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Sensation: Sanders schlägt Klitschko in zwei Runden KO
von Jörg Lüdemann

Er galt als der legitime Nachfolger von Lennox Lewis, galt als Hoffnungsträger für die Zukunft der derzeit schwachen Schwergewichtszene. Doch die 12.000 Zuschauer in der Preussag Arena in Hannover wurden am Samstag abend Zeugen der wohl größten Sensation seit vielen Jahren im deutschen Berufsboxen. WBO-Weltmeister Wladimir Klitschko (BP-Nr.2) verlor seinen Titel durch KO in Runde zwei gegen den bereits 37-jährigen Südafrikaner Corrie Sanders (Foto), der in den letzten knapp drei Jahren gerade mal drei Runden im Ring gestanden hatte. Sanders gewann jedoch nicht nur diesen Kampf und den WM-Gürtel. Die Art und Weise seines Sieges zerstörte auch nachhaltig den Nimbus der Unbesiegbarkeit, der Klitschko bereits anzuhaften schien. Die Schwergewichtsszene ist damit so durcheinander gewirbelt, wie schon lange nicht mehr. BoxingPress liefert eine ausführliche Analyse dazu.


Das Vorspiel

Im Vorfeld hatte nicht vieles auf eine Sensation hingedeutet. Der für die freiwillige Titelverteidigung verpflichtete Gegner Corrie Sanders wurde von vielen, nicht zuletzt auch von der BoxingPress-Redaktion, als üblicher Gegner mit gutem Rekord, aber unübersehbaren Schwächen angesehen. Bereits 37 Jahre alt, in den vergangenen drei Jahren fast kaum im Ring aktiv und schon zweimal vorzeitig besiegt, schien der Südafrikaner das übliche Profil für eine gelungene, womöglich sogar spektakuläre Titelverteidigung abzugeben.

Lediglich seine beeindruckende Schlagkraft, seine schnellen Hände und die unbequeme Rechtsauslage sprachen dafür, dass der 37-Jährige am Ende nicht nur ein weiterer Name im Rekord des WBO-Weltmeisters sein würde. Während seiner Vorbereitung hatte sich Sanders u.a. den einstigen Klitschko-Bezwinger Ross Puritty (Foto) als Sparringspartner und Tippgeber genommen, doch fand dies zu Recht wenig Beachtung, denn bereits Axel Schulz hatte aus der Arbeit mit Puritty vor seinem Kampf gegen Wladimir nicht viel Hilfreiches mitnehmen können. Zu unterschiedlich sind die Kampfstile von Sanders, Schulz und Puritty.

Auf dem Weg in den Ring der Preussag Arena erweckte Corrie Sanders dann auch nicht den Anschein eines Mannes, der wild entschlossen war, sich am Ende seiner Karriere noch den WM-Gürtel eines der vier großen Weltverbände umzulegen. Geradezu harmlos wirkte der leicht untersetzte Südafrikaner, der zuvor zwar als Schnellstarter, aber auch nicht gerade als Konditionswunder bekannt war. Wie sich wenig später herausstellen sollte, würde die körperliche Verfassung von Sanders in diesem Kampf jedoch kaum eine Rolle spielen.

Wladimir Klitschko schien wie immer unbeeindruckt von seinem Gegner und dem Spektakel, dass die lautstarken Zuschauer um ihn herum verursachten. Auch die Tatsache, dass der Weltmeister vom wieder einmal indisponierten Ringsprecher Karsten Speck fälschlicherweise als "Dr. Vitali Klitschko" angekündigt wurde, rang dem Ukrainer bestenfalls ein müdes Lächeln ab. Ganz anders Universum-Matchmaker Hedi Taouab, der sich während der falschen Ansage entsetzt an den Kopf gefasst hatte. Der arme Hedi ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sich das wahre Entsetzen erst noch einstellen würde...


Der Kampf

Die erste Runde verlief zunächst unspektakulär. Klitschko hielt sich gegen seinen körperlich beinahe ebenbürtigen Gegner wie gewohnt auf Distanz, wirkte konzentriert und ruhig. Ein gewisser Respekt vor Schlagkraft des Gegners war beiden Boxern von Beginn anzumerken, doch Klitschko suchte schon bald nach einer Gelegenheit, seine rammende linke Führhand ins Ziel zu bringen. Diese bot sich in der Folgezeit mehrfach, da Sanders seine Deckung nicht gerade mit Feuereifer geschlossen hielt. Klitschko landete einige Treffer mit schnellen Links-Rechts-Kombinationen und zog sich danach sofort in die lange Distanz zurück. Nichts deutete daraufhin, dass sich der Ukrainer in wenigen Momenten auf dem Ringboden wiederfinden würde.

