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Huck zeigt Kämpferherz
von Frank Bleydorn

Der 23-jährige
Marco
Huck (Foto) ist neuer IBF-Intercontinental Champion
im Cruisergewicht. In einem spannenden Fight bezwang er am Samstagabend
in der Oberfrankenhalle in Bayreuth den 32-jährigen Slowaken Frantisek
Kasanic durch TKO in der neunten Runde. Dabei zog sich Huck
im vierten Durchgang einen Kieferbruch zu. Darüber hinaus erkämpfte
Alexander
Frenkel gegen Cory
Phelps die zuvor vakante IBF-Junioren-WM im Cruisergewicht.
Schwergewichtler Francesco
Pianeta siegte im Kampf um die WBC-Junioren-Weltmeisterschaft
gegen Michael
Marrone durch TKO in Runde zwei.
1. Kampf: Marcin Piatkowski vs. Vitali Tsypko, Supermittelgewicht,
angesetzt auf acht Runden
Vitali
Tsypko hat sich erfolgreich im Ring zurückgemeldet.
Nachdem der WBA-Weltranglistenzweite aufgrund einer Kieferhöhlenentzündung
für mehrere Monate pausieren musste, dominierte er das Geschehen
im Ring gegen den Polen Marcin
Piatkowski von Beginn an mit seiner Führhand und Rechts-links-Kombinationen
deutlich. Zwar hielt sein Kontrahent im zweiten Durchgang besser dagegen,
doch der 31-jährige Tsypko blieb überlegen. In der dritten Runde
sorgte der ukrainische Rechtsauslger dann mit einem rechten Haken zum
Körper für einen Niederschlag, so dass der Kampf entschieden
war.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der dritten Runde Vitali
Tsypko
2. Kampf: Leon Nzama vs. Lukasz Janik, Cruisergewicht, angesetzt auf sechs
Runden
Einige Mühe hatte Lukasz Janik mit seinem Konkurrenten Leon
Nzama (Kongo). Gegen den sehr beweglich und geschickt agierenden Widersacher
kam der Pole dennoch in der zweiten Runde zu harten Treffern. Auch in
der Folge erkämpfte sich der 22-jährige Cruisergewichtler mit
seinen Aktionen zum Körper Vorteile. In der vierten Runde sprach
Ringrichter Ingo Barrabas einen Punktabzug wegen wiederholten Haltens
gegen Nzama aus. Janik hatte in der Folge trotzdem Probleme, klare Treffer
gegen seinen Kontrahenten ins Ziel zu bringen. Nach sechs Runden lag er
dann aber einstimmig nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Lukasz Janik
3. Kampf: Yves Romainville vs. Jürgen Doberstein, Supermittelgewicht,
angesetzt auf vier Runden
Seinen
vierten Sieg als Berufsboxer verzeichnete am Samstag Jürgen
Doberstein für sich. Der 19-Jährige übte großen
Druck aus und schickte den Belgier Yves
Romainville in der zweiten Runde mit einer Linken an den
Kopf zu Boden. Doch der 31-jährige Gegner war in der Lage, den Kampf
fortzusetzen. Als der deutsche Supermittelgewichtler wenig später
mit einer rechten Geraden durchkam, war der Kampf allerdings vorbei. Damit
stand der im Saarland aufgewachsene Doberstein nach einer Minute und 57
Sekunden als Sieger fest.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Jürgen
Doberstein
4. Kampf: Gene Pukall vs. Robert Helenius, Schwergewicht, angesetzt auf
vier Runden
Gelungenes Profidebüt für Robert
Helenius: Der Finne bezwang den 33-jährigen Berliner
Gene Pukall in Bayreuth nach nur zwei Minuten und
41 Sekunden durch TKO. Der im schwedischen Stockholm geborene Helenius
begann stark und strahlte im Ring eine große Präsenz aus. Mit
harten rechten Körperhaken landete der 24-Jährige insgesamt
drei Niederschläge, ehe Ringrichter Ernst Salzgeber
den Fight nach weiteren Treffern des Skandinaviers noch in der ersten
Runde beendete.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der ersten Runde Robert Helenius
5. Kampf: Adelita Irizarry vs. Cecilia Braekhus, Weltergewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Die
Norwegerin Cecilia
Braekhus (Foto) setzte ihre Erfolgsserie in der
Oberfrankenhalle fort. Doch der 26-Jährigen stand mit der Amerikanerin
Adelita
Irizarry ein schwerer Prüfstein gegenüber. Doch
die Skandinavierin verbuchte bereits in der ersten Runde mehrere harte
Treffer für sich. Auch danach drängte sie die Gegnerin zurück.
Die an Reichweite überlegene Braekhus hatte in der Folge mehr vom
Kampf. In der Schlussrunde kam die von Ulli Wegner trainierte Sportlerin
mit einem linken Aufwärtshaken zu einem Niederschlag. Doch die 37-jährige
Irizarry rettete sich trotzdem über die Zeit.
