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Malignaggi verteidigt Titel
von Thorsten Fritsche



Nach einer Pause von sieben Monaten, kehrte IBF-Weltmeister Paul Malignaggi am Samstag im Bally's Hotel and Casino in Atlantic City, New Jersey, in den Ring zurück, um seinen Titel im Superleichtgewicht, den er in seinem letzten Kampf gegen Lovemore N'dou gewann, erstmalig zu verteidigen. Sein Herausforderer war Herman Ngoudjo, der in der Vergangenheit vor allem durch seine knappe Punktniederlage gegen Jose Luis Castillo aufgefallen war. Durch einen ebenfalls hauchdünnen Punktvorsprung gegen Randall Bailey konnte sich der Athlet aus Kamerun in die Position des Pflichtherausforderers bringen, galt aber für viele Zuschauer als eher unbeschriebenes Blatt. Jedoch bereitete Ngoudjo dem 27-jährigen Champion einige Probleme und Malignaggi gab nach dem Kampf zu, dass dies keine seiner besten Leistungen war.

Dabei fand der „Magic Man“ aus Brooklyn, New York, zunächst gut in den Kampf und bereits ab der Eröffnungsrunde zeigte er seine übliche Marschroute aus Beweglichkeit und einem zielsicheren, schnellen Jab. Mit diesen Mitteln beherrschte Malignaggi klar die erste Runde, da sein Herausforderer zu diesem Zeitpunkt kein Mittel fand, um aufzuschließen und selbst zählbare Aktionen zu zeigen. Dies besserte sich zwar in Durchgang zwei, da Ngoudjo aktiver wurde, doch der Weltmeister behielt weiterhin die Oberhand und ließ seinen Gegner ein ums andere Mal sein Ziel verfehlen.

Ab Runde drei fand Ngoudjo dann endgültig besser in den Kampf und brachte wiederholt seine rechte Schlaghand ins Ziel. Schon bald waren Schwellungen im Gesicht des Weltmeisters auszumachen, dem die Kontrolle über das Geschehen im Ring zu entgleiten drohte. Davon ermutigt, ließ Ngoudjo immer öfter den linken Haken folgen, der in der vierten Runde eine Platzwunde über Malignaggis linkem Auge öffnete. Erst ab Runde fünf gelang es dem Weltmeister sich dem Druck seines Kontrahenten besser zu entziehen. Er punktete jetzt wieder mit der Führhand und gewann die Kontrolle über den Kampf zurück. Ngoudjo blieb weiterhin der Aggressor, hatte aber wieder mehr Probleme damit, Malignaggi zu stellen.

Mit der wohl spektakulärsten Runde ging es in die zweite Kampfhälfte. Ngoudjo landete früh in Durchgang sieben zwei harte Treffer mit der Schlaghand, die Malignaggi sichtlich anklingelten. Dem Weltmeister gelang es mit Mühe, den folgenden Angriffen stand zu halten und einen Niederschlag zu vermeiden, doch gehörte diese Runde ganz klar Ngoudjo, der seinen Gegner fast die vollen drei Minuten lang jagte und schwer zusetzte. Der Champion trug dieser misslungenen Runde Rechnung, indem er in den folgenden Durchgängen auf Anweisung seines Trainer Buddy McGirt darauf achtete, sich von der rechten Schlaghand Ngoudjos weg zu bewegen. Dies half ihm, sich die Runden acht bis zehn zu sichern, obwohl der Kameruner immer wieder gute Szenen im Infight hatte.

Ngoudjo erhöhte zur elften Runde das Tempo noch einmal, wohl wissend, dass er nach Punkten zurück lag. Er kam weiterhin zu guten Treffern in der Nahdistanz, auch wenn einige Schläge zu tief landeten. Jedoch wollte Ngoudjo kein weiterer Wirkungstreffer mehr gelingen. Auch in der abschließenden zwölften Runde jagte der Herausforderer seinen Gegner weiterhin durch den Ring, doch ohne Erfolg. Malignaggi wirkte zum Ende des Gefechts zwar sehr müde und klammerte viel, doch es gelang ihm, den rettenden Schlussgong zu erreichen.

Am Ende bekam Paul Malignaggi mit 115:113, 116:113 und 117:111 einen verdienten Punktsieg zugesprochen. Dennoch hatte er wenig überzeugt. Er selbst sagte nach der Urteilsverkündung, dass er den Kampf seiner Meinung nach gewonnen hatte, dies aber keine seiner besten Leistungen war, was er auf Herman Ngoudjos Stil zurückführte.
Sonntag, 06. Januar 2008

 
     

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