Inmitten einer dieser Angriffsaktionen Klitschkos feuerte Rechtsausleger Sanders seine erste linke Schlaghand ab, die der Weltmeister jedoch noch mit dem rechten Handschuh knapp vor der Schläfe abfangen konnte. Allein dieser Schlag, obgleich er keinerlei Wirkung erzielte, erregte erste Aufmerksamkeit. Denn dieser Corrie Sanders machte - ganz anders als viele andere Herausforderer wie z.B. zuletzt Jameel McCline - so gar nicht den Eindruck, als ob ihn die physische Präsenz des Weltmeisters einschüchtern könnte.

Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, dass der Südafrikaner seinem Gegner in Sachen Körpergröße und Reichweite fast ebenbürtig war. Hinzu kam, dass Sanders alles andere als "gunshy" wirkte. Der erfahrene Veteran lauerte förmlich darauf, seine ersten schnellen Hände abfeuern zu können. Gerade als sich Klitschko warmzuschlagen schien, einige klare Treffer landete und sich nach einem Angriff wieder vorbildlich in die lange Distanz zurückgezogen hatte, sah Corrie Sanders seine erste Chance gekommen. Blitzartig überbrückte der Herausforderer die Distanz und brachte sein ganzes Körpergewicht hinter eine mit voller Wucht geschlagene Linke, die mit erstaunlicher Präzision und beeindruckender Wirkung am Kopf von Klitschko einschlug. Noch nie zuvor hatte man den Weltmeister einen derart klaren Volltreffer einstecken sehen.

Doch obgleich Klitschkos Kopf wie ein Punchingball nach hinten flog, kompensierte der Ukrainer diesen Schlag scheinbar erstaunlich gut. Klitschko ging sofort in den Clinch, hielt seinen Gegner fest und suchte nach Erholung. Der erfahrene Sanders jedoch roch den Braten und versuchte vehement, sich aus der Umklammerung seines Gegners zu lösen. Schließlich gelang es dem Südafrikaner, trotz des taktisch richtigen Verhaltens Klitschkos, der weiter klammerte oder die sichere Distanz suchte, weitere Treffer anzubringen. Womöglich war Klitschko doch schwerer angeschlagen, als dies zunächst den Anschein hatte - womöglich war er aber auch schon hier überfordert mit der für ihn kaum gekannten Situation. Sanders jedenfalls, bekannt für seine Gefährlichkeit und eine Vielzahl von KO-Siegen in den ersten Runden, setzte beherzt nach und landete schließlich einen kurzen rechten Haken, gefolgt von einer krachenden linken Schlaghand. Diese Kombination traf Klitschko völlig deckungslos und ließ den 112kg-Koloss zum Entsetzen aller Zuschauer schwer mitgenommen auf den Ringboden krachen.

Dort lag der Weltmeister dann, scheinbar minutenlang, direkt vor den Augen seines Promoters und Förderers Klaus-Peter Kohl. Die Szenerie wirkte geradezu irreal - der von allen Medien als bildschöner, auf Jahre unbezwingbarer Schwergewichtler dargestellte 26-Jährige, dem eben noch die Boxfans zu Füßen lagen, lag ihnen auf einmal selbst zu Füßen - auf dem Ringboden in der Preussag Arena.

Das Entsetzen wollte der Hoffnung jedoch nicht weichen, denn die Schwerfälligkeit, mit der Klitschko versuchte, wieder auf die Beine zu gelangen, machte schlagartig deutlich, wie mitgenommen der Weltmeister war. Das Anzählen des US-amerikanischen Ringrichter Genaro Rodriguez schien sich eine halbe Ewigkeit hinzuziehen und war dennoch regelkonform, denn Klitschko stand nach genau neun Sekunden wieder, wenn auch auf wackligen Beinen. Doch dem Referee gebührt an dieser Stelle kein Vorwurf und keine Unterstellung - es entspricht durchaus der Normalität, dass ein seit Jahren amtierender Weltmeister eher noch einmal in den Kampf zurückgelassen wird, als ein offensichtlich überforderter Herausforderer.

In den folgenden Sekunden tat Klitschko das einzig Richtige - er klammerte. Genauer gesagt: er "versuchte" es. Doch der mit sehr guten Finisher-Qualitäten ausgestattete Corrie Sanders wusste diese unbeholfen wirkenden Versuche schnell zu unterbinden und brachte seine nächste Linke unter, die Klitschko zu Boden sinken ließ - wohl mehr aus Erschöpfung, denn aufgrund von Schlagwirkung. Dennoch eine weitere Kränkung für den stolzen Ukrainer, der einfach kein Gegenmittel für die beste Waffe seines Gegners fand. Dieses Mal rappelte sich der Weltmeister schneller wieder auf. Kurz darauf bewahrte ihn der Rundengong zunächst vor weiterer Bestrafung.