Offizielles Urteil: Siegerin einstimmig nach Punkten Cecilia Braekhus
6. Kampf: Tamas Tornyai vs. Artur Hein, Halbschwergewicht, angesetzt auf
vier Runden
Arthur
Hein setzte gegen Tamas
Tornyai ein weiteres Ausrufezeichen. Denn der 34-jährige
Ungar hatte in dem Fight gegen den schwäbischen Halbschwergewichtler
nicht den Hauch einer Chance und musste sich bereits nach zwei Minuten
und zwölf Sekunden der ersten Runde durch KO geschlagen geben. Für
den von Manfred Wolke gecoachten Hein war es der dritte
Erfolg im dritten Profikampf. Alle Fights gewann der 22-Jährige vorzeitig.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der ersten Runde Artur Hein
7. Kampf: Michael Marrone vs. Francesco Pianeta, WBC-Junioren-Weltmeisterschaft
im Schwergewicht, angesetzt auf zehn Runden
Der 23-jährige Francesco
Pianeta verteidigte seinen Titel gegen den zuvor ungeschlagenen
Amerikaner Michael
Marrone (22) durch einen TKO-Sieg in der zweiten Runde. Nach
ausgeglichenem Start drehte der WBC-Junioren-Champion in der zweiten Runde
auf. Mit harten linken Händen und einer krachenden Rechten brachte
er den Amerikaner ins Schwanken, so dass Ringrichter Ian John-Lewis
eingriff und den Fight nach einer Minute und 23 Sekunden zu Gunsten des
Gelsenkircheners beendete.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Francesco Pianeta
8. Kampf: DeLeon Tinsley vs. Enad Licina, Cruisergewicht, angesetzt auf
zehn Runden
Spektakulär verlief der Fight von Enad
Licina gegen DeLeon
Tinsley. Der Wolke-Schützling übte von der ersten
Sekunde an großen Druck aus. Noch in Durchgang eins brachte der
28-Jährige seinen Gegner mit harten Treffern ins Wanken. Doch auch
der Widersacher aus den USA verbuchte einige gute Aktionen für sich,
so dass sich zeitweise ein sehr interessanter Schlagabtausch entwickelte.
In der dritten Runde schickte Licina seinen Konkurrenten mit einer Rechten
zum Kinn in den Ringstaub, so dass der Fight nach einer Minute und zwei
Sekunden entschieden war. Der 37-jährige Tinsley erhob sich erst
nach einer längeren Behandlungspause wieder vom Boden des Seilgevierts.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der dritten Runde Enad Licina
9. Kampf: Dmitri Protkunas vs. Henry Weber, Supermittelgewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Der in Stralsund geborene Henry
Weber kontrollierte das Geschehen im Ring gegen den Esten
Dmitri Protkunas von Beginn an. Druckvoll agierend
brachte er immer wieder seine Hände ins Ziel. So richtig in Gefahr
geriet der 28-jährige Protkunas allerdings erst in der letzten Runde.
Da drehte der 19-jährige Weber noch einmal auf. Zwar reichte es für
den Schützling von Trainer Hartmut Schröder
nicht mehr zu einem vorzeitigen Erfolg, doch nach Punkten lag der Deutsche
schließlich klar in Front.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Henry Weber
10. Cory Phelps vs. Alexander Frenkel, IBF-Junioren-Weltmeisterschaft
im Cruisergewicht, angesetzt auf zehn Runden
Alexander
Frenkel (Foto) ist neuer Junioren-Titelträger der IBF. Der
23-Jährige hatte bei seinem Erfolg gegen Cory Phelps (24) kaum Probleme
und benötigte gerade mal eine Minute und 55 Sekunden, um den Amerikaner
in die Schranken zu weisen. Zunächst schickte der Schützling
von Trainer Ulli Wegner seinen Kontrahenten mit einer
rechten Geraden zu Boden. Dann schlug eine Linke an der Kinnspitze beim
ängstlich wirkenden Phelps ein und sorgte für den zweiten Niederschlag.
Damit stand der Titelgewinn des in Würzburg aufgewachsenen Cruisergewichtlers
bereits in der ersten Runde fest.
Offizielles Urteil: Sieger durch KO in der ersten Runde Alexander Frenkel
11. Kampf: Frantisek Kasanic vs. Marco Huck, IBF-Intercontinental Meisterschaft
im Cruisergewicht, angesetzt auf zwölf Runden
Einen packenden und spannenden Fight gab es zum Abschluss des Abends zwischen
Marco Huck und Frantisek Kasanic. Gegen den Slowaken zeigte der zu Coach
Ulli Wegner zurückgekehrte Huck zunächst eine sehr disziplinierte
Leistung. Mit der linken Führhand bereitete er seine Angriffsaktionen
vor, um dann mit der Schlaghand zu ersten harten Treffern zu kommen. Darüber
hinaus sorgte er in den ersten Runden mit schnellen linken und rechten
Haken zum Körper für Gefahr. Doch auch sein 32-jähriger
Kontrahent zeigte, warum er schon zwölfmal durch KO gewonnen hatte.
Zwar schlug er bedeutend weniger Hände, doch mit harten Treffern
durch die Rechte sorgte er immer wieder für ein Raunen im Publikum.
Im vierten Durchgang brach sich Marco Huck den Kiefer. Doch er ließ
sich nichts anmerken und glänzte durch schnelle Schlagkombinationen.
Obwohl Kasanic ständig nach vorne drängte und weiter mit der
Rechten harte Kopftreffer landete, war es der Wegner-Schützling,
der das Geschehen im Ring bestimmte. Da der slowakische Konkurrent enorme
Nehmerqualitäten bewies, dauerte es bis zur neunten Runde, ehe die
Entscheidung fiel. Zunächst war es eine Serie von Köpertreffern,
die zu einem Niederschlag führte. Dann setzte Huck nach, bis den
Widersacher eine Rechte zum Kopf kräftig durchrüttelte und der
Ringrichter den Fight nach zwei Minuten und 52 Sekunden abbrach. "Ich
wollte heute meinen Trainer glücklich machen. Ich habe Kasanic mit
der linken Hand zermürbt, meine Linie eingehalten und einfach geboxt.
So bin ich zu meinem Ziel gekommen", sagte Marco Huck nach dem
Fight. Lob gab es auch von Ulli Wegner: "Marco hat die taktische
Linie eingehalten und gezeigt, dass in Zukunft wieder mit ihm zu rechnen
ist."
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der neunten Runde Marco Huck
Mittwoch,
21. Mai 2008
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