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Marco
Schulze (Foto) setzt seine Siegesserie vor heimischer
Kulisse fort. Der 27-jährige Superweltergewichtler bezwang am Samstagabend
den Belgier Douglas
Bellini im Kampf um die IBF-Internationale Meisterschaft
in der mit 1.300 Zuschauern ausverkauften Ofen-Stadt-Halle Velten durch
TKO in der siebten Runde.
1. Kampf: Enad Licina vs. Radek Seman, Halbschwergewicht, angesetzt
auf vier Runden
Einen
erfolgreichen Einstand im Profilager feierte am Samstag Enad
Licina. Gegen Radek
Seman agierte der gebürtig aus Bosnien-Herzegowina stammende
Athlet von Beginn an überlegen. Bereits im zweiten Durchgang schickte
der Neuprofi seinen Kontrahenten mit einem linken Haken auf den Körper
zu Boden. Der in der Rechtsauslage kämpfende Halbschwergewichtler
fand auch im dritten Durchgang Lücken in der Deckung seines tschechischen
Gegners, so dass dieser nach einem linken Körperhaken erneut von
Ringrichter Heinrich Mühmert angezählt werden
musste. Zwar sah sich der 25-Jährige in der Schlussphase des Aufeinandertreffens
einigen gefährlichen linken Haken seines fünf Jahre älteren
Widersachers ausgesetzt, doch der klare Punktsieg von Enad Licina geriet
dadurch nicht mehr in Gefahr.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Enad Licina
2. Kampf: Gotthard Hinteregger vs. Jozsef Matolcsi, IBF- und WBO-Intercontinental
Meisterschaft im Superweltergewicht, angesetzt auf zwölf Runden
Eine
spannende Auseinandersetzung lieferten sich Jozsef
Matolcsi und Gotthard
Hinteregger im Kampf um die IBF- und die zuvor vakante WBO-Intercontinental
Meisterschaft im Superweltergewicht. Beide Kontrahenten hatten sich bereits
im Oktober vergangenen Jahres im Ring gegenüber gestanden. Damals
hatte Matolcsi mit einem Knockout in der achten Runde das bessere Ende
auf seiner Seite. Im Rematch war es jedoch sein bereits 37-jähriger
Kontrahent, der das Geschehen zunächst mit seiner linken Führhand
und schnellen Schlagkombinationen deutlich bestimmte. Sein 29-jähriger
Gegner hielt mit den härteren Treffern dagegen. Meist agierte der
Ungar dabei mit linken und rechten Haken zum Körper, die seinem Konkurrenten
mehrfach die Luft nahmen. Seine besten Aktionen hatte der ständig
in der Vorwärtsbewegung agierende Matolcsi in der fünften Runde,
als er seinen Widersacher an den Seilen stellte und ihn mit harten linken
und rechten Händen attackierte.
Da
Hinteregger aber bis zum achten Durchgang mit der deutlich höheren
Schlagfrequenz glänzte und Matolcsi in der siebten Runde zudem durch
Ringrichter Alfred Asaro einen Punktabzug wegen Haltens
erhielt, zog der auf den Wertungszetteln zurück liegende Athlet das
Tempo in den Schlussrunden noch einmal deutlich an. Mit einem harten linken
Haken an den Kopf rüttelte der Ungar seinen Gegner aus Österreich
im achten Durchgang durch, versäumte es jedoch, den angeschlagen
wirkenden Superweltergewichtler aus Wien zu Boden zu schicken. In den
letzten drei Minuten ging Matolcsi noch einmal bedingungslos in die Offensive
und landete dabei eine krachende rechte Gerade. Doch der als IBF-Intercontinental
Champion in das Aufeinandertreffen gestartete Faustkämpfer vermochte
das Blatt nicht mehr zu wenden und musste sich auf den Wertungszetteln
der Punktrichter mit 111:116 (Matteo Fratini), 112:115 (Ove Ovesen) und
116:112 (Manuel Maritxalar) geschlagen geben.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Gotthard Hinteregger
3. Kampf: Fawaz Nasir vs. Ata Dogan, Mittelgewicht, angesetzt auf sechs
Runden
Auch
im neunten Profikampf siegreich blieb Fawaz
Nasir. Der 25-jährige Däne spielte zunächst
seine Reichweitenvorteile gegen den gebürtig aus der Türkei
stammenden Ata
Dogan aus und dominierte die Eröffnungsrunde mit der
linken Führhand deutlich. Doch schon im zweiten Durchgang hielt sein
29-jähriger Konkurrent besser dagegen. Dabei überbrückte
der in Luxemburg lebende Athlet immer wieder geschickt die Distanz und
kam im Infight zu Treffern. In der Folgezeit versuchte Dogan mehr und
mehr von der Ringmitte aus Druck auszuüben. Hierbei brachte er mit
seinen linken Haken zum Kopf einige gefährliche Aktionen ins Ziel.