In der einminütigen Pause zeigte Klitschkos Betreuerstab eine erstaunliche Unfähigkeit, mit der Situation umzugehen. Fritz Sdunek, dem erfahrenen und sonst so abgebrühten Meistertrainer, viel vor Schreck der Eimer aus der Hand. Ansonsten brachte der sichtlich unter Schock stehende Trainer nicht viele Worte heraus. Konkrete Anweisungen wie konsequentes Klammern, sich über die Zeit retten, flink auf den Beinen sein - sie blieben aus. Auch kein Hinweis von Seiten Sduneks an seinen Schützling, wie dieser fortan die linke Schlaghand seines Gegners hätte vermeiden sollen. Kein bewusstes Atmen mit Klitschko, um dessen Erholung zu beschleunigen. Wladimir stieß ein "kann passieren" in die gespenstische Tatenlosigkeit seiner Ecke heraus und wenig später war eine wertvolle Minute um, ohne dass sie Klitschko in irgendeiner Weise weitergeholfen hätte.

Der Weltmeister hatte in der Pause dann wohl seine eigenen Konsequenzen gezogen. Im Vertrauen auf seine körperliche Überlegenheit und seine bekannte Schlagstärke, entschied sich Klitschko dazu, die sogenannte "Brechstange" hervorzuholen. Mit aller Gewalt stürmte er in seinen Gegner und versuchte, den Kampf mit einem Volltreffer noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Der flinke Sanders hatte keine Schwierigkeiten, den behäbig vorgetragenen Angriffen Klitschkos auszuweichen und traf seinerseits mit einer weiteren krachenden Linken mitten ins Gesicht des Weltmeisters. Dieser fand sich Sekundenbruchteile später auf dem Hosenboden wieder, mit dem Gesichtsausdruck eines kleinen, perplexen Schuljungen, der soeben eine Kraftprobe eindeutig verloren hatte.

Trotzig und, das sei an dieser Stelle hervorgehoben, mit einem vorbildlichen Kämpferherz, das ihm viele zuvor nicht zugetraut hatten, mühte sich Klitschko ein weiteres Mal auf die Beine und stellte sich erneut dem Kampf. Ans Aufgeben dachte Klitschko nicht, doch die Widerstandskraft des Weltmeisters war inzwischen erloschen. Sanders suchte jetzt vehement die Entscheidung, ein wahrer Schlagregen prasselte auf Klitschko ein, der völlig wehrlos durch den Ring taumelte. Nur die Seile schienen jetzt den stolzen 2-Meter-Hünen noch im Ring zu halten. Genau dort kassierte Klitschko eine weitere ungebremste Linke seines Gegners und ging zum vierten Mal zu Boden. Auch hier stand der Weltmeister noch einmal rechtzeitig auf, doch der Ringrichter hatte den Kampf bereits völlig zu Recht abgebrochen. Wladimir Klitschko war ein geschlagener Mann.

Der Sieger

Unterdessen brach frenetischer Jubel im Lager von Corrie Sanders aus. Der 37-Jährige schrie seine Freude in die Zuschauerränge, seine Betreuer waren nicht mehr zu bändigen und vollführten einen Freudentanz im Ring. Dem symphatischen Sanders ist dieser Erfolg von Herzen zu gönnen. Im Spätherbst seiner Karriere hatte ihn niemand mehr auf der Rechnung gehabt, womöglich nicht einmal mehr er selbst. Doch die harte und gezielte Vorbereitung hat sich für den neuen Weltmeister ausgezahlt. Seine Routine aus hunderten Amateurkämpfen und einer fast vierzehnjährigen Profikarriere, gepaart mit einer beeindruckenden Schlagkraft und Schnelligkeit, verschafften ihm einen nicht für möglich gehaltenen Sieg. Sanders ließ es nicht zu, dass seine bekannten Schwächen in diesem Kampf eine Rolle spielten, er suchte die frühe Entscheidung, als sich die Gelegenheit bot.

"Ich hatte gar nicht vor, in der ersten Runde zu gewinnen," erklärte der Veteran nach dem Kampf. "Aber die Chance ergab sich einfach und die habe ich genutzt. Mir hat auch Ross Puritty sehr in meiner Vorbereitung geholfen. Wir hatten uns große Chancen ausgerechnet." Der Hinweis auf Puritty erfolgte im Sanders-Lager immer wieder, doch dessen Hilfestellung in der Vorbereitung will sich der BoxingPress-Redaktion nicht erschließen. Puritty hatte sich bei seinem Sieg über Klitschko in Kiew über zehn Runden hinweg den Schädel weichprügeln lassen und dann selbst einen erschöpften Wladimir kaum klar getroffen. Außer der Konditionsschwäche Klitschkos war der US-Amerikaner nicht in der Lage gewesen, irgendwelche anderen boxerischen Defizite des Ukrainers offenzulegen. Die Gründe für die Niederlage Klitschkos dürften also eher an anderer Stelle zu suchen sein, doch dazu später mehr.

