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Kessler zu stark für Sartison
von Jörg Dubiel



Dimitri Sartison hat am Samstagabend seine Chance auf einen WM-Titel nicht nutzen können. Er unterlag in Kopenhagen dem favorisierten Mikkel Kessler durch technischen KO in der zwölften Runde. Zum Disput stand dabei der WBA-Titel im Supermittelgewicht, welchen der vormalige Weltmeister Anthony Mundine nicht gegen seinen Pflichtherausforderer Kessler verteidigen wollte. Der Australier strebt stattdessen einen Wechsel in das Mittelgewicht an.
 
Der in Kasachstan geborene Hamburger boxte in den Anfangsrunden durchaus auf Augenhöhe mit seinem ein Jahr älteren Gegenüber. So konnte Sartison zunächst noch gute Treffer setzen und gleichzeitig Schläge Kesslers abblocken. Doch schon bald übernahm der Däne das Kommando im Kampf. Mit überlegener Reichweite und besserer Beinarbeit sorgte Kessler immer wieder für eine ihm passende Distanz, während die Schläge des Deutschen oftmals zu kurz waren. Nur zur Mitte des Kampfes kam Sartison nochmal auf, um die Durchgänge sechs und sieben enger zu gestalten.  
Doch von da an schwanden seine Kräfte zusehens, er musste dem hohen Tempo Tribut zollen. Immer wieder ließ der Mann aus dem Spotlight Boxstall die Arme hängen und schüttelte sie aus, während der "Viking Warrior" nun öfter mit seinen Fäusten das Ziel fand. In der elften Runde schließlich gelang dem Dänen ein erster Niederschlag, als er Sartison in die Ringecke drängte und mit einer Kombination eindeckte. Der Außenseiter berührte den Ringboden kurz mit Knie und Handschuh und war sofort wieder auf den Beinen, dennoch war er sichtbar angeschlagen. Kesslers Bemühungen, den Sack zuzumachen, blieben jedoch fruchtlos. Dem wackelnden Sartison gelang es, sich dem entscheidenen Treffer zu entziehen.

In der zwölften Runde kam jedoch die endgültige Entscheidung. Nachdem noch etwas weniger als anderthalb Minuten zu boxen waren, ging Kessler in die Schlussoffensive über und deckte seinen Gegner mit Schlägen ein. Der Hamburger wurde dabei zwar nicht sonderlich hart getroffen, konnte aber der Serie an Treffern nicht standhalten und sank erschöpft zu Boden, woraufhin Ringrichter Stanley Christodoulou den Kampf unmittelbar abbrach. Damit ist Kessler wieder Weltmeister nach Version der WBA, steht in der Verbandshierarchie jedoch unter "WBA-Superchampion" Joe Calzaghe, der zudem auch die Titel der Verbände WBC und WBO hält. Kesslers nächste Aufgabe könnte eine Pflichtverteidigung gegen den Frankfurter Danilo Häussler werden.
 
Der Kampf wurde trotz deutscher Beteiligung hierzulande leider nicht übertragen. Kesslers Promoter Mogens Palle befürchtete, dass seine dänischen Landsleute sonst beim benachbarten deutschen Fernsehen einschalten würden und so wichtige Einnahmen des dänischen Bezahlfernsehens ausbleiben würden.

Montag, 23. Juni 2008

 
     

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