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Shane Mosley
vs.
Luis Collazo
von Frank Bleydorn
"Sugar" Shane
Mosley (BP-Nr. 4 im Superweltergewicht, Foto)
ist neuer WBC-Interims-Weltmeister im Weltergewicht. Der Amerikaner kam
in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Mandalay Bay Events Center in
Las Vegas, US-Bundesstaat Nevada, zu einem klaren Punktsieg (118:109,
118:109 und 119:10Cool gegen den früheren WBA-Titelträger Luis
Collazo (BP-Nr. 9).
Zunächst hatte Mosley gegen den in New York lebenden Rechtsausleger
einige Mühe. Nach ausgeglichenem Beginn verbuchte der fast ständig
in der Vorwärtsbewegung agierende Collazo in der zweiten Runde mit
einer harten Linken zum Kopf des Gegners und einem rechten Konter zum
Kinn die besseren Treffer für sich.
Ab dem dritten Durchgang erboxte sich Mosley zunächst mit linken
und rechten Haken zum Körper Vorteile. In Runde vier musste sein
25-jähriger Kontrahent nach einem unabsichtlichen Kopfstoß
einen Cut über dem linken Auge hinnehmen, der sich in der Folge allerdings
nicht als Kampf entscheidend herauskristallisierte.
Obwohl Collazo seinen Widersacher im sechsten Durchgang noch einmal mit
guten Aktionen überraschte, war Mosley in der Folge der bessere Mann.
Vor allem mit seiner Schnelligkeit erkämpfte sich der 35-Jährige
Vorteile. Selbst als es in der achten Runde zum offenen Schlagabtausch
kam, wirkte Mosley mit seiner Rechten effektiver.
Coach und Vater Jack Mosley blieb in der Schlussphase
entsprechend ruhig. Denn sein Schützling dominierte das Geschehen
im Ring mit schnellen Führhänden und Treffern mit der Rechten
deutlich. Collazo ging im elften Durchgang nach einem rechten Konter des
Gegners sogar zu Boden, so dass der Erfolg von Shane Mosley nicht mehr
in Gefahr geriet.
Wie es jetzt für den neuen WBC-Interims-Titelträger weitergeht,
ist noch unklar. Zunächst einmal wird der reguläre WBC-Champion
im Weltergewicht Floyd
Mayweather Jr. (BP-Nr. 1) im Mai gegen Oscar
de la Hoya (BP-Nr. 1 im Superweltergewicht) um die
WBC-Krone im höheren Gewichtslimit bis 69,853 Kilogramm antreten.
Mosley, in der Vergangenheit bereits Titelträger in drei verschiedenen
Gewichtslimits, wird danach sehen müssen, welche Möglichkeiten
sich ergeben.
Der 28-jährige Superleichtgewichtler
Vivian
Harris (BP-Nr. 5, Foto)
erboxte sich zuvor an gleicher Stelle die Möglichkeit, in absehbarer
Zeit gegen den WBC-Titelträger Junior
Witter (BP-Nr. 4)
um die WM-Krone zu kämpfen. Der frühere WBA-Weltmeister sicherte
sich das Pflichtherausforderungsrecht durch einen hart umkämpften
Punktsieg gegen den Mexikaner Juan
Lazcano.
Harris versuchte schon in der Anfangsphase, den Kampf gegen seinen 31-jährigen
Kontrahenten mit der linken Führhand zu bestimmen. Zwar hielt sein
Widersacher mit Einzelaktionen dagegen, doch der frühere WBA-Champion
kam mit einigen rechten Geraden zu klaren Treffern.
Ab dem dritten Durchgang wurde das Geschehen im Ring jedoch deutlich zerfahrener.
Immer häufiger gelang es Lazcano, die Distanz zu überbrücken
und unorthodox im Infight harte Hände ins Ziel zu bringen. Besonders
die kurzen rechten Haken des in Sacramento lebenden Boxprofis wurden dabei
häufig zu Treffern.
In der Folge bot sich den Zuschauern mehrfach das gleiche Bild: Zu Beginn
der jeweiligen Durchgänge dominierte der an Reichweite überlegene
Harris mit seiner linken Führhand, doch mit zunehmender Dauer der
einzelnen Runden war er nicht mehr in der Lage, Lazcano auf Distanz zu
halten, so dass dieser Treffer für sich verbuchte.
So blieb das Ringgefecht bis zum Schluss spannend. Der 28-jährige
Harris wirkte technisch überlegen, konnte seine Fähigkeiten
jedoch nicht in klare Vorteile ummünzen. Erst als sein von Freddie
Roach trainierter Gegner im letzten Durchgang eine Verwarnung wegen wiederholtem
Tiefschlags erhielt, war der Fight endgültig entschieden.
Harris lag auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 115:112, 115:112
und 114:113 vorne. In der Samstags-Form dürfte der Superleichtgewichtler
aus Guyana WBC-Champion Junior Witter jedoch nicht gefährden können.
Sollte er sich allerdings wieder so stark, wie bei seinen zwei WM-Kämpfen
im Jahr 2004 gegen Oktay
Urkal präsentieren, dürfte mit ihm ernsthaft zu
rechnen sein.
Sonntag,
11.Februar 2007
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