Ein Teil der Zuschauer in Hannover blamierte sich inzwischen mit einem gellenden Pfeifkonzert. Ob hier der verdiente Sieger oder der klare Verlierer ausgepfiffen wurde - Sinn machte weder das eine noch das andere. Offensichtlich wusste ein Teil der Fans seiner Enttäuschung nicht anders Ausdruck zu verleihen. Sportliche Fairness unter diesen Zuschauern: Fehlanzeige. Dabei hat sich Sanders mit seinem menschlich bescheidenen und sportlich beherztem Auftritt viele Symphatien erwerben können. Selbst seinem unterlegenen Gegner spendete der neue Weltmeister Trost. "Das war nun mal dein Verlierertag. Du bist jung, du wirst zurückkommen," so Sanders. Der Südafrikaner ist ein würdiger neuer Schwergewichts-Weltmeister der WBO.

Später gab Sanders zu Protokoll, dass er am Tag vor dem Kampf einen Anruf von Weltmeister Lennox Lewis erhalten hatte. Der Brite habe ihm geraten, Klitschko permanent unter Druck zu setzen, da dieser oft sehr ängstlich boxen würde. Sanders betonte, dass ihm der Anruf sehr viel bedeutete und ihn in seinem Gefühl bestätigte, den Kampf gewinnen zu können.

Der Verlierer

In der Niederlage zeigte der enttäuschte Ex-Weltmeister menschliche Größe. Wladimir Klitschko gehörte zu den wenigen geschockten Beteiligten in- und außerhalb des Rings, die es fertigbrachten, Corrie Sanders zu dessen Erfolg zu gratulieren. Außerdem stellte er sich im Moment der bittersten Stunde seiner Karriere allen anschließenden Interviews - soviel Professionalität bringen bei weitem nicht alle Leistungssportler auf. Die Schuld für die Niederlage nahm der Ukrainer vollständig auf sich. "Es lag nicht am Trainer, es lag nicht an der Vorbereitung, es lag allein an mir," sagte der 26-Jährige einsichtig. "Ich kann verstehen, daß jetzt viele Fans enttäuscht sind. Aber das ist Sport, und ich komme zurück und zeige, wo es langgeht."

Bei der anschließenden Fehleranalyse gab Klitschko zu, taktisch unklug geboxt und sich nach den Niederschlägen viel zu hektisch verhalten zu haben. "Ich hätte mehr klammern müssen, aber ich wollte mich sofort revanchieren und bin reingesprungen. Das war mein entscheidender Fehler," gestand der Ukrainer seine Unerfahrenheit im Umgang mit derartigen Situationen im Ring ein. "Er hat mich kalt erwischt. Sowas passiert mir nie wieder."

"Ich hoffe, ich kann bald Revanche gegen Corrie nehmen und den WM-Gürtel zurückholen," sagte Klitschko auf der späteren Pressekonferenz. "Ich brauche keine Aufbaukämpfe und würde am liebsten sofort wieder gegen Sanders boxen. Dann habe ich die Sache hinter mir." Trainer Fritz Sdunek stimmte mit seinem Schützling in der ersten Analyse überein. "Er ist viel zu offen reingegangen, er wollte sich sofort für den Treffer revanchieren. Das war der Hauptfehler. Ich dachte, so etwas passiert ihm nicht mehr."

Irgendwann im Laufe der Nacht wurden die Erklärungsversuche im Lager des Ex-Champs allerdings weitaus einsilbiger. "Im Boxen kann ein Schlag entscheidend sein. Wladimir wurde ausgekontert," erklärte Sdunek und Bruder Vitali (Foto) wurde nicht müde, von einem "Lucky Punch" zu sprechen, dem sein Bruder zum Opfer gefallen sei. Bei allem Respekt: Ein vierfacher "Lucky Punch" also? Entweder ist dem älteren Klitschko die Bedeutung der englischen Bezeichnung nicht klar, oder aber Vitali hatte nicht den Mut, das auszusprechen, was eigentlich alle Zuschauer vor Ort und an den Fernsehschirmen gesehen hatten. Sein jüngerer Bruder war nach Strich und Faden verprügelt worden und wahrlich nicht das Opfer eines einzigen Glücksschlages.


Die Analyse

Doch wie hatte es dazu kommen können? Wo liegen die Gründe für diese klare Niederlage? Welche neuen Erkenntnisse hat dieser Kampf geliefert?

