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Klitschko vs. Botha - Bericht vom offiziellen Wiegen
exklusiv aus Stuttgart berichtet Dr. Constantin Hofmann


Am heutigen Freitag, den 15.03.2002, also am Tag vor dem Universum-Kampfabend in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle, fand in der Spielbank Stuttgart das offizielle Wiegen statt. Bevor sich das Hauptaugenmerk auf die Boxer richtete, zeigten sich neben zahlreichen Pressevertretern und Funktionären der WBO und des BDB auch Prominente wie Ex-Schwergewichtler und Publikumsliebling Axel Schulz, Kommentator Tobias Drews und Szenegröße Ebby Thust. Außerdem befanden sich auffallend viele junge blonde, sehr gepflegte Damen unter den Anwesenden, von denen einige den Eindruck machten, als wollten sie mehr als nur ein Autogramm von den Boxern...

Die Location (wie es neudeutsch so schön heißt) war gut gewählt: In dem edlen Ambiente der Spielbank bildeten die halbnackten Boxer in weißen Sportsocken (ausnahmslos) einen herrlichen Kontrast zu den feinen Damen und Herren in Anzug bzw. Kostüm, die auch während des Wiegens an den Roulettetischen weiter spielten, als wäre dies der normalste Tag der Welt im Spielcasino. Der reguläre Spielbetrieb war nämlich keineswegs eingestellt, sondern lief munter weiter.

Die eigentlichen Protagonisten der Veranstaltung sollen jedoch nicht vergessen werden: Als erster Boxer kam Francois Botha auf die Waage. Mit schwarzem Cats-Shirt, schwarzer Baseballkappe, dunkler Sonnenbrille und einem teilweise blond gefärbten Bärtchen präsentierte sich der Südafrikaner betont lässig und cool. Seine körperliche Verfassung konnte da nicht ganz mithalten: Zwar war er in einer für seine Verhältnisse guten Form, völlig austrainiert wirkte er jedoch nicht, wie man insbesondere an der Bauchpartie sehen konnte.

Wladimir Klitschko war wie gewohnt hervorragend austrainiert und konnte die anwesenden Damen mit seiner gut ausgebildeten Muskulatur in Verzückung bringen. Ohnehin schien der weibliche Teil der Anwesenden, und zwar inklusive der Pressevertreterinnen, weniger an den Gewichtsmessungen und Daten der Boxer, sondern mehr an ihrer Präsentation in knappen Shorts interessiert zu sein. Allein die ständige Betonung seines Doktortitels bei der Vorstellung wäre nicht unbedingt nötig gewesen.

Beim anschließenden Gegenüberstehen der Kontrahenten wurde auch dem letzten unbedarften Fan klar, dass Klitschko mit erheblichen Größen- und Reichweitenvorteilen in dieses Duell geht. Vom Gewicht her waren der Ukrainer und der Südafrikaner dagegen fast gleich: Klitschko wog 109,7 kg, Botha 109,5 kg.

Anschließend präsentierte sich Juan Carlos Gomez auf der Waage, der mit 98,0 kg wahrlich kein Cruisergewichtler mehr ist und den Aufstieg ins Schwergewicht offensichtlich nicht vermeiden konnte. Sein Gegner Ken Murphy aus den USA brachte 104,4 kg auf die Waage. Ob ihm das gegen den vom Sprecher als "Weltmeister und nach Expertenmeinung besten Cruisergewichtler der Welt" angekündigten Kubaner viel helfen wird, bleibt abzuwarten. Übrigens war diese Ankündigung nicht ganz richtig, denn Gomez hat bekanntlich seinen WBC-Titel niedergelegt.

Beim folgenden Wiegen ergab sich für den Amerikaner Anthony Stephens ein Gewicht von 81,2 kg, womit er eigentlich über dem Gewichtslimit für das Halbschwergewicht liegt. Doch bei Nicht-Titelkämpfen drücken die Veranstalter in solchen Fällen ein Auge zu. Der WM-erfahrene Veteran trifft auf den sympathisch wirkenden Ungarn Zsolt Erdei aus dem Universum-Stall. Erdei brachte mit 79,0 kg das Halbschwergewicht problemlos.

Dann war "Jahrhunderttalent" Jürgen Brähmer an der Reihe, der 77,5 kg wog sowie sein Gegner, der Brasilianer Roberto Martins, mit 77,4 kg. Brähmer präsentierte sich braungebrannt und wie immer in guter körperlicher Verfassung.

Box-Beau Thomas Ulrich brachte 79,8 kg auf die Waage, sein brasilianischer Kontrahent Marco Antonio Duarte 81,5 kg. Ulrich scheint bei den weiblichen Boxfans besonders beliebt zu sein. Jedenfalls muss dies aus den begeisterten Publikumsreaktionen geschlossen werden, als Ulrich seine Hose herunterließ.

Sinan Samil Sam aus dem Universum-Stall, genannt der Bulle vom Bosporus, wurde anschließend mit 107,7 kg gewogen, sein Gegner Thomas Edward Williams aus den USA mit 107,9 kg. Sam ist jetzt schon Meister im Schneiden von grimmigen Grimassen.

Der junge Ukrainer Alexander Dimitrenko brachte stolze 110,0 kg auf die Waage, sein Gegner, der US-Amerikaner Tim Martin, 103,0 kg. Dabei machte Martin nicht gerade den Eindruck eines Berufsboxers, um es vorsichtig auszudrücken. Nicht eben athletisch sah er eher wie der Gärtner der Spielbank Stuttgart aus. Allerdings machte Dimitrenko mit seinem Milchbubengesicht trotz seiner Größe und seines Gewichts auch nicht gerade einen furchteinflößenden Eindruck.

Der Universum-Boxer Konstantin Onofrei aus Rumänien durfte dann seine 104,5 kg auf der Waage zeigen. Von seinem angekündigten Gegner Alex Kostapolusz war nichts zu sehen.

Schließlich wurde noch ein gewisser Isaam Khalil mit 66,7 kg und ein neues Universum-Talent aus Schweden, Reidar Walstad, mit 54,8 kg präsentiert.

Wirkliche Aufschlüsse über den Kampfabend durfte man von dieser Veranstaltung natürlich nicht erwarten. Allenfalls ein erster Eindruck über den Trainingsfleiß und die Ernährungsdisziplin der Boxer konnte man gewinnen. Anhand der großen Zahl der Medienvertreter war jedoch abzulesen, dass das öffentliche Interesse an der Veranstaltung in Stuttgart enorm ist.




 

 
     

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