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Ricky Hatton vs. Carlos Maussa

von Benni Vivacqua



Der IBF-Weltmeister Ricky "The Hitman" Hatton (BP-Nr. 2, Foto) besiegte am Samstagabend in der FM Hallem Arena in Sheffield, England, WBA-Weltmeister Carlos Maussa (BP-Nr. 9) durch KO in Runde neun und ist nun Doppelweltmeister im Superleichtgewicht.

Der 27-jährige Lokalmatador Hatton begab sich vom Eröffnungsgong an in die bedingungslose Offensive. Wie bereits bei seinem Titelgewinn gegen des Australier Kostya Tszyu (BP-Nr. 4) schien er seinen Gegner im Vorwärtsgang geradezu ersticken zu wollen. Oft reagieren die Kontrahenten des Engländers auf solche stürmischen Attacken eingeschüchtert, nicht jedoch der unorthodox boxende Maussa. Nachdem er die ersten Treffer kassierte, schien er den Rückwärtsgang für die unangemessene Strategie zu halten, blieb stehen und sorgte mit den ihm eigenen, scheinbar unkoordinierten Bewegungen für ein krachendes Zusammenstoßen der Köpfe, aus dem Hatton mit einem klaffenden Riss über dem linken Auge hervorging. Der “Hitman“ gab sich unbeeindruckt, doch schienen die unvereinbaren Stile des 1,67 Meter großen Engländers und seines zwölf Zentimeter größeren Kontrahenten zunächst kein ansehnliches Kampfbild im ziemlich ausgeglichenen Eröffnungsdurchgang zuzulassen.

Der willensstarke Hatton konzentrierte sich in der zweiten Runde wieder stärker auf seine Taktik und landete einige schöne Körpertreffer sowie linke Haken zum Kopf. Maussa, nicht unbedingt mit den besten Reflexen ausgestattet, verzichtete wie gewöhnlich dennoch auf jede Art von Deckungsarbeit und nahm so eine Reihe unnötiger Treffer. Dennoch konnte auch er sich mit einigen Schwingern Respekt verschaffen und stellte Hatton mit seinem bizarren Stil weiterhin vor Probleme. Im dritten Durchgang kam es dann zu unschönen Szenen. Nach einem weiteren unabsichtlichen Kopfstoß öffnete sich auch über Hattons rechtem Auge ein Cut.
Als Maussa dann mit den Nähten an der Innenseite der Handschuhe diese Verletzung noch weiter zu öffnen versuchte, erhielt er von Ringrichter Mickey Vann eine Verwarnung. Doch auch Hatton war im Ring noch nie ein Kind von Traurigkeit und landete neben einem Schlag nach dem Trennkommando diverse Körpertreffer, die deutlich zu tief angesetzt waren. Der Schützling von Trainer Billy Graham bekam den Kampf jedoch gegen Ende der Runde zusehends unter Kontrolle und landete einige harte, eingesprungene linke Kopfhaken gegen den völlig offenen Maussa.

Die Runden vier bis acht folgten alle dem gleichen Muster. Ein vorwärts stürmender Hatton bedrängte den windmühlenartig um sich schlagenden Maussa. Die einzelnen Kampfhandlungen wechselten immer wieder mit unansehnlichen Wrestlingeinlagen, doch Hatton gelang es, immer einige Treffer mehr als sein Gegner zu setzen. Maussa schien von Beginn an keine Taktik besessen zu haben, doch ab dem sechsten Durchgang baute er auch konditionell ab. Hatton behielt sein Tempo bei und kam nun häufiger zu klaren Kopftreffern, die der Kolumbianer zwar mit einem Grinsen quittierte, die aber deutlich Wirkung hinterließen. Vor allem mit seinem Paradeschlag an diesem Abend, dem eingesprungenen linken Haken zum Kopf, kam Hatton nach Belieben ins Ziel. In der neunten Runde versuchte der ebenfalls über beiden Augen gezeichnete Maussa ein Verwirrspiel und begab sich halbherzig in die Rechtsauslage, in der er wieder schwere Treffer kassierte. Als er sich in die Normalauslage zurückbegab, wirkte er völlig kraftlos, nahm weitere Haken zum Kopf, nach denen Hatton diesmal entschlossen nachsetzte. Ein weiterer eingesprungener linker Haken an den Kinnwinkel nach 45 Sekunden der neunten Runde beendete schließlich den Kampf. Der entkräftete WBA-Weltmeister sank in der Ecke zu Boden und wurde vom Ringrichter ausgezählt.  

Mit dieser Titelvereinigung ist Ricky Hatton wahrscheinlich am Höhepunkt dessen angelangt, was für ihn mit Kämpfen in Europa möglich erscheint. Möchte er nach Höherem greifen, wird er sich wohl in die USA begeben müssen, da Kämpfe gegen WBC-Weltmeister Floyd Mayweather Jr. (BP-Nr. 1) sowie WBO-Champion Miguel Cotto (BP-Nr. 3) zur Zeit nur dort möglich scheinen.

Montag, 28. November 2005

 
     

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