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Roy
Jones schreibt Boxgeschichte -
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Die
BoxingPress-Scorecard
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Runden
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Ruiz
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Jones
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Gesamt
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111
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117
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Auch
die Punktrichter sahen dies schließlich genauso, werteten mit 116:112,
117:111 und 118:110 Punkten für den neuen Weltmeister. Während
sich Roy Jones nach vielen Jahren wieder einmal wie ein Schneekönig
über einen Sieg freuen konnte, verließ der frustrierte Ruiz
sofort den Ring. Im anschließenden Interview beschwerte sich der
Ex-Champ dann bitterlich über den Ringrichter, der seiner Meinung
nach jegliche Kampfhandlungen in der Nahdistanz unterbrochen hatte. "Ich
wollte wie ein Schwergewichtler boxen, meinen Gewichtsvorteil dazu nutzen,
um Druck auszuüben," sagte der enttäuschte 31-Jährige.
"Aber ich habe nie die Chance erhalten, so zu kämpfen. Ich
könnte Jones mehr Anerkennung zollen, wenn ich die gleichen Vorteile
wie er bekommen hätte." Wenig später sprach Ruiz sogar
von seinem Rücktritt als Profi.
Es fällt schwer, die sportliche Leistung des 31-Jährigen zu beurteilen. Die meisten Gegner von Roy Jones wirkten während ihrer Kämpfe gegen den Weltklasse-Mann überfordert, so auch Ruiz dieses Mal. Trotzdem traf der Puerto-Ricaner Jones häufiger, als es den meisten seiner anderen Gegnern bislang gelungen war. Doch Ruiz war nie in der Lage, seine körperlichen Vorteile gewinnbringend einzusetzen. Zu deutlich war seine boxerische Unterlegenheit. Zudem schlug Ruiz insgesamt viel zu wenig und war nicht in der Lage, seine Taktik im Kampf auch nur einen Deut zu ändern. Enttäuschend kam hinzu, dass sich der Ex-Weltmeister in den Schlussrunden zu bereitwillig in sein Schicksal ergab und keinerlei Kämpferherz mehr zeigte.
Unterdessen gab sich Roy Jones in den ersten Postfight-Interviews stolz und glücklich. "Ich habe das getan, um Geschichte zu schreiben," so der neue Weltmeister. "Ich habe diesen Kampf angenommen, weil die Fans ihn sehen wollten. Die Leute haben gesagt, ich könnte nie von einem Schwergewichtler getroffen werden. Alle haben erwartet, dass ich davonlaufe, aber das hatte ich nicht vor."
Und
in der Tat lieferte der Mann aus Pensacola eine beherzte Vorstellung in
Las Vegas ab. Eine Leistung, die ihm zuvor zwar viele zutrauten, die man
jedoch schon lange nicht mehr von ihm gesehen hatte. Denn trotz seiner
großen Gabe hatte es Jones in den letzten Jahren zu oft vorgezogen,
gegen durchschnittliche Gegner in den Ring zu steigen und keine sportliche
Herausforderung mehr zu suchen. Vielleicht gibt ihm dieser Erfolg nun
noch einmal einen Motivationsschub für weitere Einträge in die
Geschichtsbücher des Boxsports. Mit seinem Sieg über Ruiz ist
Jones erst der zweite Mittelgewichts-Weltmeister nach Bob
Fitzsimmons vor 106 Jahren, der zugleich Schwergewichts-Weltmeister
wurde.
Ausschlaggebend dafür waren zweifellos die überragenden boxerischen Fähigkeiten des 34-Jährigen. Jones verfügt über einmalige Reflexe, sehr große Präzision in seinen Schlägen und eine beeindruckende Schnelligkeit. Dies alles paart der US-Amerikaner mit einem unorthodoxen Stil, mit dem er den Großteil seiner Gegner der Lächerlichkeit preisgibt. Anders als z.B. Prince Naseem Hamed, dem diese Fähigkeiten auch nachgesagt wurden, kann Jones auch einiges wegstecken, wie der Kampf gegen Ruiz deutlich unter Beweis stellte.
Dass
sein erster Auftritt im Schwergewicht derart überzeugend verlief,
könnte Jones womöglich doch dazu bewegen, vorübergehend in der
Königsklasse zu bleiben. Hier wartet das große Geld - ein für
Jones wichtiges Argument - und mit Chris
Byrd (Foto, BP-Nr.3) ein Parallel-Weltmeister, der Jones
körperlich fast gleichwertig ist. Byrd hat bereits Interesse signalisiert
und auch sein Promoter Don King hatte vor dem Kampf angekündigt,
der Sieger des Abends solle gegen Byrd um dessen IBF-Titel boxen. Ob King
tatsächlich daran interessiert ist, nach Ruiz seinen zweiten Schwergewichts-Weltmeister
zu verlieren, bleibt fraglich. Jones jedenfalls zeigte sich bereit: "Ich
ziehe meinen Hut vor Chris Byrd und ich mag ihn," sagte Jones.
"Wenn die Börse stimmt, würde ich gegen ihn kämpfen.
Das ist es, was sie Fans sehen wollen."
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