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Schulze bezwingt Bellini

Vor-Ort-Bericht von Frank Bleydorn
Bilder von M. Kurt Saygin


Marco Schulze (Foto) setzt seine Siegesserie vor heimischer Kulisse fort. Der 27-jährige Superweltergewichtler bezwang am Samstagabend den Belgier Douglas Bellini im Kampf um die IBF-Internationale Meisterschaft in der mit 1.300 Zuschauern ausverkauften Ofen-Stadt-Halle Velten durch TKO in der siebten Runde.


1. Kampf: Enad Licina vs. Radek Seman, Halbschwergewicht, angesetzt auf vier Runden

Einen erfolgreichen Einstand im Profilager feierte am Samstag Enad Licina. Gegen Radek Seman agierte der gebürtig aus Bosnien-Herzegowina stammende Athlet von Beginn an überlegen. Bereits im zweiten Durchgang schickte der Neuprofi seinen Kontrahenten mit einem linken Haken auf den Körper zu Boden. Der in der Rechtsauslage kämpfende Halbschwergewichtler fand auch im dritten Durchgang Lücken in der Deckung seines tschechischen Gegners, so dass dieser nach einem linken Körperhaken erneut von Ringrichter Heinrich Mühmert angezählt werden musste. Zwar sah sich der 25-Jährige in der Schlussphase des Aufeinandertreffens einigen gefährlichen linken Haken seines fünf Jahre älteren Widersachers ausgesetzt, doch der klare Punktsieg von Enad Licina geriet dadurch nicht mehr in Gefahr.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Enad Licina


2. Kampf: Gotthard Hinteregger vs. Jozsef Matolcsi, IBF- und WBO-Intercontinental Meisterschaft im Superweltergewicht, angesetzt auf zwölf Runden

Eine spannende Auseinandersetzung lieferten sich Jozsef Matolcsi und Gotthard Hinteregger im Kampf um die IBF- und die zuvor vakante WBO-Intercontinental Meisterschaft im Superweltergewicht. Beide Kontrahenten hatten sich bereits im Oktober vergangenen Jahres im Ring gegenüber gestanden. Damals hatte Matolcsi mit einem Knockout in der achten Runde das bessere Ende auf seiner Seite. Im Rematch war es jedoch sein bereits 37-jähriger Kontrahent, der das Geschehen zunächst mit seiner linken Führhand und schnellen Schlagkombinationen deutlich bestimmte. Sein 29-jähriger Gegner hielt mit den härteren Treffern dagegen. Meist agierte der Ungar dabei mit linken und rechten Haken zum Körper, die seinem Konkurrenten mehrfach die Luft nahmen. Seine besten Aktionen hatte der ständig in der Vorwärtsbewegung agierende Matolcsi in der fünften Runde, als er seinen Widersacher an den Seilen stellte und ihn mit harten linken und rechten Händen attackierte.

Da Hinteregger aber bis zum achten Durchgang mit der deutlich höheren Schlagfrequenz glänzte und Matolcsi in der siebten Runde zudem durch Ringrichter Alfred Asaro einen Punktabzug wegen Haltens erhielt, zog der auf den Wertungszetteln zurück liegende Athlet das Tempo in den Schlussrunden noch einmal deutlich an. Mit einem harten linken Haken an den Kopf rüttelte der Ungar seinen Gegner aus Österreich im achten Durchgang durch, versäumte es jedoch, den angeschlagen wirkenden Superweltergewichtler aus Wien zu Boden zu schicken. In den letzten drei Minuten ging Matolcsi noch einmal bedingungslos in die Offensive und landete dabei eine krachende rechte Gerade. Doch der als IBF-Intercontinental Champion in das Aufeinandertreffen gestartete Faustkämpfer vermochte das Blatt nicht mehr zu wenden und musste sich auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 111:116 (Matteo Fratini), 112:115 (Ove Ovesen) und 116:112 (Manuel Maritxalar) geschlagen geben.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Gotthard Hinteregger


