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Spotlight-Boxabend in Hamburg: Alexander Petkovic verliert erneut
von Sebastian Swiecznik


Am Dienstagabend stand der erste Spotlight-Boxabend des neuen Jahres auf dem Programm. Im Universum-Gym kam es vor ausverkauftem Haus zu mehreren spannenden Paarungen. Darunter auch der Kampf zwischen dem hochtalentierten Superleichtgewichtler Willy Blain und dem Ungarn Laszlo Komjathi.

Bereits in der ersten Runde wurde klar, dass Komjathi nicht zum Verlieren angereist war. Er marschierte tapfer nach vorne und konnte mit einer guten boxerischen Grundausbildung überzeugen. Komjathi bereitete die meisten seiner Aktionen gekonnt mit dem Jab vor und versuchte dann nachzusetzen. Dies gelang ihm nur selten, da der wieselflinke Blain sich geschickt aus brenzligen Situationen zu befreien wusste. Der Franzose, der bei den Amateuren große Erfolge vorzuweisen hat, war Komjathi in puncto Schnelligkeit deutlich überlegen und konnte immer wieder klare Treffer setzen. Blain konnte die ersten zwei Runden somit souverän für sich entscheiden. In der dritten Runde nahm Blain das Tempo ein wenig raus und Komjathi fand etwas besser in den Kampf. Dies war jedoch nicht von langer Dauer, denn bereits die vierte Runde ging wieder klar an Blain, in der der Franzose durch schöne Kopf- und Körpertreffer brillierte. Die folgenden Runden verliefen nach ähnlichem Muster und Blain boxte sich zu einem deutlichen Punktsieg über acht Runden. Die Punktrichter werteten den Kampf 80:72, 78:74 und 79:73 für Blain.

Nach dem Franzosen waren die schweren Jungs dran. Taras Bidenko, der nach seiner KO-Niederlage gegen Virchis wohl eine letzte Chance bekam, traf auf den unbesiegten Schweden Aldo Colliander. Der Schwede war bei Universum schon öfter als Sparringspartner zu Gast und durfte sich im Falle eines Sieges gegen Bidenko wohl Hoffnungen auf einen Profivertrag machen. Beide Boxer gingen sehr passiv in das Gefecht. Dem Zuschauer wurde schnell klar, dass sehr viel auf dem Spiel stand. Die ereignisarme erste Runde ging aufgrund der Aktivität an Bidenko. Colliander erwies sich in den folgenden Runden als äußerst beweglicher Boxer mit einem unorthodoxen Boxstil, der sein Glück überwiegend mit schnellen, gefährlichen Schwingern versuchte. Bidenko ging kein unnötiges Risiko ein und arbeitete überwiegend mit der Führhand. Die meisten Runden waren äußerst knapp und schwer zu werten, aber der Ukrainer war zumeist wohl doch der etwas aktivere Mann und konnte sich somit Vorteile erboxen. In den letzten zwei Runden wurde auch Colliander zunehmend aktiver und hatte in der siebten Runde wohl seine beste Runde. Im achten Durchgang, dem besten des Kampfes, wurden beide Boxer mutiger und konnten klare Treffer verbuchen. Am Ende hatten alle drei Punktrichter Bidenko mit 78:74 vorn. Colliander war damit scheinbar nicht einverstanden und machte seinem Unmut Luft. Der Autor dieses Berichts hatte Bidenko ebenfalls klar vorne.

Im Hauptkampf des Abends traf das Universum-Sorgenkind Alexander Petkovic auf den Franzosen Kamel Amrane, der zuletzt unter anderem gegen Halbschwergewichtler Stipe Drews (BP-Nr.13 im Halbschwergewicht) nach Punkten verloren hatte. Beide Kämpfer gingen von Beginn an ein hohes Tempo. Petkovic wirkte gegen den leichteren Franzosen ein wenig steif, versuchte aber dem Kampf seinen Stempel aufzudrücken und marschierte nach vorne. In der zweiten Runde kam Amrane einmal schön durch und setzte daraufhin gleich energisch nach. Petkovic war kurz angeschlagen, konnte sich jedoch wieder aus der brenzligen Situation befreien und am Ende der Runde selbst ein paar Treffer setzen. In der dritten Runde schien "Petko" gut erholt und konnte die Runde zu seinen Gunsten gestalten. In Runde vier praktizierte Amrane dann schönes Konterboxen und begann den Kampf an sich zu reißen. Petkovic war einfach nicht flexibel genug, um den agilen Franzosen in Schach zu halten.

In der fünften Runde kam Amrane wunderbar durch und Petkovic wurde erstaunlicherweise im Stehen angezählt, was eigentlich nicht regelkonform war. Dies hatte im weiteren Kampfverlauf aber keine Auswirkung mehr, denn für Petkovic war der Kampf gelaufen. Er offenbarte wie schon zuletzt große Konditionsprobleme, zudem fehlt ihm einfach der Biss, wenn mal nicht alles nach Plan läuft. In der siebten Runde war der Universum-Boxer erneut schwer angeschlagen und musste zu Boden. Er schaffte es zwar noch einmal auf die Beine, aber in Runde neun war endgültig Schluss, als Amrane das Gefecht mit einer rechten Geraden beendete. Petkovic wurde ausgezählt. Nach dieser enttäuschenden Vorstellung steht hinter der Zukunft von Petkovic ein großes Fragezeichen. Mit dieser Leistung hat er sich eigentlich keine weitere Chance als Hauptkämpfer verdient.


Alle Ergebnisse des Kampfabends im Überblick:

Supermittelgewicht:
Guzmir Perdomo KO2 (1:15) Anton Fedjunin

Halbschwergewicht:
Aleksy Kuziemski W6 Artem Solomko
(60:53, 60:53, 60:53)

Schwergewicht:
Dieter Roth KO3 (2:13) Alexander Subin

Schwergewicht:
Frank K. Frimpong W4 Aleksandre Borhovs
(40:36, 39:37, 39:37)

Fliegengewicht:
Julia Sahin W10 Hagar Shmoulefeld
(98:96, 95:95, 98:92)

Superweltergewicht:
Ante Bilic W6 Martins Kukuls

Superleichtgewicht:
Willy Blain W6 Laszlo Komjathi
(80:72, 78:74, 79:73)

Schwergewicht:
Taras Bidenko W8 Aldo Colliander
(78:74, 78:74, 78:74)

Cruisergewicht:
Kamel Amrane TKO9 (2:57) Alexander Petkovic

Donnerstag, 26. Januar 2006



 
     

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