Trotzdem wirkte Nasir mit seinen sauberen Links-Rechts-Kombinationen und
einigen rechten Aufwärtshaken bis zu Beginn der sechsten Runde effektiver.
Im Schlussdurchgang setzte Dogan noch einmal alles auf eine Karte und
traf seinen skandinavischen Gegner erneut mit einem harten linken Kopfhaken.
Zum Sieg reichte es für den türkischen Athleten dennoch nicht.
Die Punktrichter sahen Fawaz Nasir nach sechs Runden mit 58:56, 59:55
und 57:57 vorne.
Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Fawaz Nasir
4. Kampf: Borislava Goranova vs. Valerie Mahfood, Supermittelgewicht,
angesetzt auf vier Runden
Nach
der kurzfristigen, krankheitsbedingten Absage von WIBF-Intercontinental
Meisterin Natascha Ragosina bekam es die Amerikanerin
Valerie
Mahfood in einem auf vier Runden angesetzten Fight mit der
Bulgarin Borislava
Goranova zu tun. Von Beginn an diktierte die frühere
IWBF-, WIBF- und WIBA-Weltmeisterin das Aufeinandertreffen von der Ringmitte
aus. Mit der linken Führhand und einigen rechten Haken versuchte
die 31-Jährige immer wieder, ihre sehr passiv eingestellte Gegnerin
zu attackieren. Ab dem dritten Durchgang setzte die Amerikanerin dabei
vermehrt auf Körpertreffer. Zwar brachte Valerie Mahfood auch in
der Schlussrunde noch einmal mit einer harten rechten Geraden zum Kopf
ihrer 26-jährigen Konkurrentin eine wirkungsvolle Angriffsaktion
ins Ziel, zu einem vorzeitigen Erfolg reichte es für die US-Athletin
aber dennoch nicht.
Offizielles Urteil: Siegerin einstimmig nach Punkten Valerie Mahfood
5. Kampf: Jan Zaveck vs. Danilo Alcantara, Weltergewicht, angesetzt
auf sechs Runden
Das
Aufeinandertreffen zwischen Jan
Zaveck und Danilo
Alcantara verlief zu Beginn recht ausgeglichen. Da beide
Athleten recht solide in der Deckung standen, konnte sich keiner der beiden
Kontrahenten in der Anfangsphase entscheidende Vorteile erarbeiten. In
der zweiten Runde änderte sich dies jedoch, da der 29-jährige
Zaveck deutlich aggressiver als im Eröffnungsdurchgang zu Werke ging.
Zunächst war es eine Links-Rechts-Kombination des in Slowenien geborenen
Weltergewichtlers, die den 32-jährigen Alcantara zu Boden schickte.
Zaveck legte mit zwei krachenden Rechten ans Kinn des Gegners nach, so
dass dieser erneut in den Ringstaub musste. Nachdem sich der Athlet aus
der Dominikanischen Republik wieder erhoben hatte, drängte ihn der
Schützling von Trainer Werner Kirsch in die neutrale Ecke zurück.
Nach einer Rechten durch Zaveck konnte sich Alcantara nicht mehr auf den
Beinen halten, so dass Ringrichter Arnold Golger den ungleichen Kampf
nach zwei Minuten und vier Sekunden des Durchgangs vorzeitig beendete.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Jan Zaveck
6.