3. Kampf: Fawaz Nasir vs. Ata Dogan, Mittelgewicht, angesetzt auf sechs Runden

Auch im neunten Profikampf siegreich blieb Fawaz Nasir. Der 25-jährige Däne spielte zunächst seine Reichweitenvorteile gegen den gebürtig aus der Türkei stammenden Ata Dogan aus und dominierte die Eröffnungsrunde mit der linken Führhand deutlich. Doch schon im zweiten Durchgang hielt sein 29-jähriger Konkurrent besser dagegen. Dabei überbrückte der in Luxemburg lebende Athlet immer wieder geschickt die Distanz und kam im Infight zu Treffern. In der Folgezeit versuchte Dogan mehr und mehr von der Ringmitte aus Druck auszuüben. Hierbei brachte er mit seinen linken Haken zum Kopf einige gefährliche Aktionen ins Ziel. Trotzdem wirkte Nasir mit seinen sauberen Links-Rechts-Kombinationen und einigen rechten Aufwärtshaken bis zu Beginn der sechsten Runde effektiver. Im Schlussdurchgang setzte Dogan noch einmal alles auf eine Karte und traf seinen skandinavischen Gegner erneut mit einem harten linken Kopfhaken. Zum Sieg reichte es für den türkischen Athleten dennoch nicht. Die Punktrichter sahen Fawaz Nasir nach sechs Runden mit 58:56, 59:55 und 57:57 vorne.

Offizielles Urteil: Sieger nach Punkten Fawaz Nasir


4. Kampf: Borislava Goranova vs. Valerie Mahfood, Supermittelgewicht, angesetzt auf vier Runden

Nach der kurzfristigen, krankheitsbedingten Absage von WIBF-Intercontinental Meisterin Natascha Ragosina bekam es die Amerikanerin Valerie Mahfood in einem auf vier Runden angesetzten Fight mit der Bulgarin Borislava Goranova zu tun. Von Beginn an diktierte die frühere IWBF-, WIBF- und WIBA-Weltmeisterin das Aufeinandertreffen von der Ringmitte aus. Mit der linken Führhand und einigen rechten Haken versuchte die 31-Jährige immer wieder, ihre sehr passiv eingestellte Gegnerin zu attackieren. Ab dem dritten Durchgang setzte die Amerikanerin dabei vermehrt auf Körpertreffer. Zwar brachte Valerie Mahfood auch in der Schlussrunde noch einmal mit einer harten rechten Geraden zum Kopf ihrer 26-jährigen Konkurrentin eine wirkungsvolle Angriffsaktion ins Ziel, zu einem vorzeitigen Erfolg reichte es für die US-Athletin aber dennoch nicht.

Offizielles Urteil: Siegerin einstimmig nach Punkten Valerie Mahfood


5. Kampf: Jan Zaveck vs. Danilo Alcantara, Weltergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Das Aufeinandertreffen zwischen Jan Zaveck und Danilo Alcantara verlief zu Beginn recht ausgeglichen. Da beide Athleten recht solide in der Deckung standen, konnte sich keiner der beiden Kontrahenten in der Anfangsphase entscheidende Vorteile erarbeiten. In der zweiten Runde änderte sich dies jedoch, da der 29-jährige Zaveck deutlich aggressiver als im Eröffnungsdurchgang zu Werke ging. Zunächst war es eine Links-Rechts-Kombination des in Slowenien geborenen Weltergewichtlers, die den 32-jährigen Alcantara zu Boden schickte. Zaveck legte mit zwei krachenden Rechten ans Kinn des Gegners nach, so dass dieser erneut in den Ringstaub musste. Nachdem sich der Athlet aus der Dominikanischen Republik wieder erhoben hatte, drängte ihn der Schützling von Trainer Werner Kirsch in die neutrale Ecke zurück. Nach einer Rechten durch Zaveck konnte sich Alcantara nicht mehr auf den Beinen halten, so dass Ringrichter Arnold Golger den ungleichen Kampf nach zwei Minuten und vier Sekunden des Durchgangs vorzeitig beendete.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der zweiten Runde Jan Zaveck