Die Ursachen für die Niederlage sind weit vielschichtiger, als es den Anschein hat. Bemerkenswert viele Faktoren haben sich in Hannover zum Super-GAU für das Zugpferd der Universum-Box-Promotion entwickelt. So mancher Boxexperte hatte dieses Szenario bereits vor geraumer Zeit heraufbeschworen, doch nach den immer überzeugenderen Auftritten des jüngeren Klitschkos in der jüngsten Vergangenheit waren die Stimmen der deutschen Kritiker fast verstummt. Vieles deutete daraufhin, dass Wladimir Klitschko mit seinen 26 Jahren tatsächlich schon der perfekte Schwergewichtler sei, als den ihn die Medien präsentierten.

Einzig die US-amerikanischen Fans und Experten, die schon hunderte aufstrebende Talente haben kommen und wieder gehen sehen, wagten es noch, nach den bis gestern kaum getesteten Nehmer-Fähigkeiten des 26-jährigen zu fragen. Larry Merchant, langjähriger HBO-Kommentator, wurde auch während der letzten, überzeugenden Fights von Klitschko nicht müde, dessen großes Talent hervorzuheben, aber auch immer wieder die eine entscheidende Frage zu stellen: "Ist Klitschko in der Lage, prekäre Situationen zu überstehen?"

Nach dem jetzigen Stand der Dinge muss die Antwort wohl "nein" lauten. Klitschko war nach dem ersten klaren Treffer von Sanders nicht mehr in der Lage, seinen Untergang aufzuhalten - der Ukrainer hat diesbezüglich in einer wichtigen Reifeprüfung versagt. Entsprechend enttäuscht kommentierte Merchant dann auch den Kampfausgang. "Das ist ein Schock für die Boxwelt. Für einen Schwergewichtler ist es nicht entscheidend, wie stark er zuschlagen kann, sondern wie er die Schläge seines Gegners wegsteckt."

Dabei kann man Wladimir Klitschko nicht einmal vorwerfen, die Treffer von Sanders schlecht weggesteckt zu haben. Sicherlich gibt es einige Schwergewichtler wie Ross Puritty, David Tua oder Oliver McCall, die über einen Eisenschädel verfügen und härteste Treffer scheinbar unbeeindruckt absorbieren. Aber daneben es gibt auch andere Boxer wie Herbie Hide, Bruce Seldon oder Pele Reid, die beim ersten klaren Treffer wie vom Blitz getroffen zu Boden gehen und sich nicht mehr davon erholen. Klitschko gehört, dies steht seit Samstag fest, weder in die eine, noch in die andere Kategorie.

Der Ukrainer hat kein sogenanntes "Glaskinn". Er schluckte einige Volltreffer von Sanders, ehe er zu Boden musste und schaffte es dann erstaunlich gut, sich wieder auf die Füße zu stellen. Ein Boxer mit "Glaskinn" wäre mit voller Wucht auf den Boden geknallt und nicht mehr aufgestanden. Allerdings offenbarte Klitschko eine ganz andere Schwäche: Der 26-Jährige ist taktisch überhaupt nicht in der Lage, sich in derartigen Situationen zu sammeln und mit den bekannten Methoden (Klammern und Halten, Verschanzen hinter einer soliden Deckung, Einsatz der Beine, Mundschutz ausspucken, Tiefschlag ansetzen usw.) Zeit zu gewinnen. Am Samstag versuchte Klitschko dies zwar, jedoch mit einem solchen Maß an Ungeschicktheit, dass es für Sanders ein Leichtes war, sich Freiräume für erneute Schlaghände zu verschaffen.

Man musste zweifellos den Eindruck gewinnen, dass Klitschko aus seiner einstigen Niederlage gegen Puritty keine Lehren in bezug auf seine Defensive gezogen hat. Der Ukrainer wirkte nach dem ersten Volltreffer völlig hilflos, fahrig und ohne jede Übersicht. Wie ein tapsiger Bär versuchte Klitschko, seinen Gegner festzuhalten oder dessen Schläge mit unkoordiniertem Fuchteln der Handschuhe abzufangen. Der Olympiasieger von 1996 hatte überhaupt keine Vorstellung davon, wie er in dieser Situation das Tempo hätte herausnehmen oder sich Zeit hätte verschaffen können. Ganz zu schweigen von den mehr als stümperhaften Versuchen, im Rückwärtsgang einen Konter anzubringen.

In einer ähnlichen Situation hatte sich Sanders bei seiner letzten Niederlage gegen Hasim Rahman einen schweren Konter eingefangen, der den Kampf schließlich zu Gunsten des zuvor deutlich unterlegenen Rahman drehte. Sanders schlug zwar schnelle Hände, diese jedoch meist ohne Rücksicht auf seine Deckung. Wäre es Klitschko in dieser Situation gelungen, aus der Defensive heraus einen platzierten Haken zu setzen - gar nicht einmal niedrig wäre die Wahrscheinlichkeit gewesen, dass er Sanders Offensivdrang mit einem Treffer hätte bremsen können. Doch Klitschko beherrscht diese Art des Boxen (noch) nicht, soviel kann seit Samstag vorläufig festgehalten werden.

