs. Pietro Aurino, Halbschwergewicht, angesetzt auf acht Runden

Seinen zweiten Fight im Halbschwergewicht bestritt am Samstagabend der Italiener Pietro Aurino (Foto, BP-Nr. 10 im Cruisergewicht). Der frühere Europameister im Cruisergewicht wirkte gegen den Rumänen Adrian Pop zunächst sehr beweglich und attackierte den 25-Jährigen immer wieder mit präzisen Körperhaken. Auch in den folgenden Runden sorgten die schnellen und explosiven Schlagkombinationen des in der Rechtsauslage kämpfenden Italieners für klare Vorteile. Im sechsten Durchgang zählte José Martinez den schwer gezeichneten Pop nach schweren Treffern im Stehen an. Nachdem der Rumäne dann in Runde sieben zweimal zu Boden gegangen war, warf die Ecke des lange nicht so erfahrenen Athleten das Handtuch und signalisierte damit die Aufgabe.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der siebten Runde Pietro Aurino

7. Kampf: Gabriel Botos vs. Firat Karagol, Mittelgewicht, angesetzt auf vier Runden

Zum dritten Sieg im dritten Profikampf kam im Berliner Tempodrom der türkische Mittelgewichtler Firat Karagol. Gegen den 29-jährigen Gabriel Botos (auf Foto rechts) erboxte er sich von Beginn an mit seiner linken Führhand eindeutige Vorteile. Trotz der klaren technischen Überlegenheit reichte es für Karagol aber nicht zu einem vorzeitigen Erfolg. Gegen seinen tschechischen Kontrahenten fehlte dem 26-jährigen Athleten aus Ankara die Härte in der rechten Schlaghand.

Offizielles Urteil: Sieger (einstimmig) nach Punkten Firat Karagol


Monntag, 25. Oktober 2004

 

 
     

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