6. Kampf: Lukas Konecny vs. Felix Vargas, Superweltergewicht, angesetzt auf sechs Runden

Einen klaren Punktsieg verbuchte in Velten der gebürtige Tscheche Lukas Konecny (BP-Talent). Nach verhaltenem Beginn sorgte allerdings erst einmal sein Kontrahent Felix Vargas für Aufsehen. Mit einem rechten Haken auf den Körper nahm der Superweltergewichtler aus der Dominikanischen Republik dem Schützling von Trainer Werner Kirsch kurz die Luft, so dass dieser das Ringgefecht erst Ende der ersten Runde besser in den Griff bekam. Im zweiten Durchgang erhöhte der ständig in der Vorwärtsbewegung agierende Konecny den Druck. Mit einem linken Haken an den Kopf des in Santo Domingo geborenen Gegners sorgte der 26-Jährige für den ersten Niederschlag des Aufeinandertreffens. Auch in der Folge blieb der frühere EU-Champion mit den effektiveren Aktionen überlegen. In Runde vier überraschte Vargas ihn allerdings mehrmals mit seinen rechten Haken, ehe Konecny den 31-Jährigen Ende des Durchgangs noch einmal zu Boden schickte. Auch in den letzten zwei Runden agierte der in Magdeburg lebende Superweltergewichtler mit linken und rechten Haken zum Kopf und auf den Körper überlegen. Vargas hatte kurz vor Ende des Fights nach einer Links-Rechts-Kombination des Gegners Mühe, sich bis zum Schluss auf den Beinen zu halten.

Offizielles Urteil: Sieger einstimmig nach Punkten Lukas Konecny


7. Kampf: Marco Schulze vs. Douglas Bellini, IBF-Internationale Meisterschaft im Superweltergewicht, angesetzt auf zwölf Runden

Der Veltener Marco Schulze bleibt vor heimischem Publikum eine Macht. Der 27-Jährige setzte sich am Samstag gegen Douglas Bellini durch und sicherte sich somit den Titel des IBF-Internationalen Meisters. Zunächst einmal hatte der Lokalmatador allerdings trotz des großen Rückhalts durch seine Fangemeinde einige Mühe mit seinem Kontrahenten. Zwar kam Schulze in der ersten Runde mit seinen Links-Rechts-Kombinationen zu guten Treffern, doch bereits ab dem zweiten Durchgang wendete sich das Blatt. Der in der Rechtsauslage agierende Bellini verbuchte aus der Rückwärtsbewegung heraus mit schnellen rechten und linken Händen einige gute Aktionen, die dem Schützling von Trainer Werner Papke einiges an Nehmerqualitäten abverlangten.

Obwohl sein Widersacher auch in Runde vier durch seine hohe Schlagfrequenz überzeugte, riss Schulze das Geschehen wieder an sich. Der deutsche Superweltergewichtler setzte vermehrt auf seine linke Führhand und stellte seinen Gegner immer häufiger an den Seilen und in der Ringecke. Dabei verhielt sich der Belgier taktisch ungeschickt. Anstatt den harten Treffern seines Konkurrenten auszuweichen und sich von den Seilen weg zu bewegen, versuchte der 32-Jährige immer wieder im offenen Schlagabtausch kräfteraubend dagegen zu halten. In der siebten Runde brachte der aggressiv angreifende Lokalmatador dann einen linken Haken auf die Leber ins Ziel, der Bellini langsam zu Boden sacken ließ. Zwar erhob sich der tapfer kämpfende Belgier noch einmal, doch als Marco Schulze seinen Gegner wenig später an den Seilen erneut mit einem Körpertreffer in den Ringstaub schickte, war der Fight entschieden. Ringrichter Jürgen Langos hatte genug gesehen und brach den Kampf mit Zustimmung des unterlegenen Superweltergewichtlers nach zwei Minuten und 16 Sekunden des Durchgangs vorzeitig ab.

Offizielles Urteil: Sieger durch TKO in der siebten Runde Marco Schulze

Dienstag, 05. April 2005

 
     

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