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Das Profidebüt:
- Folge 1: Floyd Mayweather Jr.
von Patrick Haas

Journeyman,
Contender, Weltmeister oder Superstar, sie alle haben eines gemeinsam:
das Profidebüt. Einige ganz Große haben es verloren: Bernard
Hopkins nach Punkten, Alexis
Arguello durch technischen KO, Juan
Manuel Marquez durch Disqualifikation oder Henry
Armstrong, damals noch als Melody Jackson, durch einen
glatten Knockout. Einer versuchte gleich im Profidebüt, Schwergewichtsweltmeister
zu werden. Es gibt viele interessante Geschichten zu erzählen, also
fangen wir an. In der ersten Folge schauen wir auf das Profidebüt
eines jungen Mannes, der momentan als bester Boxer weltweit gilt: Pretty
Boy Floyd
Mayweather Junior (Foto oben).
Es war der 11. Oktober 1996 in Las Vegas, Nevada, als der erst 19-Jährige
Floyd Mayweather Jr., frisch dekoriert mit einer Bronzemedaille von den
Olympischen Spielen in Atlanta, zum ersten Mal ohne Kopfschutz zwischen
das Seilgeviert kletterte. Der Hauptkampf an diesem Herbstabend war die
WBO-Superfliegengewichts-WM zwischen Weltmeister Johnny
Tapia und Sammy
Stewart, doch in den Vorkämpfen fanden sich zwei Superstars
wieder, deren Wege sich später noch einmal kreuzen sollten: Floyd
Mayweather Jr. und Diego
Chico Corrales.
Mayweather Jr. stammte aus einer Familie mit einer langen Boxtradition.
Sein Vater Floyd
Mayweather Sr. war in den 70er Jahren ein angesehener Weltergewichtsboxer,
der unter anderem mit einem gewissen Sugar
Ray Leonard im Ring stand. Beim Profidebüt seines Sohnes
musste Papa Mayweather jedoch passen, da er eine fünfjährige
Haftstrafe wegen Drogenhandels absaß. So standen Roger
Mayweather, zweifacher Exweltmeister, sowie Jeff
Mayweather ihrem Neffen Floyd als Betreuer zur Seite. Gegner mit
einem Rekord von zwei Siegen bei einer Niederlage war der in Kalifornien
ansässige Mexikaner Roberto
Apodaca.
Schon in den ersten Sekunden des Kampfes stach die Leichtigkeit ins Auge,
mit der sich Floyd Mayweather bis heute durch den Ring bewegt. Variabel
im Oberkörper, blitzschnell auf den Beinen und mit guten Reflexen
ausgestattet, wich er den ersten Angriffsversuchen Apodacas aus. Dann
ergriff der 19-jährige Pretty Boy selbst die Initiative,
die ersten Kombinationen, ein Schritt zurück, die Rechte von Apodaca
geblockt und ein doppelter linker Haken zum Kopf und zum Körper.
Wenig Sekunden später drängte er Apodaca mit dem Jab und der
rechten Gerade in die Seile und vollendete mit einem perfekten linken
Haken zum Körper, der den Mexikaner auf die Knie zwang. Auf die Nachfrage
Willst du noch mehr von Ringrichter Kenny Bayless
rang sich der Mexikaner trotz schmerzverzerrtem Gesicht ein Nicken ab.
Und wo diese Schläge herkamen, gab es noch viel mehr. Bei der nächsten
Kombination kam Apodaca, ebenso wie der Autor dieses Artikel, gar nicht
mehr mit. Es muss wohl eine Schlagsalve aus rechtem Cross, linkem Haken
doppelt geschlagen, mehreren Links-rechts-Serien, einem Aufwärtshaken
und noch einem linken Haken zum Körper gewesen sein. Die Schlagstatistik
der ersten Runde wies eine klare Überlegenheit des Jungen aus Grand
Rapids, Michigan aus:
Mayweather: 30 Treffer/60 Schläge , 50%
Apodaca: 2 Treffer/30 Schläge, 7%
Es sollten charkteristische Zahlen für viele Profirunden von Floyd
Mayweather Jr. werden. In Runde zwei fand das ungleiche Duell dann ein
schnelles Ende. Apodaca verfehlte mit einem rechten Schwinger und Mayweather
konterte wieder mit einer linken Doublette, wobei der finale Schlag zum
Körper seine Wirkung nicht verfehlte. Apodaca krümmte sich vor
Schmerzen auf dem Ringboden und Ringrichter Kenny Bayless brach den Kampf
nach 37 Sekunden der zweiten Runde ab. Diesmal wollte und konnte Apodaca
nicht mehr. Das abschließende Fazit von ESPN-Fernsehkommentator
Bob Papa: Der Junge wird ein Superstar!
Samstag,
13. August 2005
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