Kampf: Lukas Konecny vs. Felix Vargas, Superweltergewicht, angesetzt auf
sechs Runden
Einen
klaren Punktsieg verbuchte in Velten der gebürtige Tscheche Lukas
Konecny (BP-Talent). Nach verhaltenem Beginn sorgte
allerdings erst einmal sein Kontrahent Felix
Vargas für Aufsehen. Mit einem rechten Haken auf den
Körper nahm der Superweltergewichtler aus der Dominikanischen Republik
dem Schützling von Trainer Werner Kirsch kurz die
Luft, so dass dieser das Ringgefecht erst Ende der ersten Runde besser
in den Griff bekam. Im zweiten Durchgang erhöhte der ständig
in der Vorwärtsbewegung agierende Konecny den Druck. Mit einem linken
Haken an den Kopf des in Santo Domingo geborenen Gegners sorgte der 26-Jährige
für den ersten Niederschlag des Aufeinandertreffens. Auch in der
Folge blieb der frühere EU-Champion mit den effektiveren Aktionen
überlegen. In Runde vier überraschte Vargas ihn allerdings mehrmals
mit seinen rechten Haken, ehe Konecny den 31-Jährigen Ende des Durchgangs
noch einmal zu Boden schickte. Auch in den letzten zwei Runden agierte
der in Magdeburg lebende Superweltergewichtler mit linken und rechten
Haken zum Kopf und auf den Körper überlegen. Vargas hatte kurz
vor Ende des Fights nach einer Links-Rechts-Kombination des Gegners Mühe,
sich bis zum Schluss auf den Beinen zu halten.
Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Lukas Konecny
7.
Kampf: Marco Schulze vs. Douglas Bellini, IBF-Internationale Meisterschaft
im Superweltergewicht, angesetzt auf zwölf Runden
Der
Veltener Marco
Schulze bleibt vor heimischem Publikum eine Macht. Der 27-Jährige
setzte sich am Samstag gegen Douglas
Bellini durch und sicherte sich somit den Titel des IBF-Internationalen
Meisters. Zunächst einmal hatte der Lokalmatador allerdings trotz
des großen Rückhalts durch seine Fangemeinde einige Mühe
mit seinem Kontrahenten. Zwar kam Schulze in der ersten Runde mit seinen
Links-Rechts-Kombinationen zu guten Treffern, doch bereits ab dem zweiten
Durchgang wendete sich das Blatt. Der in der Rechtsauslage agierende Bellini
verbuchte aus der Rückwärtsbewegung heraus mit schnellen rechten
und linken Händen einige gute Aktionen, die dem Schützling von
Trainer Werner Papke einiges an Nehmerqualitäten abverlangten.
Obwohl
sein Widersacher auch in Runde vier durch seine hohe Schlagfrequenz überzeugte,
riss Schulze das Geschehen wieder an sich. Der deutsche Superweltergewichtler
setzte vermehrt auf seine linke Führhand und stellte seinen Gegner
immer häufiger an den Seilen und in der Ringecke. Dabei verhielt
sich der Belgier taktisch ungeschickt. Anstatt den harten Treffern seines
Konkurrenten auszuweichen und sich von den Seilen weg zu bewegen, versuchte
der 32-Jährige immer wieder im offenen Schlagabtausch kräfteraubend
dagegen zu halten. In der siebten Runde brachte der aggressiv angreifende
Lokalmatador dann einen linken Haken auf die Leber ins Ziel, der Bellini
langsam zu Boden sacken ließ. Zwar erhob sich der tapfer kämpfende
Belgier noch einmal, doch als Marco Schulze seinen Gegner wenig später
an den Seilen erneut mit einem Körpertreffer in den Ringstaub schickte,
war der Fight entschieden. Ringrichter Jürgen Langos hatte genug
gesehen und brach den Kampf mit Zustimmung des unterlegenen Superweltergewichtlers
nach zwei Minuten und 16 Sekunden des Durchgangs vorzeitig ab.
Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der siebten Runde Marco Schulze
Dienstag, 05. April 2005
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