Anzumerken ist jedoch, dass die nach dem Kampf vielfach geäußerte Behauptung, Klitschko habe nach dem ersten klaren Treffer den offenen Schlagabtausch gesucht und sei deshalb gescheitert, bei genauer Betrachtung nicht zutrifft. Bei ruhigem Studium des Kampfes muss man konstatieren, dass der Ukrainer in der ersten Runde keineswegs zu offensiv agierte, weder vor, noch nach den ersten klaren Treffern. Klitschko begann vorsichtig, mied den Infight und versuchte zu klammern, nachdem Sanders ihn klar getroffen hatte. Es entsetzte mehr die demonstrierte Unfähigkeit Klitschkos, alle weiteren Kampfhandlungen zu unterbinden, als sein Jähzorn, es Sanders mit gleicher Münze heimzuzahlen. Diese Eigenschaft des 26-Jährigen kam vielmehr erst in Runde zwei zum Vorschein, als Wladimir sich praktisch deckungslos vor Sanders aufbaute und mit Gewalt eine Entscheidung herbeizuführen suchte. Der völlig falsche Weg zu diesem Zeitpunkt. Dieser Versuch wurde dann umgehend mit dem dritten Niederschlag bestraft. Danach war jedwede Erholung aus der Rundenpause Makulatur.

Womit sich das Augenmerk auf den Betreuerstab von Wladimir Klitschko richten muss. Für Trainer Fritz Sdunek gab es in den vergangenen Jahren meist nur Lob - und dies auch berechtigt. Viel zu schnell wurden in der Stunde der gestrigen Niederlage seine taktische Meisterleistungen gegen Boxer wie Kostya Tszyu (mit Oktay Urkal), Virgil Hill und Graciano Rocchigiani (mit Dariusz Michalczewski), Chris Byrd (mit Wladimir Klitschko) oder Marcelo Dominguez (mit Juan Carlos Gomez) vergessen. In diesen und vielen anderen Kämpfen hatte Sdunek seine Schützlinge meisterlich auf ihre jeweiligen Gegner vorbereitet und eingestellt.

An diesem Samstag jedoch schien dies dem alten Fritz nicht gelungen zu sein - oder aber sein Boxer setzte das taktische Konzept nicht wie geplant um, weil ihn einige Volltreffer aus der Bahn warfen. Allerdings verstand es Sdunek (Foto) in der wohl wichtigsten Rundenpause seiner Karriere überhaupt nicht, seinem Mann die nötige Hilfestellung mit auf den Weg zu geben. Er wirkte auf Klitschko so gut wie gar nicht ein, keine Anweisungen, kein Wachrütteln. Kurzum: Auch Sdunek wirkte mit dieser Situation völlig überfordert. Fast hatte man den Eindruck, Wladimir hätte den alten Fritz beruhigen sollen und nicht umgekehrt. War Sdunek in den vergangenen Jahren tatsächlich so erfolgsverwöhnt gewesen, ein solches Szenario für so unmöglich zu halten, dass er sich und Wladimir nie darauf vorbereitet hatte?

Des weiteren stellt sich die Frage, ob die Treffer von Corrie Sanders vermeidbar gewesen wären. Auffällig war, dass die rechte Schlaghand von Klitschko so weit herunterhing wie in jedem anderen Kampf des Ukrainers. Mit dem entscheidenden Unterschied jedoch, dass von vornherein klar war, dass dies kein Kampf wie jeder andere werden würde. Denn man wusste im Universum-Lager um die Schlagkraft und die Gefährlichkeit von Sanders in den ersten Runden. Zudem wusste man aber vor allem eines: Der Südafrikaner ist ein Rechtsausleger. Und gute, schnelle Rechtsausleger hatte Wladimir Klitschko, mit Ausnahme von Chris Byrd, der klare Reichweitennachteile hatte, in seiner gesamten Profi-Karriere noch nicht geboxt.

So hätte in der Vorbereitung also das Hauptaugenmerk auf der Vermeidung von Treffern über die rechte Außenbahn liegen müssen. Davon war jedoch in Klitschkos Verteidigungshaltung nicht das Geringste zu erkennen. Lediglich den ersten Versuch von Sanders, seine Linke ins Ziel zu bringen, konnte Klitschko noch mit Mühe abfangen. Danach schien der Südafrikaner seine beste Waffe scheinbar nach Belieben ins Ziel bringen zu können. Klitschko fand überhaupt kein Mittel gegen die schnelle linke Hand seines Herausforderers. Weder hielt er seine Rechte zum Schutz nach oben, noch schlug er permanent seinen linken Jab, um Sanders zu beschäftigen.

