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Haye deklassiert Maccarinelli
von Sebastian Gutknecht
Vor ca. 20.000 Fans in der O2 Arena in London fand in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein WM-Vereinigungskampf im Cruisergewicht statt. Dabei setzte Lokalmatador David Haye die Titel der WBA und des WBC aufs Spiel, die er im November letzten Jahres dem Franzosen Jean-Mark Mormeck abgenommen hatte. Sein Gegner, der Italowaliser Enzo Maccarinelli, stieg als amtierender WBO-Weltmeister in den Ring.
Für das Vereinigte Königreich war es einer der wichtigsten Kämpfe, seit 1993 Chris Eubank und Nigel Benn vor 42.000 begeisterten Fans unentschieden boxten.
Bei den meisten Wettanbietern war klar, dass sich dieser Kampfausgang wohl nicht wiederholen würde. Bis zu 85 Euro für einen gesetzten wurden auf ein Remis ausbezahlt. Bei zwei derartigen „Punchern“, denen zudem nicht die allerbesten Nehmerfähigkeiten nachgesagt wurden, gingen die meisten Boxbeobachter von einer kurzrundigen Angelegenheit aus. „Wer zuerst durchkommt, gewinnt“ war wohl die am häufigsten abgegebene Prognose auf dieses Duell.
Lediglich im ersten Durchgang sah es so aus, als würde sich genau dies nicht bewahrheiten. Beide Kämpfer absolvierten eine so genannte Abtastrunde, schlugen kaum und zeigten enorm viel Respekt vor der Schlagkraft des Gegners. Lediglich ein rechter Konter des 27-jährigen Walisers brachte den „Hayemaker“ kurz ins Stolpern.
Runde zwei sollte dann alles bringen, was sich die meisten Fans in der O2 Arena erwartet hatten. Eine krachende Rechte des Doppelweltmeisters aus London leitete den Anfang vom Ende für Enzo Maccarinelli ein. In die Seile gedrängt durch eine weitere Rechte zum Kopf kassierte der WBO-Weltmeister mehrere schwere Treffer seines unbarmherzig nachsetzenden Kontrahenten und ging schwer angeschlagen zu Boden. Nach einem Anzählen bis acht und 2:04 Minuten in der zweiten Runde nahm Ringrichter John Keane Maccarinelli aus dem Kampf. Sein halbherziger Protest auf sehr wackligen Beinen zeigte an, dass er nicht in der Lage war, weiterzuboxen.
David Haye, der seine Bilanz auf unglaubliche 20 KOs in 21 Siegen bei nur einer Niederlage aufbessern konnte, sagte nach dem Kampf, er wolle jetzt ins Schwergewicht aufsteigen. Das Cruisergewicht hielte keine Herausforderungen mehr für ihn bereit. IBF-Weltmeister Steve Cunningham könnte da anderer Ansicht sein, aber bei einem möglichen Duell mit der Nummer eins des Schwergewichts Wladimir Klitschko werden die meisten Boxfans dem „Hayemaker“ diese Kleinigkeit nachsehen.
Montag,
10. März 2008
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