Was also hatte man in der Vorbereitung trainiert, um sich auf die Rechtsauslage des Gegners einzustellen? Insbesondere, da Klitschko bislang über fast keine Erfahrung mit gut ausgebildeten Rechtsauslegern verfügte. Ein boxerisch versierter Weltmeister darf sich solche Hände nicht derart hilflos einfangen.

Anscheinend hatte man die Gefährlichkeit des Herausforderers im Vorfeld doch unterschätzt. Dies lag ja auch durchaus nahe, da Corrie Sanders in den letzten Jahren nicht gerade für viel Aufsehen gesorgt hatte. Davor hatte der Südafrikaner einige beeindruckende und weniger beeindruckende Auftritte im Ring hingelegt. Seine schnellen Demontagen von soliden Boxern wie Johnny DuPlooy, Bobby Czyz, Alfred Cole oder Michael Sprott blieben weniger im Gedächtnis, als seine zwei vorzeitigen Niederlagen gegen Nate Tubbs und Hasim Rahman. Dabei hatte Sanders gerade gegen Rahman in den ersten Runden eine Weltklasse-Leistung abgeliefert. Nur mit viel Mühe hatte Rahman (Foto) nach zwei Niederschlägen überhaupt die zweite Runde überstanden.

Darüber hinaus wusste man von Sanders, dass dieser verhältnismässig konditionsschwach und sorglos in der Deckungsarbeit ist. Doch damit diese Schwächen zum Tragen kommen würden, hätte sich Klitschko in den ersten Runden darauf konzentrieren müssen, die schnelle Schlaghand des 37-Jährigen zu vermeiden. 25 seiner 28 Knockouts hatte Sanders in den ersten drei Runden erzielt, ein deutlicher Beleg für seine Gefährlichkeit. Drei KO-Siege über Francois Botha im Amateurlager sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Dennoch hatte niemand dem Südafrikaner im Vorfeld eine solche Gefährlichkeit zugetraut, auch nicht die BoxingPress-Redaktion. Über das Stehvermögen des 37-jährigen Sanders kann kein Urteil gefällt werden, aber die Schnelligkeit und die Präzision seiner Hände überraschte sicher nicht nur Wladimir Klitschko. Sanders schlug schlichtweg schneller als Klitschko, war zudem sehr variabel und mit einem sehr guten Timing ausgestattet. Ein US-amerikanischer Journalist wies im Vorfeld des Kampfes mit Recht darauf hin, dass Sanders über ein beachtliches Talent verfüge, zum rechten Zeitpunkt loszuschlagen und eine Lücke für seine Schläge zu finden. Dabei marschiert Sanders mutig und mit vollem Körpereinsatz nach vorn und bringt sich in Anbetracht seiner Statur und seines Alters geradezu leichtfüssig in die richtige Schlagdistanz.

Kurzum: Der Südafrikaner ist in der Vergangenheit zweifellos unter seinen Möglichkeiten geblieben. Die Gründe dafür dürften in einem schlechtem Management und der Tatsache, dass er sich zu spät in den USA präsentierte, zu suchen sein. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei ihm um einen 37-jährigen, inaktiven, konditionsschwachen, bereits mehrfach klar besiegten Mann. Ein Boxer mit den Ansprüchen eines Wladimir Klitschko hätte in der Lage sein müssen, gegen einen Gegner wie Corrie Sanders einen deutlichen Sieg einzufahren. Daran gibt es nichts zu deuteln.


Die Zukunftsaussichten

Doch nun ist für das Klitschko-Team nunmal der Super-GAU eingetreten. Wie geht es also weiter?

Die Hoffnungen des Hamburger Universum-Boxstalls, mit Wladimir Klitschko in den USA die ganz großen Kämpfe zu bestreiten und die ganz großen Börsen zu kassieren, sind zunächst erstmal in weite Ferne gerückt. Für Klitschko war es nach der Schlappe gegen Ross Puritty im Jahr 1998 schon die zweite vorzeitige Niederlage im 42. Profikampf. Besonders problematisch dabei: Es handelt sich nicht um Niederlagen gegen absolute Weltklasseleute, sondern um Gegner aus der zweiten und dritten Reihe. Der US-Sender HBO übertrug die desaströse Niederlage weltweit. Nicht gerade ein Empfehlungsschreiben für einen künftigen Heilsbringer im Schwergewicht.

"So eine Niederlage bringt keinen nach vorn," gestand der ungewohnt wortkarge und sichtlich fassunglose Promoter Klaus-Peter Kohl dann auch nach dem Kampf ein. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und beraten, wann, wie und ob wir ein Rematch machen können," kündigte Kohl an. "Unsere USA-Pläne müssen wir vorerst ändern."

Unklar bleibt, ob der Kampfvertrag mit Sanders eine Option auf einen Rückkampf beinhaltet. Kohl (Foto) wollte sich dazu nicht äußern. Dies verwundert, da der Hamburger Großgastronom in der Szene als meisterlicher Vertragsverhandler gilt, der meist gleich Optionen auf drei bis vier weitere Kämpfe der verpflichteten Gegner bekommt, sollten diese gewinnen. Doch mittlerweile mehren sich die Anzeichen dafür, dass tatsächlich keine Optionen auf ein Rematch vorliegen. Dies wäre ein ungewohntes Versäumnis des Promoters. Womöglich will man aber auch nur ein wenig Zeit gewinnen und Klitschko erst einmal ein paar Aufbaukämpfe bestreiten lassen, ehe er zum vereinbarten Rematch antritt.

Auf Corrie Sanders dürften hingegen erfreuliche Zahltage warten, falls er nicht von Kohl kaltgestellt werden kann. "Ich boxe als nächstes da, wo das Geld ist," gab der Südafrikaner unumwunden zu. "Lennox Lewis, IBF-Weltmeister Chris Byrd, ein Rematch - ich werde alle Optionen checken." Angeblich soll es bereits eine erste Kontaktaufnahme zwischen dem Sanders-Lager und dem Management von Weltmeister Lennox Lewis gegeben haben, um einen Kampf der beiden Champions in Südafrika durchzuführen.

Es ist, nicht nur aufgrund der zur Zeit aufgewühlten Schwergewichts-Szene durchaus denkbar, dass der schlagstarke Sanders noch für die ein oder andere Überraschung sorgen wird. Sein unbequemer Stil dürfte diversen Schwergewichtlern erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Man darf gespannt sein, inwieweit der Südafrikaner diese Chance beim Schopfe packt und sein vorhandenes Potential doch noch ausschöpfen kann. Immer vorausgesetzt, Sanders muss oder wird kein sofortiges Rematch gegen Klitschko bestreiten.

Ob dies im Interesse von Wladimir Klitschko wäre, ist von entscheidender Bedeutung. Die Fehler aus diesem Kampf werden analysiert und festgestellt werden - die Frage bleibt, ob Klitschko sie noch abstellen kann. Dies wird in hohem Maße davon abhängen, ob der Ukrainer diese Niederlage als Chance begreift, seine großen Schwächen auszumerzen oder ob er sie wieder nur als "Betriebsunfall" abtut. Seine Psyche wird darüber entscheiden, ob und wie er sich selbst aus dieser Situation herausziehen kann. Eine derart klare KO-Niederlage hat schon bei vielen anderen Boxern deutliche Spuren hinterlassen. Nur eine klare und ehrliche Aufarbeitung wird dazu führen, dass Klitschko energisch an seinen Schwächen arbeiten wird.

Erschwerend kommt seit diesem Samstag natürlich hinzu, dass Klitschko seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit für einige Zeit abgegeben hat. Zukünftige Gegner wissen jetzt um die Nehmerfähigkeiten und die Hilflosigkeit des Ukrainers in Drucksituationen. Interessant wäre hier zum Beispiel die Frage, wie wohl ein Jameel McCline aufgetreten wäre, hätte er zuvor diesen Kampf von Wladimir Klitschko sehen können. Der Respekt seiner Gegner dürfte von nun an deutlich nachlassen, was vor allem bei schlagstarken Schwergewichtlern eine große Gefahr mit sich bringt. Andererweits dürften einige ambitionierte US-Boys ihre Chancen gegen Klitschko fortan überschätzen und eher gewillt sein, gegen ihn in den Ring zu steigen.

Das Fazit

Der Kampf am Samstag hat eindrucksvoll gezeigt, dass zur Zeit jeder Schwergewichtler der Welt verwundbar ist. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Wladimir Klitschko immer noch weit talentierter und boxerisch besser ausgebildet ist, als der Großteil der anderen Schwergewichtler aus den Top20 der Welt. Klitschko ist kein schlechterer Boxer als vorher. Aus Niederlagen *kann* man lernen. Gelingt es Klitschko, seine Deckungsarbeit entscheidend zu verbessern und in Zukunft wieder weniger überheblich in seine Kämpfe zu gehen, dann gibt es für ihn mit Sicherheit einen Weg zurück an die Weltspitze. Ob dieser über ein direktes Rematch mit Corrie Sanders führt, was logisch und wünschenswert wäre, werden die nächsten Wochen zeigen.

Eines bleibt vorerst als bezeichnendes Fazit: Die Schwergewichts-Weltmeister der vier großen Verbände heißen aktuell Lennox Lewis, Roy Jones, Chris Byrd und Corrie Sanders...verrückte Boxwelt.

 

 

 
     

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